Die Straße Im Moore in der Nordstadt von Hannover ist eine Wohnstraße, die von der Straße Am Puttenser Felde bis zur Hahnenstraße führt. Der teilweise mit Vorgärten versehene Straßenzug am Rande des Welfengartens weist verschiedene denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. und 20. Jahrhundert auf.Gerd Weiß: Ortskarte 3 / 03 03 Nordstadt / 13 Hainholz / 11 Vahrenwald, sowie Im Moore. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Band 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1983, ISBN 3-528-06203-7, S. 34f., 107f; sowie Nordstadt im Addendum zu Teil 2, Band 10.2: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, S. 6f.

Geschichte Der Flurname, nach dem die heutige Straße benannt wurde, war schon zur Zeit des Kurfürstentum Hannover im Jahr 1750 erwähnt. Um 1770 verlief hier ein GartenwegHelmut Zimmermann: Im Moore, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 127 für die sogenannten Gartenkosaken:Klaus Mlynek: Gartenkosaken, In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 203. Hier besaß die schon seit 1649 in Hannover nachweisbare Familie Brauns vor dem Steintor,Wilma Norkus-Bünte: Wilhelm Bünte. Ein Musikerleben. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 26 (1972), Heft 1/2, S. 99–118; hier: S. 103ff.; im SteintorfeldEva Benz-Rababah: Steintorfeld. In: Stadtlexikon Hannover, S. 602 ausgedehnten Landbesitz „im sogenannten Moore“. Im Gebiet des späteren Blumenviertels,Anette Schröder: Vom Nationalismus zum Nationalsozialismus. Die Studenten der Technischen Hochschule Hannover von 1925 bis 1938 ( = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 213), zugleich Dissertation 2001 an der Universität Hannover, Hannover: Hahnsche Buchhandlung, 2003, ISBN 978-3-7752-6013-8 und ISBN 3-7752-6013-7, S. 173 begründete die Familie Brauns etwa ab 1790Helmut Zimmermann: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 29, 79, 161, 180, v. a. S. 247 oder um 1800 den zur Zeit des Königreichs Hannover größten Gartenbaubetrieb Norddeutschlands; die Kunst- und Handelsgärtnerei Gebrüder Brauns.Ludwig Hoerner: in ders.: Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe-ABC 1800–1900. Hrsg.: Hannoversche Volksbank, Reichold, Hannover 1995, ISBN 3-930459-09-4, S. 35, 261f.;

Der Architekt und Hase-SchülerGünther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland / Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Schlütersche, Hannover 1998, ISBN 3-87706-538-4, S. 142, v. a. S. 555 sowie Bürgervorsteher des 13. und nach dem Klagesmarkt bezeichneten Klagesmarktdistrikts,Indiana Tribüne, Volume 22, Number 58, Indianapolis, Marion County, 16 November 1898, page 2: Digitalisat des US-amerikanischen Staates Indiana Wilhelm Orgelmann baute sich 1881 – noch auf „freiem Felde“ – und in der späten Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs die dann von ihm selbst bewohnte und in den BacksteinformenClaudia Gröschel, Ingo Bultmann: Rundgang 10: Nordstadt, in Ingo Bultmann, Thomas Neumann, Jutta Schiecke (Hrsg.): Hannover zu Fuss. 18 Stadtteilrundgänge durch Geschichte und Gegenwart, Hamburg: VSA-Verlag, 1989, ISBN 978-3-87975-471-7 und ISBN 3-87975-471-3, S. 141–159; hier: S. 146 noch im Stil der Neogotik errichteteo. V.: Orgelmann, Wilhelm in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 5. Oktober 2005, zuletzt abgerufen am 7. Juni 2018 großbürgerliche Villa unter der heutigen Adresse Im Moore 24, zugleich das älteste erhaltene Gebäude in dem Straßenzug.

Die Zentrale der ab 1892 so benannten Nebgen-Buden hatte ihren Sitz anfangs in der Straße Im Moore.Waldemar R. Röhrbein: Nebgen-Buden. In: Stadtlexikon Hannover, S. 464

Anfang des 20. Jahrhunderts wohnte der Kaufmann Albert Wolff – der gemeinsam mit seinem Bruder Eduard Wolff Eigentümer des Kaufhauses Berliner Warenhaus Gebrüder Wolff an der Sandstraße Ecke Engelbosteler Damm war – im Hause Im Moore 9A.Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover, der Stadt Linden, sowie der Ortschaften Döhren-Waldhausen, Limmer und Ricklingen, Abtheilung I, Teil 3: Alphabetisches Verzeichnis der Einwohner und Handelsfirmen, S. 207; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek über den DFG-Viewer der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Am 15. November 1911 verlegte die älteste Back- und Puddingpulverfabrik Deutschlands, Meine & Liebig, ihren Sitz in das Gebäude Im Moore 37a.Paul Siedentopf (Hauptschriftleiter): Meine & Liebig, Hannover, Im Moore 37 a / Älteste Back- und Puddingpulverfabrik Deutschlands. In ders.: Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927, unter Mitwirkung von Karl Friedrich Leonhardt (Zusammenstellung des Bildmaterials), Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, Leipzig 1927, S. 89

Zu den jüngeren – ebenfalls denkmalgeschützten – Gebäuden in der Straße im Moore zählt die gegenüber der Lutherkirche errichtete frühere „Städtische Mädchenschule“: Die heutige Anna-Siemsen-Schule wurde während der Weimarer Republik um das Jahr 1930 vom hannoverschen Stadtbauamt nach Entwürfen von Karl Elkart errichtetGerd Weiß: Der Bereich um die Lutherkirche. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland ..., S. 106f. Bevor sich die Nordstädter eigene Badezimmer in den Wohnungen leisten konnten, waren ein Teil des Schulgebäudes auch als „Nordstädter Badehaus“ bekannt für seine Wannen- und Duschbäder; für die Frauen im Erdgeschoss, für die Männer im ersten Stock.Claudia Gröschel, Ingo Bultmann: Rundgang 10: Nordstadt ..., hier: S. 148

Literatur Gerd Weiß: Ortskarte 3 / 03 03 Nordstadt / 13 Hainholz / 11 Vahrenwald, sowie Im Moore. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Band 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1983, ISBN 3-528-06203-7, S. 34f., 107f; sowie Nordstadt im Addendum zu Teil 2, Band 10.2: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, S. 6f. Wolfgang Pietsch: Die Uni-Wohnhäuser, in Sid Auffarth, Wolfgang Pietsch (Hrsg.): Die Universität Hannover. Ihre Bauten, ihre Gärten, ihre Planungsgeschichte, hrsg. im Auftrag des Präsidiums der Universität Hannover, Petersberg: Imhof, 2003, ISBN 978-3-935590-90-7 und ISBN 3-935590-90-3, S. 224–227 Ekkehard Oehler-Austin: Rundgang 2: Gartenstadt und Chaostage – die Nordstadt, in ders.: Hannover: Rundgänge durch die Geschichte, Erfurt: Sutton, 2010, S. 37–56; hier: S. 45–49; Klaus Mlynek: Ein „Wohnpalast“, in ders.: Unternehmensgeschichte und Stadtgeschichte. 125 Jahre Gundlach in Hannover – 1890 bis 2015, Göttingen: Wallstein Verlag, 2015, ISBN 978-3-8353-1785-7, S. 40f.

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