Fast & Furious: Hobbs & Shaw ist ein US-amerikanischer Actionfilm des Regisseurs David Leitch, der am 2. August 2019 in den US-amerikanischen Kinos angelaufen ist. Es handelt sich um den neunten Spielfilm und das erste Spin-off innerhalb der Fast-&-Furious-Filmreihe. In den titelgebenden Hauptrollen sind Dwayne Johnson und Jason Statham zu sehen, die ihre Rollen aus vorigen Filmen erneut verkörpern.
Handlung Eine MI6-Einsatztruppe rund um Hattie Shaw, die Schwester von Deckard Shaw, soll ein gefährliches Virus, genannt „Schneeflocke“, sicherstellen. Bei ihrem Einsatz in London erscheint auch der ehemalige Agent und Ex-Soldat Brixton, dem Deckard vor Jahren eine Kugel in den Kopf jagte. Brixton wollte Deckard damals davon überzeugen, sich zusammen mit ihm dem Technologiekonzern „Eteon“ anzuschließen, der einen als nutzlos und lebensunwert erachteten Großteil der Menschheit ausrotten will. Mit dem verbliebenen Rest und mit kybernetischen Körperteilen, durch die auch Brixton zum Superkämpfer optimiert wurde, will Eteon die Menschheit auf eine höhere Stufe weiterentwickeln. In London kann Brixton sämtliche MI6-Agenten bis auf Hattie ausschalten. Letztere injiziert sich daraufhin das sichergestellte Virus in Form von kleinen Kapseln ins Blut und entkommt im Anschluss dem Terroristen. Dieser kann jedoch durch den großen medialen Einfluss von Eteon Hattie als Verantwortliche für den Angriff inszenieren, weshalb sie untertauchen muss.
In Los Angeles wird der ehemalige DSS-Agent Luke Hobbs vom ihm bekannten CIA-Agent Locke rekrutiert und auf Hattie angesetzt. Zeitgleich wird Deckard in London von CIA-Agent Loeb über die Abtrünnigkeit seiner Schwester, die sich einst von ihm abwandte, nachdem er zwischenzeitlich selbst abtrünnig wurde, informiert. Bei einem Aufeinandertreffen von Luke und Deckard bringen beide ihre gegenseitige Ablehnung zum Ausdruck und geben zu erkennen, dass sie nicht miteinander zusammenarbeiten wollen. So machen sich beide getrennt auf die Suche nach Hattie, wobei aber nur Hobbs Erfolg hat. Nachdem er sie überwältigen konnte und im Anschluss ins CIA-Hauptquartier bringt, überzeugt sie ihn von ihrer Unschuld. Brixton bringt Hattie wieder in seine Gewalt, aber Luke und dazugestoßene Deckard befreien sie aus den Fängen von Eteon. Sie müssen untertauchen, da Brixton und Eteon ihnen den Angriff auf das CIA-Gebäude in die Schuhe schieben und eine weltweite Fahndung nach dem Duo auslösen.
Bevor sie mit gefälschten Dokumenten nach Moskau fliegen, spüren sie Professor Andreiko, den Erfinder des Virus und ehemaligen Eteon-Mitarbeiter, auf. Dieser offenbart ihnen, dass sich das Virus binnen weniger Stunden selbst aktiviert und man es nur mit einer Maschine im Eteon-Hauptquartier extrahieren kann. So schmieden die drei zusammen mit der Waffenhändlerin Madame M, einer alten Freundin von Deckard, einen Angriffsplan: Hattie soll sich als Ablenkung gefangen nehmen lassen, während Luke und Deckard die Maschine stehlen. Doch der Plan misslingt und auch die beiden werden gefangen genommen. Brixton unterbreitet ihnen erneut das Angebot, sich Eteon anzuschließen, doch beide lehnen ab, woraufhin sie vom Terroristen mit Stromschlägen gefoltert werden. Zeitgleich sollte der von Brixton entführte Andreiko damit beginnen, das Virus aus Hattie zu extrahieren. Doch die MI6-Agentin kann sich, ihren Bruder und Hobbs befreien und mithilfe von Andreiko, der sich für die drei opfert, mit der im Gefecht beschädigten Maschine entkommen und die Einrichtung zerstören.
Da sie keinen anderen Rückzugsort vor Eteon kennen, sucht Luke seine Familie auf Samoa auf, die er seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Den Flug dorthin verschafft ihnen der Air Marshal Dinkley, den sie auf dem Flug nach Moskau kennengelernt haben. Hobbs’ Brüder Jonah, Mateo, Kal und Timo betreiben auf der Insel gemeinsam mit weiteren Familienangehörigen eine Autowerkstatt und wollen keinen Kontakt mehr zu ihm, seit er vor über zwanzig Jahren die illegalen Machenschaften seines Vaters der Polizei gemeldet hat. Doch Lukes Mutter Sefina überzeugt die vier davon, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen und Luke zu unterstützen. So bereiten sich die Samoaner auf den Kampf gegen Brixton und weitere Eteon-Schergen vor. Als diese im Morgengrauen erscheinen, kann Hattie die zentral gesteuerten Waffen des Konzerns kurzzeitig abschalten, sodass die samoanischen Krieger mit ihren traditionellen Waffen die Überhand gewinnen können. Luke und Deckard können gemeinsam Brixton überwältigen, der schlussendlich von Eteon abgeschaltet wird und ins Meer fällt. Gleichzeitig kann Hattie mit der von Jonah reparierten Maschine das noch nicht aktivierte Virus aus ihrem Körper entfernen und sicherstellen.
Später nimmt Luke seine Tochter Samantha mit nach Samoa, um ihr endlich ihre Familie vorzustellen, während Deckard und Hattie gemeinsam ihre Mutter Magdalene aus dem Gefängnis befreien.
