Inge Landgut (* 23. November 1922 in Berlin; † 29. Mai 1986 in Berlin-Zehlendorf) war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben mini|Inge Landgut im Alter von etwa 8 Jahren. Fotograf: Siegmund Labisch

Inge Landgut, Tochter des Kraftfahrers Wilhelm Landgut und seiner Ehefrau Gertrud Landgut, stand, entdeckt von Henny Porten,Landgut, Inge. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 735. bereits im Alter von drei Jahren vor der Kamera und wirkte als Kinderdarstellerin in knapp 30 Stummfilmen sowie frühen Tonfilmen mit. Hervorzuheben sind dabei ihre Auftritte als Pony Hütchen in der ersten Verfilmung von Emil und die Detektive nach Erich Kästner und als Opfer des Kindermörders in Fritz Langs M, einer der ersten deutschen Tonfilmproduktion.

Nach dem Schulabschluss am Gymnasium absolvierte sie die Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin und erhielt Schauspielunterricht von Agnes Windeck. Theaterengagements in Eisenach (1939–1941), Karlsruhe (1941–1944) und Berlin folgten. In späteren Jahren spielte sie vor allem in Fernsehserien und Mehrteilern wie Tadellöser & Wolff nach Walter Kempowski sowie der Fortsetzung Ein Kapitel für sich.

Während ihre Auftritte in Film- und Fernsehproduktionen seit den 1950er Jahren seltener wurden, arbeitete sie ab 1951 umfangreich in der Synchronisation. Dabei lieh sie ihre Stimme bekannten Kolleginnen wie Olivia de Havilland (Verschollen im Bermuda-Dreieck), Barbara Bel Geddes (in der Serie Dallas; nach Landguts Tod übernahm Edith Schneider diese Rolle), Angie Dickinson (Bei Madame Coco), Sophia Loren (Das Gold von Neapel), „Miss Moneypenny“ Lois Maxwell (in Diamantenfieber und Im Geheimdienst Ihrer Majestät), Esther Williams (Sturm über Eden), Shelley Winters (Die größte Geschichte aller Zeiten oder in ihrer Oscar-nominierten Rolle in Die Höllenfahrt der Poseidon) oder als erste Sprecherin der Wilma in der Zeichentrickserie Familie Feuerstein.

Verschiedentlich lieh sie ihre Stimme auch Figuren in Zeichentrickfilmen Walt Disneys, darunter in den deutschen Fassungen von Dumbo, Susi und Strolch und 101 Dalmatiner. Außerdem synchronisierte sie Hermione Baddeley in Mary Poppins.

Inge Landgut war verheiratet mit dem Schauspielkollegen und Regisseur Werner Oehlschläger (1904–1980). Sie lebte in Berlin und starb am 29. Mai 1986 im Alter von 63 Jahren in Berlin-Zehlendorf im Berliner Behring-Krankenhaus an Krebs.

Filmografie 1927: Violantha 1928: Angst 1928: Indizienbeweis 1929: Meineid 1929: Mutterliebe 1929: Die seltsame Vergangenheit der Thea Carter 1929: Frauen am Abgrund 1929: Phantome des Glücks 1930: Der Detektiv des Kaisers 1930: Lohnbuchhalter Kremke 1931: M 1931: Emil und die Detektive 1931: Luise, Königin von Preußen 1934: Hanneles Himmelfahrt 1935: Das Einmaleins der Liebe 1937: Liebe kann lügen 1938: Das Mädchen von gestern Nacht 1938: Was tun, Sibylle? 1939/41: Frauen sind doch bessere Diplomaten 1948: Die Söhne des Herrn Gaspary 1949: Diese Nacht vergess ich nie! 1949: Unser täglich Brot 1950: Dreizehn unter einem Hut 1950: Der Fall Rabanser 1951: Hilfe, ich bin unsichtbar! 1951: Torreani 1952: Brelan d'As 1953: Lied der Taube (Fernsehfilm) 1953: Der Fall Sieveking (Fernsehfilm) 1958: Ist Mama nicht fabelhaft? 1962–1964: Pension Spreewitz (Fernsehserie) 1970–1973: Doppelgänger (Fernsehserie) 1975: Tadellöser & Wolff (Fernsehserie) 1976: Pension Schöller (Fernsehspiel) 1978: Kommissariat 9 (Fernsehserie, Folge Der Preisbrecher) 1979: Ein Kapitel für sich (Fernsehserie) 1984: Schneeweißchen und Rosenrot

