Xaver von Kleist (* 22. Januar 1798 in Lieberose; † 24. August 1866 ebenda) war ein preußischer Kammerherr und Rittergutsbesitzer.

Leben Xaver von Kleist entstammte dem Zweig Zützen aus der Niederlausitz des ursprünglich pommerschen uradeligen Geschlechts der von Kleist. Er war der drittälteste Sohn des kursächsischen Obristen Leopold von Kleist (1752–1830), Ritter des sächsischen St. Heinrichsordens und der französischen Ehrenlegion, und der Friederike Auguste geborene von Klitzing.

Als Leopold von Kleist im Jahre 1830 starb, hinterließ er neben dem Sohn Xaver auch noch folgende Söhne: Major und St. Johanniterritter (Graf) Eduard von Kleist (* 2. November 1795; † 21. März 1852 in Zützen), Herr der Güter in der Niederlausitz, auf Zützen, Görsdorf und Schenkendorf Leutnant Freiherr Gustav von Kleist, Herr auf Kolochau (* 11. Juni 1801 in Lübben; † 29. September 1884), verheiratet, Kinder; Landrat

Xaver von Kleist trat zunächst in den Militärdienst des Königs von Preußen und wurde 1823 Seconde-Lieutenant im 3. Bataillon des 32. Landwehrregiments. 1834 wurde er als Premierleutnant ehrenhaft entlassen. Bereits im Jahre 1824 wurde Xaver von Kleist zum Kammerherrn des Königs ernannt. Er ließ sich auf dem 1830 nach dem Tod des Vaters geerbten Rittergut in Raddatz im Kreis Neustettin nieder und wurde anschließend 1834 dazu in alten Matrikel erwähnt.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 153. Außerdem besaß er die Gütern in Ober-Pankow, Bramstädt, Klingbeck, Nieder-Pankow und Neuendorf. Am 30. September 1859 verkaufte er in Folge einer Lähmung durch den unglücklichen Sturz vom Pferd alle seine Güter für die damals sehr hohe Gesamtsumme von 115.000 Talern an seinen Vetter Graf Wilhelm Bogislaff von Kleist und lebte fortan ohne dem Besitz von Rittergütern.

Familie Xaver von Kleist heiratete am 28. Mai 1849 Charlotte Friederike Wilhelmine geborene Zumbruchs († 1859). Die Ehe blieb kinderlos, so dass er seine uneheliche Tochter Agnes Charlotte Auguste Ganske (* 4. August 1836; † 1868) adoptierte. Diese wurde in Berlin am 30. März 1863 unter Beilegung des väterlichen Namens und Wappens in den preußischen Adelsstand erhoben. Ein besonderes Adelsdiplom wurde darüber nicht ausgestellt.Rudolf Graf Stillfried von Alcantara und Rattonitz: Verzeichniss der seit dem Bestehen des Kgl. Preuss. Heroldsamtes (1855) erfolgen Standeserhöhungen, Adelsbestätigungen und Namensvereinigungen nebst Beschreibung der verliehenen Wappen. In: L. Clericus: Der Deutsche Herold. Jahrgang VI-1875, Separat-Ausgabe, Hrsg. Herold (Verein), Stahel-Würzburg, Verlag Mitscher & Röstell, Berlin 1875, S. 32. Sie gehört genealogisch somit zu einem briefadeligen Nebenzweig der Uradelsfamilie von Kleist.Vgl. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band VI. (J - Kra), Band 91 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1987, S. 274.

Literatur Georg Heinrich Kypke: Die Geschichte des Geschlechts von Kleist. Band III, 2. Abteilung, enthaltend: Tychow-Dubberow, b) Der Zützener Zweig, Trowitzsch und Sohn, Berlin/Marienfließ (Pommern) 1882, S. 174.; ff. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1908. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 381. Diether Dennis von Kleist, Berndt von Kleist: Die Geschichte des Geschlechts von Kleist. Ergänzung und Fortführung. (Portal-Autor) 1971.

Weblinks Geneanet.org.: Genealogische Daten.

Einzelnachweise

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