mini|Westfront des Schlosses Schwanberg mini|Schloss Hollenegg
Die Marktgemeinde Bad Schwanberg22. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 11. März 2020 über die Änderung des Gemeindenamens der im politischen Bezirk Deutschlandsberg gelegenen Marktgemeinde „Schwanberg“ in „Bad Schwanberg“, ris.bka.gv.at (bis März 2020 Schwanberg) mit Einwohnern (Stand ) liegt im Bezirk Deutschlandsberg in der Weststeiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie seit Anfang 2015 mit den ehemaligen Gemeinden Hollenegg, Gressenberg und Garanas zusammengeschlossenSteiermärkische Gemeindestrukturreform. und führte bis Ende 2019 den Namen Schwanberg weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 2 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014, Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 2.
Bad Schwanberg ist wegen seines Moorbades als Kurort bekannt, die gesamte Gemeinde ist Kurzone.Die Steiermark hat zwei neue Kurorte orf.at, 1. Jänner 2020, abgerufen am 2. Jänner 2020.12. Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 6. Februar 2020 über die Festsetzung des Kurbezirkes „Bäderkurort Bad Schwanberg“, ris.bka.gv.at
Geografie Der Markt Bad Schwanberg liegt am Fuße der Koralpe auf einer Meereshöhe von 431 m im Tal der schwarzen Sulm. Er liegt an der Gabelung zweier alter Straßen über die Koralm, einer alten Weinstraße (Kirchengasse) und der Garanasstraße.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus zwölf Katastralgemeinden und gliedert sich in dreizehn gleichnamige Ortschaften (Fläche Stand ): Aichegg (, Ew.) mit den weiteren Ortsteilen Grünberg, Haderberg und Rettenberg Garanas (, Ew.) Gressenberg (, Ew.) mit Glashütten, Gressenberg Schattseite und Gressenberg Sonnseite Hohlbach (, Ew.) mit Riemerberg Hollenegg (, Ew.) Kresbach (, Ew.) mit Eden Kruckenberg (in KG Neuberg; Ew.) mit Unterkruckenberg Mainsdorf (, Ew.) mit Großgraden, Kleingraden, Obermainsdorf, Schöglberg und Untermainsdorf Neuberg (, mit Kruckenberg; Ew.) mit Oberneuberg Oberfresen (, Ew.) mit Sankt Anna ob Schwanberg Rettenbach-Hollenegg (), Rettenbach, nicht zu verwechseln mit der KG 61052 Rettenbach-Kloster im benachbarten Deutschlandsberg, ( Ew.) mit Kleinobl Schwanberg (, Ew.) mit Untere Kalkgrube Trag (, Ew.) mit Hoferberg
Eingemeindungen Am 1. Jänner 1969 wurde die Gemeinde Mainsdorf eingemeindet.Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1968, 22. Stück, Nr. 164, S. 187. Am 1. Jänner 1975 wurde die Gemeinde Kruckenberg auf die (heute ehemaligen) Gemeinden Hollenegg und Trahütten aufgeteilt. Am 1. Jänner 2015 folgten die Gemeinden Garanas, Gressenberg und Hollenegg.
Nachbargemeinden Eine der fünf Nachbargemeinden liegt im Kärntner Bezirk Wolfsberg (WO).
Geschichte Archäologische Fundstellen Im Osten und Süden von Bad Schwanberg befinden sich mehrere archäologische Fundstellen, die bereits im 19. Jhdt. eingehend untersucht wurden. Es handelt sich dabei um Gräber aus der Römerzeit und den nachfolgenden Jahrhunderten, die – wie auch die Grabhügelgruppen in der Gemeinde St. Martin im Sulmtal – eine Besiedlung des Gebietes belegen.V(áclav, auch: Wenzel) Radimský: Urgeschichtliche Forschungen in der Umgegend von Wies in Mittel-Steiermark. I. Die prähistorischen Denkmale der Umgebung von Wies. In: Franz Hauer (Red.): Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien – MAG. Band XIII (Band III der neuen Folge); Jahrgang 1883, , , Verlag Gerold, Wien.V(áclav, auch: Wenzel) Radimský, Joseph Szombathy: Urgeschichtliche Forschungen in der Umgegend von Wies in Mittel-Steiermark. III. Fortsetzung des Berichtes über die Grabungen in den Jahren 1881, 1882 und 1883; S. 77–108, MAG XVIII (neue Folge VIII), Jahrgang 1888., abgerufen am 11. Juli 2020.
