Dettendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Diespeck im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Dettendorf hat eine Fläche von 4,989 km². Sie ist in 575 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8676,79 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Obersachsen.

Geographie Das Dorf liegt auf dem Plateau des Luderbergs, das südlich und nördlich des Ortes abfällt. 0,5 km westlich des Ortes liegt das Herrnfeld, 0,75 km östlich liegt das Waldgebiet Freischlag, 0,75 km nordöstlich der Hufranken. Die Kreisstraße NEA 15 führt nach Diespeck zur Bundesstraße 470 (3,5 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2414 (2,5 km östlich), die nach Hohholz (0,7 km nordöstlich) bzw. nach Brunn (1,9 km südlich) verläuft. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Obersachsen (1,1 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde wahrscheinlich schon vor 900 gegründet, wurde aber erst 1401 als „Tedendorff“ erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit waren die Burggrafschaft Nürnberg und die Herren von Tedendorff, einer Seitenlinie der Seckendorffs, Lehensherren. In der Nachfolge der Burggrafen gelangten deren Ansprüche an Brandenburg-Kulmbach. Zwischen 1502 und 1506 wurde Konrad von Lüchau Grundherr des Ortes, die Fraisch blieb aber weiterhin beim brandenburg-kulmachischen Amt Neustadt. Zum Rittergut gehörten auch zum Teil die Orte Obersachsen und Eggensee. Am 31. August 1707 wurde dieses Rittergut von Markgraf Christian Ernst gekauft. Danach gelangte es an die Herren von Danngrieß und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an die Grafen Pückler-Limpurg zu Brunn.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 85.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dettendorf 28 Anwesen (Schloss mit Brauhaus und Bauernhof, 25 Anwesen, Gemeindehirtenhaus, Justizhäuslein). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Waldsachsen.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 87 f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Dettendorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Dettendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Diespeck zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Dettendorf, zu der Aichen, Altenbuch, Burgstall, Chausseehaus, Eggensee, Göttelhöf, Obersachsen, Sengersberg, Untersachsen und Wulkersdorf gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden daraus drei Ruralgemeinden: Dettendorf mit Obersachsen; Eggensee mit Chausseehaus, Untersachsen und Wulkersdorf; Göttelhöf mit Aichen, Altenbuch, Burgstall und Sengersberg.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 221. Die Ruralgemeinde Dettendorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Alle Anwesen unterstanden in der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Ortspolizei bis 1843 dem Patrimonialgericht Brunn.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 184. Ab 1862 gehörte Dettendorf zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,986 km².

Am 1. Juli 1971 wurde Dettendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Diespeck eingegliedert.

Baudenkmäler ehemaliges Schloss, 1923 abgebrochen; im Südgiebel des Neubaues Wappen der Danngrieß von der ehemaligen östlichen Toreinfahrt, bezeichnet (17) 87, neuerdings übertüncht; Ecken mit Quadern beziehungsweise Vorlagen noch erkennbar; Gebäude war zweigeschossig mit Walmdach.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 46. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Schule, gebaut 1838, in den 1880er Jahren aufgestockt, Quadersockel, profilierte Fensterrahmen, Fensterbankgesims und Satteldach. Haus Nr. 28: Anfang 19. Jahrhundert, zweigeschossiges Fachwerkhaus mit gemauertem Anbau, über der Haustür unleserliche Inschrift, Hofeinfahrt mit drei Pfeilern und Pinienaufsatz 15 Grenzsteine

Bodendenkmäler mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich des ehemaligen Schlosses

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dettendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 252 385 351 362 356 348 344 341 311 350 306 303 268 276 277 273 263 244 233 341 341 306 249 252HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 45 43 63 74 64 60 53 52 52 Quelle Für die Gemeinde Dettendorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Obersachsen (S. 68).

Ort Dettendorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 187 302 282 264 266 210 194 258 188 178 187 194Häuser 34 33 56 45 39 38 38 58 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes Baptist (Diespeck) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis Enthauptung (Neustadt an der Aisch) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Diespeck) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1401 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim