mini|Danger Dan (2015) alt=Danger Dan singt einen Song bei einem Live-Konzert in der Roten Flora in Hamburg|mini|Danger Dan, 2023 Danger Dan (* 1. Juni 1983 in Aachen; bürgerlich Daniel Pongratz) ist ein deutscher Musiker. Er ist solistisch und als Mitglied der Hip-Hop-Band Antilopen Gang aktiv.

Leben und Wirken Daniel Pongratz wuchs als einer von vier Söhnen von Ludwig A. Pongratz in Aachen auf. Seine Eltern stammten aus der linken Szene, sein Vater wurde später Professor für Pädagogik an der Technischen Universität Darmstadt. Sie förderten früh sein musikalisches Talent, genauso wie das seines jüngeren Bruders Tobias. Daniel Pongratz spielte schon früh in verschiedenen Punk-Bands, aber auch als Pianist in einer Funkband, während sein Bruder den Hip-Hop für sich entdeckte und auch ihn damit in Berührung brachte.. Abgerufen am 10. Juni 2018

In München demonstrierte er 2001 gegen die Sicherheitskonferenz und war nach seiner Verhaftung zwölf Stunden im Gefängnis. Mitte der 2000er Jahre wurde bei ihm die Augenerkrankung Retinopathia pigmentosa diagnostiziert, die zur Erblindung führt, was er in dem Titel Dass es hier so schön ist seines Albums Keine Angst thematisiert.Westfälische Nachrichten: Angst vor dem Erblinden wird zum Song, Aus aller Welt, Namen und Nachrichten, dpa, 15. August 2026

Er war zwischenzeitlich Schüler am Viktoria-Gymnasium Aachen, dem er in seinem Album Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt den sehr kritischen Song Ingloria Victoria widmet. Ohne Abitur begann er ein Studium der Musiktherapie an der Universität Maastricht in den Niederlanden, das ihm durch eine bestandene Aufnahmeprüfung möglich geworden war. Dort lernte er Sebastian Sturm kennen und wurde Teil der Reggae-Band Jin Jin aus Aachen. Sein Studium brach er daraufhin ab, um als Musiker sein Geld zu verdienen. Nebenbei arbeitete er als Musiklehrer an einer Hauptschule. Mit Sebastian Sturm spielte er die beiden Alben This Change Is Nice (2006) und One Moment in Peace (2010) ein. Sebastian Sturm, Moses Christoph und er gründeten zusammen das Cheer Up Trio und tourten unter anderem durch die Vereinigten Staaten und Europa. Das Trio blieb bis etwa 2012 zusammen.

Dem Hip-Hop blieb Daniel Pongratz treu. Zusammen mit seinem Bruder Tobias (Panik Panzer) sowie Koljah gründete er 2005 das Gangsta-Rap-Satire-Projekt Caught in the Crack, das 2005 und 2008 zwei Internetalben veröffentlichte. Dort gab er sich den Namen Dan Juan de Marcos, und als Rapper übernahm er das Pseudonym Danger Dan, das er schon als Reggaemusiker verwendet hatte. Parallel entstand das Hip-Hop-Kollektiv Anti-Alles-Aktion. Aus diesem Projekt wurde schließlich zusammen mit Panik Panzer, Koljah und NMZS die Antilopen Gang.

2008 erschien als Solodebüt die EP Coming out. Auf dem Album setzt er sich unter anderem mit Antisemitismus und der Shoah auseinander. Laut der Jüdischen Allgemeinen war der Song Sommerlüge die erste Auseinandersetzung mit Holocaust und Antisemitismus im deutschen Rap. Ansonsten widmete er sich verschiedenen Musik- und Theaterprojekten, unter anderem war er im Auftrag des Goethe-Instituts in 17 verschiedenen Ländern aktiv und organisierte dort Radioprojekte, Konzerte und Theateraufführungen. 2012 erschien seine zweite EP Dinkelbrot & Ölsardinen sowie das Kollaborationsalbum Aschenbecher mit NMZS.

Anschließend begann die Antilopen Gang erfolgreich zu werden und Danger Dan fokussierte sich auf dieses Projekt, das nach dem Suizid von NMZS aus ihm, seinem Bruder und Koljah besteht.

Am 1. Juni 2018, seinem 35. Geburtstag, erschien sein erstes Soloalbum Reflexionen aus dem beschönigten Leben auf Jochens kleiner Plattenfirma. Es erreichte Platz 20 der deutschen Albumcharts.

Am 26. März 2021 veröffentlichte er die Single Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt, in der er die Grenzen der Kunstfreiheit anhand von Attacken gegen Jürgen Elsässer, Götz Kubitschek, Alexander Gauland und Ken Jebsen thematisiert. Der Song stieg am 2. April 2021 auf Platz 69 in die deutschen Singlecharts ein und wurde auf dem bandeigenen Label Antilopen Geldwäsche veröffentlicht. Innerhalb der ersten beiden Wochen nach Veröffentlichung wurde das Musikvideo auf YouTube 1,3 Millionen Mal aufgerufen. Am 9. April 2021 stellte Pongratz, begleitet am Klavier vom Pianisten Igor Levit, den Song in der Fernsehsendung ZDF Magazin Royale vor. Das Original-Video (17,5 Millionen Aufrufe) und der Fernseh-Mitschnitt (5,8 Millionen) verzeichnen mehr als 23 Millionen Aufrufe (Stand: Juli 2026).

Im Dezember 2021 belegte Danger Dan als erster Künstler überhaupt zeitgleich die Plätze 1 bis 3 der radioeins-Jahrescharts (mit den Liedern Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt, Lauf davon und Eine gute Nachricht).

In der Netflix-Serie Kacken an der Havel, die im Februar 2026 erschien und deren Hauptfigur von seinem Rap-Kollegen Fatoni gespielt wird, hat er einen Gastauftritt.

Für die 100. Ausgabe der ZDF-Satire-Sendung Die Anstalt (unter dem Titel „Die AntifAnstalt“) sollten Danger Dan und Igor Levit das Lied Keine Angst präsentieren. Am 16. Juli 2026 sagte die ZDF-Geschäftsleitung den Auftritt ab, da der Liedtext als „unzulässige Anleitung zu gewaltbereitem Widerstand“ verstanden werden könne und somit gegen die Programmrichtlinien verstoße. Die Entscheidung wurde in einem offenen Brief an den ZDF-Intendanten Norbert Himmler von acht der sechzig Mitglieder des ZDF-Fernsehrates als mutlos kritisiert, „die kritische Einordnung des Liedtexts, auch mit den Künstlern, wäre Aufgabe der Redaktion der Anstalt gewesen“. In den darauffolgenden Tagen kletterte das Video an die Spitze der YouTube-Musikcharts in Deutschland. Am 21. Juli 2026 gaben Danger Dan und Igor Levit parallel zur Sendungsausstrahlung im ZDF unter dem Motto „Die keine Angstalt“ ein Konzert im Columbia Theater in Berlin, welches live auf YouTube übertragen wurde. Die Gastgeber der Anstalt (Max Uthoff und Claus von Wagner) und Gäste der aktuellen Sendung waren Teil des Publikums.

Diskografie

Studioalben

Kollaboalben

Livealben 2023: Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt (Live) (Antilopen Geldwäsche)

EPs

Weitere EPs 2008: Coming Out (Selbstverlag) 2010: Traurige Clowns (mit Koljah, Selbstverlag)

Singles

Weitere Singles 2020: Nudeln und Klopapier 2021: Lauf davon 2023: Danke dass du mich verlassen hast (Fatoni feat. Danger Dan) 2026: Die meisten meiner Freunde 2026: Dass es hier so schön ist 2026: Zum Späti 2026: Jede Grenze, jedes Gesetz, jeder Gott

Weitere Veröffentlichungen Mit Antilopen Gang

Mit Caught in the Crack 2005: Alles vorbei (Eigenproduktion) 2008: Es wird wie ein Unfall aussehen (Eigenproduktion)

Gastbeiträge (ohne Antilopen Gang) 2017: Aua auf Alle Liebe nachträglich von Fatoni und Mine 2018: Shitstorm auf ICH von Moop Mama 2018: Propaganda auf Shibuya Crossing von Juse Ju 2022: Unsere Bank auf Zorn & Liebe von Provinz (#7 der deutschen Single-Trend-Charts am 9. September 2022) 2023: Danke dass du mich verlassen hast von Fatoni

Auszeichnungen 2021: VIA-VUT Indie Award in der Kategorie Bester Act (sowie Best New Music Business für das Label Antilopen Geldwäsche) 2021: Preis für Popkultur in den Kategorien „Lieblingslied“ (Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt), Lieblingsalbum (Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt) und Lieblings-Solokünstler 2021: Listen To Berlin Award in der Kategorie Kreativstes Musikvideo (Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt) 2021: Platzierungen 1–3 bei den Hörercharts des Jahres 2021 des Radiosenders radioeins für die Songs Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt, Eine gute Nachricht und Lauf davon 2023: Deutscher Kleinkunstpreis in der Kategorie MusikDeutscher Kleinkunstpreis für Carolin Kebekus und Danger Dan, ndr.de, erschienen und abgerufen am 23. November 2022

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Rapper Kategorie:Pianist Kategorie:Musiker (Aachen) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Mann