Synchronrollen (Auswahl) SchauspielerinFilm/SerieRolleBetty GardeDie Diebe von Marschan (Synchro 1980)MirzaCoral BrowneXanaduFemale HeavenlyDame Angela LansburyAls Amerika nach Olympia kam (Fernsehserie)Alice GarrettDorothy MaloneDie Hand am Colt (Synchro 1960)Jeannie BristowMaler und MädchenAbigail ParkerDem Tode entronnenHelen GaxtonQuantez, die tote StadtChaneyDuell in den WolkenLaVerne ShumannEl PerdidoBelleNovemberplanDawn ArcherRendezvous mit dem TodMrs. SkinnerElsa LanchesterJede Frau braucht einen Engel (ZDF-Synchro 1974)MatildaHermione BaddeleyMary PoppinsHausmädchen EllenIrene HerveySadistico – Wunschkonzert für einen TotenMadgeIrene TedrowInvasion von der Wega (Fernsehserie)Miss LaphamJoan ShawleeHart aber herzlich (Blüten-Traumschiff)Mrs. GoodrichKathleen FreemanDer Verrückte ProfessorMillie LemmonDrei auf einer CouchMurphyKristina HansonMördersaurierBetty PiperLee FierroDer Weiße Hai (1. Synchro für Kino)Mrs. KintnerLieux DresslerDas letzte Wort hat TilbyDearyMörderspinnenEmma WashburnLinda StearnsEin Rabbi im wilden WestenMutterLois MaxwellIm Geheimdienst ihrer MajestätMiss MoneypennyDiamantenfieberLouise LasserDie Killer-AkademieHelene TrendMary ClareJung und unschuldigEricas TanteMinna GombellDick und Doof – Lange Leitung (2. Synchro 1967)Mrs. HardyMonica LewisErdbebenBarbaraNancy KulpAristocatsFrou-Frou, das PferdNaomi StevensHotel (Fernsehserie)Mrs. TomasinoOlivia de HavillandMörderische LeidenschaftHonoria WaynfletePeggy PopeHart aber herzlich (Friedwart kennt den Mörder)AnnettePriscilla LaneSaboteure (Synchro 1958)Patricia MartinRosemary ClooneyWeiße WeihnachtBettyRutanya AldaMeine liebe RabenmutterCarol AnnSara ShaneTarzans größtes AbenteuerAngieShelley WintersZu allem entschlossenJoy CarrollDie größte Geschichte aller ZeitenNamenloseDie Höllenfahrt der PoseidonBelle RosenDelta ForceEdie KaplanSusan EngelInspektor ClouseauCarmichaelTerry NibertDie Kleinen Füchse (Synchro 1974)JuliaVirginia BrissacSchwarzer FreitagMargaret KingsleyZasu PittsEin Butler in AmerikaPrunella Judson

Hörspiele 1952: Paul Sarauw: Der kleine Napoleon – Bearbeitung (Wort): Günter Neumann, Komposition: Erik Fiehn, Günter Neumann, Regie: Werner Oehlschläger (RIAS Berlin) 1953: Karl Farkas: Bei Kerzenlicht – Bearbeitung (Wort): Curth Flatow, Komposition: Robert Katscher, Bearbeitung (Musik): Heinrich Riethmüller, Regie: Rolf Kutschera (Theatermitschnitt – RIAS Berlin) 1959: Thierry: Pension Spreewitz (Ein junger Dichter und ein Fräulein mit Hula Reifen, Folge 33, Erstsendung 7. März 1959) – Regie: Ivo Veit (RIAS Berlin) 1965: Werner Brink: Es geschah in Berlin. Teure Reise nach Italia (Folge 370) – Regie: Werner Oehlschläger (RIAS Berlin)

Literatur Wolfgang Jacobsen: Inge Landgut – Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 10, 1988. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 566 f.

Weblinks

Inge Landgut bei Cyranos.ch

synchrondatenbank.de

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Kinderdarsteller Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Frau