Tanzboden, Vorderer und Hinterer Turm: das Gelände der Altburg Schwanberg Am „Tanzboden“, der höchsten Stelle des Schwanberger Burgberges,Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg.: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM, Wien, , , S. 65, Lageskizze S. 91. Koordinaten der Altburg Schwanberg: befand sich seit dem 10. Jhdt. eine Burg. Sie wurde um 1580 abgetragen und das Gelände eingeebnet. Der vordere Turm, auch „Metnitzer Turm“ genannt, befand sich an der Stelle der Josefikirche und war ebenfalls ein Teil dieser Anlage.Werner Murgg, Bernhard Hebert: Wehrbauten. S. 65–66. Koordinaten des Metnitzer Turms: . Seine Reste wurden um 1685 als Teil der Kirche weiter verwendet und bilden heute den Chorraum im Ostteil dieser Kirche. Ein „Hinterer Turm“ wird einerseits mit der Burg Spangstein gleichgesetzt,Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Verlag Stiasny, Graz 1961, S. 82. andererseits auf der AmtmannhöheWerner Murgg, Bernhard Hebert: Wehrbauten. S. 66. Koordinaten des Hinteren Turms, Amtmannhöhe: . westlich des Geländes der Altburg angenommen. Er wird auch an der Straßenabzweigung des Weges zur Burg vermutet.Werner Murgg, Bernhard Hebert: Wehrbauten. S. 66. Koordinaten des Hinteren Turms, Straßenabzweigung: . Von ihm sind keine Reste mehr erkennbar. Mit den anderen Baumaterialien der Altburg wurde das heutige, aus der Renaissancezeit stammende Schwanberger Schloss ausgebaut.
Bei Ausgrabungen ab 2004 stieß man auf die Reste der alten Burganlage.Weststeirische Rundschau. 17. September 2010, 83. Jahrgang, Nr. 37, , S. 1., abgerufen am 21. September 2010. Die Grabungen ergaben mit Resten einer Ringmauer und eines Rundturms Hinweise auf eine eindrucksvolle spätmittelalterliche oder frühneuzeitliche Festung. Ob diese Befestigungsanlage jemals fertiggestellt werden konnte, ist offen. Es wurden auch Belege dafür gefunden, dass die Anlage auf dem Platz einer viel älteren Burg errichtet wurde.Bernhard Schretter: Fundbericht. Bundesdenkmalamt (Hrsg.): „Fundberichte aus Österreich.“ (FÖ) Band 50, Jahrgang 2011, Wien 2012, , , S. 392–394. Die Ergebnisse der Ausgrabungen 2004 bis 2012 werden in einer Dissertation am Institut für Archäologie an der Universität Graz aufbereitet.: Sarah Kiszter: Die archäologischen Untersuchungen der Altburg Schwanberg-Tanzboden (Bezirk Deutschlandsberg, Steiermark) von 2004 bis 2012; abgerufen am 13. August 2015.
Marktbefestigung Schwanberg Reste der Befestigung des Marktes Schwanberg befinden sich im Osten des Ortes im Gebiet der heutigen Raiffeisengasse: Dort steht ein Rundturm (Rondell) mit einem Durchmesser von 5,5 Metern und einer Mauerstärke von 90 cm. Es wird in das 15. Jahrhundert datiert.Werner Murgg, Bernhard Hebert: „Wehrbauten“ S. 66, Lageskizze S. 92. Koordinaten des Schwanberger Rondells: .
Nach der Vierteleinteilung der Steiermark 1462 die aus militärischen und finanziellen Gründen durch den Leibnitzer Generallandtag eingeführt worden war, lag Schwanberg wie die gesamte Weststeiermark im „Viertel dieshalb der Piberalm“: Das war das Gebiet südlich der Gleinalm und westlich der Mur bis zur Drau, es wurde auch „Viertel zwischen Mur und Drau“ genannt. Sein Hauptort war zunächst Leibnitz, später Marburg.
