Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics ist der Titel einer stummen Filmkomödie, die Ragnar Hyltén-Cavallius * 27. November 1885 in Stockholm, gest. 15. November 1970, schwedischer Drehbuchautor und Regisseur, war 1924 einer der Autoren zum Greta-Garbo-Film Gösta Berlings Saga, vgl. en.wiki 1926 nach einem Drehbuch realisierte, das Paul Merzbach nach einer literarischen Vorlage von Ferenc Herczeg geschrieben hat. Der Film war eine deutsch-schwedische Coproduktion der AB Isepa (Stockholm) mit der Universum Film AG UFA (Berlin).

Handlung „Eine höchst vergnügliche Verwechslungskomödie über einen Frauenhelden, der unter falscher Identität aufs Land zur Tante seines besten Freundes fährt, um dort mit einer ihrer Töchter verheiratet zu werden. Doch es kommt natürlich alles ganz anders als erwartet.“zit. n. Schöning/Drößler, Programmheft S. 15.

„Unter dem Namen eines Freundes begibt sich der Herzensbrecher Graf Horkay zur Brautschau aufs Land. Auf der Zugfahrt lernt er Mizzi, die junge Tochter Gyurkovics kennen, die sich als nymphomanische Gräfin Hohenstein ausgibt. Als die vermeintliche Gräfin von der echten Familie Hohenstein hinter Schloss und Riegel gebracht wird, startet Horkay, verkleidet als Dienstmädchen, eine Befreiungsaktion.“vgl. ; eine ausführlichere Inhaltsbeschreibung findet sich bei der Murnau-Stiftung.

Hintergrund Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics wurde in Berlin und in Ungarn mit schwedischen, deutschen, britischen und russischen Schauspielern gedreht. Vorlage für das Manuskript von Paul Merzbach war die 1893 erschienene Erzählung A Gyurkovics lányok von Ferenc Herczeg.vgl. Goble S. 220. Die Filmbauten errichtete Vilhelm Bryde. An der Kamera stand Carl Hoffmann, der zusammen mit Regisseur Ragnar Hyltén-Cavallius den Film auch schnitt.

Die Illustrationsmusik komponierte und dirigierte Werner Richard Heymann.Birett S. 132, Porträt des Komponisten S. 197; Ploog 2, S. 433.

Der Film lag der Reichsfilmzensur am 20. Dezember 1926 in einer Länge von 2563 m vor und wurde unter der Zensur-Nr. B.15326Birett S. 132. mit Jugendverbot belegt. Die deutsche Erstaufführung fand am 13. April 1927 in Berlin im Lichtspieltheater UT Kurfürstendamm statt. Der Zensur in Schweden wurde er ebenfalls am 20. Dezember 1926 vorgelegt und erhielt die Zensur-Nr. cnr. 38.242. In Schweden wurde er am 26. Dezember 1926 im Kino “Röda Kvarn” zu Stockholm uraufgeführt.Photo der Kinofront von 1921 abgeb. bei sv.wiki

Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics wurde außer in Deutschland und Schweden auch in Dänemark, Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland und in den USA gezeigt, dort als A Sister of Six.vgl. IMDb/releaseinfo

Rezeption Die Lichtbild-Bühne schrieb am 16. April 1927zit. n. Schöning/Drößler, Programmheft S. 15. über den Film:

Die Darstellerin der Mizzi, die britische Schauspielerin Betty Balfour, wurde für ihre Schauspielkunst gelobt:

Der österreichische Schriftsteller Hugo Bettauer, Verfasser der Drehbücher zu den Filmen Die Stadt ohne Juden (1924) und Die freudlose Gasse (1925), besprach den Film 1927 in seiner Wochenschrift.Band 4, Ausgaben 1–36, auf S. 85–86 u. 95.

Der Film wurde 2016 bei den Internationalen Stummfilmtagen in Bonn (32. Bonner Sommerkino 11.–21. August 2016) gezeigt, der Kinopianist Richard Siedhoff aus Weimarvgl. Henry Bernhard: Pianist Richard Siedhoff: Mit dem Klavier den Stummfilm modernisieren. In: Deutschlandradio. Studio 9, 27. Februar 2016. begleitete die Aufführung.vgl. Schöning/Drößler, Programmheft S. 15.

Literatur Herbert Birett: Stummfilmmusik. Materialsammlung. Deutsche Kinemathek, Berlin 1970, . Hugo Bettauer (Hrsg.): Bettauers Wochenschrift. Band 4, Ausgaben 1–36. Veröffentlicht 1927. Jan Distelmeyer: Spaß beiseite, Film ab: jüdischer Humor und verdrängendes Lachen in der Filmkomödie bis 1945. Edition Text + Kritik, 2006, ISBN 3-88377-803-6, S. 73. Alan Goble: The Complete Index to Literary Sources in Film. Verlag Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-095194-3. Hans-Jürgen Hube: Film in Schweden. Henschelverlag, 1985, , S. 136. Gerhard Lamprecht: Deutsche Stummfilme: 1927–1931 (= Deutsche Stummfilme. Band 9). , S. 203. Karin Ploog: Als die Noten laufen lernten...Band 2: Kabarett-Operette-Revue-Film-Exil. Unterhaltungsmusik bis 1945. Verlag BoD – Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-7386-9342-3. Jörg Schöning, Stefan Drößler: Programmheft zu den Internationalen Stummfilmtagen in Bonn (32. Bonner Sommerkino 11.–21. August 2016), Bonn 2016. (PDF) Adrian Stahlecker: Nederlandse acteurs in de Weimarrepubliek en Nazi-Duitsland. Verlag Aspekt, 2008, ISBN 978-90-5911-665-8, S. 63 zu Truus van Aalten. Patrick Vonderau: Bilder vom Norden: Schwedisch-deutsche Filmbeziehungen, 1914–1939. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-489-7. Kay Weniger: ‚Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben ...‘ Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945: Eine Gesamtübersicht. (= Acabus Biografie). ACABUS Verlag, 2011, ISBN 978-3-86282-142-6, S. 142 zu Paul Merzbach.

Weblinks

“Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics / Flickorna Gyurkovics” bei filmkultur.de “Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics” bei der Murnau-Stiftung Schwedisches Kinoplakat “Flickorna Gyurkovics” (anderer Entwurf)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1926 Kategorie:Schwedischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Literaturverfilmung