mini|hochkant=1.2|Dorfkirche Jänickendorf Die evangelische Dorfkirche Jänickendorf ist eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert in Jänickendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Steinhöfel im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Oderland-Spree der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Lage Die Straße Am Dorfring umspannt in West-Ost-Ausrichtung den historischen Dorfanger. Dort steht das Gebäude auf einer erhöhten Fläche, die mit einer Mauer aus unbehauenen und nicht lagig geschichteten Feldsteinen eingefriedet ist.

Geschichte Der Sakralbau entstand im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts als Kirchenschiff, Chor und Westturm.mini|Westportal Bei einem Dorfbrand brannte 1696 auch die Kirche aus, die danach bis 1700 wiederaufgebaut und barockisiert wurde. Äußerliche Zeichen dieser Überformung sind der hölzerne Turmaufsatz mit der „1698“ datierten Wetterfahne, die veränderten Fensteröffnungen und das erneuerte Dach mit seinem Kranzgesims.

Baubeschreibung Die Baumeister nutzten im Wesentlichen Feldsteine, die überwiegend sorgfältig behauen und meist lagig geschichtet wurden. Der eingezogene quadratische Chor schließt im Osten gerade ab. An der Ostwand ist eine Dreifenstergruppe vorhanden, von denen sich das mittlere Fenster im originalen Zustand befinden könnte. Die beiden anderen Öffnungen wurden vergrößert; die Gewände mit Putz bearbeitet. Oberhalb der Fenstergruppe wurden deutlich kleinere, unbehauene Steine genutzt, die nicht mehr geschichtet wurden. Es ist daher denkbar, dass dieser Bereich zu einer früheren Zeit ebenfalls verputzt oder verbrettert war. Im Giebel ist eine kreuzförmige Öffnung. Die Nordwand des Chors entstand ebenfalls aus lagig geschichteten Feldsteinen. Dort sind zwei Fensteröffnungen, die ebenfalls vergrößert wurden. Im östlich gelegenen Fenster sind Ausbesserungsarbeiten aus rötlichem Mauerstein erkennbar; darüber weitere Ausbesserungen im Mauerwerk. Ähnlich zeigt sich auch die Südwand. Im westlichen Bereich ist eine Priesterpforte. Die Laibung ist hier aus sorgfältig behauenen Feldsteinen errichtet worden; Ausbesserungsarbeiten sind nicht erkennbar. Sie dürfte daher aus der ursprünglichen Bauzeit stammen. mini|Ansicht von Nordosten (2026) Das Kirchenschiff hat einen rechteckigen Grundriss. Die östliche Wand ist aus Feldsteinen, der Giebel verbrettert. An der Nordseite sind die Reste von zwei mit Gesteinssplittern zugesetzten Fenstern erkennbar. Mittig ist ein großes Rundbogenfenster mit einer Laibung aus Mauerstein. An der Südseite sind drei große Fenster, gefolgt von einem westlich gelegenen, hochgesetzten Rundbogenfenster. Unterhalb des mittleren Fensters sind die Reste einer zugesetzten Gemeindepforte erkennbar. Auch sie dürfte aus der Bauzeit stammen. Am Übergang zur Dachtraufe ist ein umlaufendes, verputztes Band. Chor und Schiff tragen ein schlichtes Satteldach, das mit Biberschwanz gedeckt ist. mini|Wetterfahne (2026) Der Kirchturm nimmt im unteren Bereich die volle Breite des Kirchenschiffs ein. Er entstand zur Bauzeit, so dass keine Baunaht erkennbar ist. Der Zugang erfolgt über ein mächtiges, zweifach getrepptes Spitzbogenportal, dessen Laibung mit weiteren umlaufenden Feldsteinen nochmals betont wird. Die übrigen Wände an diesem Bauteil sind fensterlos; die Steine im oberen Bereich zum Teil nicht mehr so exakt behauen. Darauf sitzt ein verbretterter, quadratischer Aufsatz mit Schallöffnungen für Glocken.

Das Pyramidendach schließt mit Turmkugel und einer „1698“ datierten Wetterfahne ab. Deren Initialen „F III C“ deuten auf eine finanzielle Wiederaufbauhilfe durch „Churfürst“ Friedrich III. nach dem Brand von 1696.

Ausstattung Das Innere des Saals zeigt eine Balkendecke, einen spitzbogigen Triumphbogen und eine Westempore.Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. Bearbeitet von Gerhard Vinken u. a. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 496. (Abschrift auf de.dehio.org, abgerufen am 19. Juli 2026) Der polygonale Kanzelkorb wird von Kunsthistorikern in die ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert und würde demnach aus der Zeit vor der Brandzerstörung der Kirche stammen. Die Fünte wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aus Eisenguss hergestellt. Das jetzige Altarbild mit einer Auferstehung ist von Willi Dethloff und stammt von 1948. Die Orgel wurde von der Firma Teschner (Fürstenwalde) Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Die Glocke im Turm ist 1696 in Berlin vom Glockengießermeister Heintze gegossen worden.

Sonstiges An der Südostecke des Kirchhofs befindet sich eine Freitreppe mit zwei Gedenksteinen für die Jänickendorfer Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

Literatur Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. Bearbeitet von Gerhard Vinken u. a. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 496. (Abschrift auf de.dehio.org, abgerufen am 19. Juli 2026)

Weblinks

Geschichte der Kirche zu Jänickendorf, auf kirche-fuestenwalde.de (Internetseite der der Evangelischen Kirchengemeinde Region Fürstenwalde/Spree)

Dorfkirche Jänickendorf, auf altekirchen.de (Internetseite des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.)

Einzelnachweise

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