Peuerlhof Im Nordosten des Ortes liegt das Gebiet des ehemaligen Peuerlhofes.Lage nach Murgg, Hebert, Wehrbauten: . Dieser Hof wird auf das 12. Jahrhundert zurückgeführt, er bestand aus einem viereckigen Gebäude, das durch eine Mauer und einen Graben geschützt war. Der Peuerlhof wird auch als „Hof zu Trag“, „Bäudlhof“, „Peierlhof“, alter „Beutelhof“ bezeichnet, er war Lehen der Pettauer, seine Herkunft von den Eppensteinern und Wildonern wird als wahrscheinlich gehalten. Seine Besitzer waren in der Umgebung reich begütert, sie waren im 14. Jahrhundert auch Verwalter und Burggrafen verschiedener Burgen im Lavanttal. Der spätere Bischof von Lavant Leonhard Peurl stammt vom Peuerlhof. Als 1470 Andreas Baumkircher gegen Schwanberg zog, soll der Hof vollständig niedergebrannt worden sein, er wurde aber rasch wieder aufgebaut und 1477 neuerlich verlehnt. Die Entwicklung des Besitzes ist eingehend dokumentiert, auch seine Ausstattung: Für die Rüstkammer des Peuerlhofes werden 1618 u. a. 18 Musketen, 103 „gemeine Rohr“ und 40 Spieße und Hellebarden erwähnt.Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. S. 80. 1622 wurde das Anwesen durch Christof von Galler erworben und mit der Herrschaft Schwanberg verbunden, wobei aber noch 1653 ein eigener Burgfried dokumentiert ist. Damit endet die eigenständige Geschichte der dann als „Gschloss Päuerlhof“ bezeichneten Anlage. Im 18. Jahrhundert wurde ihr Gelände an Bauernhöfe verteilt, die vollständige Abtragung wird für den Beginn des 19. Jahrhunderts angenommen.Werner Murgg, Bernhard Hebert: Wehrbauten. S. 68. Das Baumaterial wurde wie bei ähnlichen Anlagen für andere Gebäude verwendet.Bezirkstopographie: Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. Graz-Deutschlandsberg 2005, ISBN 3-901938-15-X, Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg 2005, In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Erster Teilband, Allgemeiner Teil.Gernot Obersteiner: Siedlung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit bis 1848. , S. 58. Zur Lage des Peuerlhofes bestanden verschiedene Ansichten: In den Publikationen Robert Baravalles wird sein Standort am Steilhang des Stullneggbaches angenommen, später wurde jedoch belegt, dass der Hof nicht an der Straße nach Hollenegg lag, sondern an der Straße nach Mainsdorf, circa 300 Schritte südlich der Annenkapelle. Von der Anlage sind nur mehr Bodenunebenheiten erkennbar, bei einem Hausbau 1961 sollen Schlossmauern freigelegt worden sein.Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. S. 79–80.
Almkrieg Während des Mittelalters war die Grenze zwischen der Herrschaft Schwanberg, die vom Bistum Brixen an die Herren von Pettau verliehen worden war, und jener von Deutschlandsberg unklar, was immer wieder zu Streitigkeiten führte. Einer der langwierigsten Streitfälle dieser Art, der so genannte „Almkrieg“, entbrannte zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Er währte rund zwei Jahrzehnte und forderte auf beiden Seiten zahlreiche Todesopfer.Werner Tscherne: Von Lonsperch zu Deutschlandsberg. Eigenverlag der Stadtgemeinde Deutschlandsberg, o. J. , S. 60. Während sich diese Auseinandersetzung aber im Wesentlichen auf die Almgebiete rund um Schwanberg und Deutschlandsberg beschränkte, wurden bei der Baumkircherfehde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auch der Markt Schwanberg und sein Umland schwer in Mitleidenschaft gezogen. Sowohl kaiserliche Söldner als auch die Söldner Baumkirchers plünderten und brandschatzten in und um Schwanberg.
Amthof Der Amthof von Schwanberg lag auf dem Gelände des späteren Kapuzinerklosters. Seine Errichtung wird in das 14. Jahrhundert datiert, in ihm wurde im 16. Jahrhundert die aus Graz vertriebene evangelische Stiftsschule untergebracht. 1681 brannte der Amthof ab, 1706 wurde sein bis dahin öde gelegenes Gelände den Kapuzinern geschenkt, die es zur Errichtung des Klosters verwendeten.
Visitationen 1529, 1544/45