In der Mid-Credit-Szene will Agent Locke Hobbs für einen neuen Auftrag anwerben, bei dem es um ein noch gefährlicheres Virus geht.
Produktion Produktionsgeschichte Im November 2015 sprach Vin Diesel das erste Mal über mögliche Ableger der Fast-&-Furious-Filmreihe, um das filmische Universum zu erweitern. Nachdem Fast & Furious 9 kurz zuvor von 2019 auf 2020 verlegt worden war, kündigte Universal im Oktober 2017 einen Film über die Figuren Luke Hobbs und Deckard Shaw an, der von Chris Morgan geschrieben werden und 2019 erscheinen sollte. Laut Dwayne Johnson kam die Idee für das Spin-off während der Dreharbeiten zu Fast & Furious 7, wurde allerdings aufgrund des Todes von Paul Walker nach hinten verschoben, da man sich zu diesem Zeitpunkt voll auf Fast & Furious 8 konzentrieren wollte.
Aufgrund dieser Ankündigung kam es zum Konflikt zwischen Johnson und Tyrese Gibson. Dieser kritisierte, dass Johnson und der Produzent Hiram Garcia seiner Meinung nach mit diesem Film einen Keil in die „Fast Family“ treiben würden. Zuvor hätten er und Ludacris ein Angebot für einen eigenen Film abgelehnt, da diese Familie es sei, die die Reihe so erfolgreich mache. Außerdem machte Gibson Johnson dafür verantwortlich, dass Fast & Furious 9 um ein Jahr verschoben wurde, und beschuldigte ihn, die Reihe an sich zu reißen. Auch das im Vergleich mit anderen Filmen der Reihe eher schwache Einspielergebnis am ersten Wochenende entfachte diesen Streit erneut.
Jason Statham kündigte in einem Interview an, dass der Film anders als die bisherigen Teile der Filmreihe werde. So solle der Ton des Films weniger albern, dafür aber geerdeter, düsterer und realistischer sein. Rund um den Antagonisten Brixton wolle man in eine militärische Hightech-Richtung gehen, wohingegen der Showdown des Films, welcher der größte der gesamten Filmreihe sei, sehr familiär werde und sich Johnson das erste Mal in einem Film seiner samoanischen Kultur annehme. Im Dezember 2018 wurde enthüllt, dass der Originaltitel des Films Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw lautet.
David Leitch erklärte in einem Interview im April 2019, man habe im Film die bekannte „Fast-&-Furious-DNA“ beibehalten, wolle aber gleichzeitig mit kreativen und frischen Ideen Neues erschaffen. So setzte man vermehrt auf Comedy, Spionage-Action sowie Nahkämpfe und weniger auf Straßenrennen, „legen aber immer noch großen Wert auf Eckpfeiler wie Familie, Bruderschaft und auch Verfolgungsjagden“. Für den Ton des Films habe man sich an True Lies – Wahre Lügen orientiert, für die Beziehung zwischen Hobbs und Shaw hingegen an Buddy-Actionfilmen der 1980er und 1990er Jahre. Des Weiteren ergänzte Leitch, der Film werde eine Länge von etwa zwei Stunden haben, weshalb man einige Actionszenen herauskürzen musste. Diese sollten allerdings in einem Extended Cut mit der Heimkinoveröffentlichung enthalten sein. Auch über eine Fortsetzung habe man bereits gesprochen und Leitch sei interessiert, erneut den Regiestuhl zu übernehmen.
Rechtsstreit zwischen Neal H. Moritz und Universal Pictures mini|Neal H. Moritz (2010) Im Oktober 2018 wurde ein Rechtsstreit zwischen dem langjährigen Produzenten der Filmreihe Neal H. Moritz und Universal bekannt. So heißt es, das Studio hätte einen mündlichen Vertrag gebrochen, wäre kurz vor Drehbeginn an ihn herangetreten und hätte ihn vor die Wahl gestellt, entweder weniger Gehalt zu akzeptieren oder vom Projekt ausgeschlossen zu werden. Nachdem er mit einer niedrigeren Bezahlung nicht zufrieden war, hätte man ihn „vor die Tür gesetzt“. Moritz zog daraufhin vor Gericht und verlangte, entweder eine hohe Entschädigung zu erhalten oder als Produzent des Films wieder eingesetzt zu werden. Im Januar 2019 wurden weitere Details des Rechtsstreits bekannt. So beantragte Moritz, den Universal-Präsidenten James Horowitz in die Gruppe der Beklagten mit aufzunehmen. Moritz behauptet, Horowitz hätte ihn mit falschen Darstellungen über die Gewinnbeteiligungen am Film gelockt und ihm versprochen, den Hobbs-&-Shaw-Vertrag genauso wie vorige Fast-&-Furious-Verträge zu gestalten. Bei diesen standen Moritz neben einer festen Summe von zwei Millionen US-Dollar auch eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 6 % zu. Des Weiteren hätte er einen schriftlichen Vertrag, in dem ihm das Mitwirken an sämtlichen Sequels und Remakes zugesichert wird. Horowitz sei in der ersten Klage nicht enthalten gewesen, da er sich zu diesem Zeitpunkt mit Moritz in Verhandlungen über eine langfristige Zusammenarbeit befunden hätte und letzterer zuversichtlich auf eine Einigung war. Während Universal nun eine außergerichtliche Beilegung des Rechtsstreits anstrebe, möchte Moritz den Fall vor ein Bundesgericht bringen. Ein Bundesbezirksrichter stimmte der Klageänderung durch die Aufnahme von Horowitz später zu.
Universal Pictures äußerte sich vor Gericht, Moritz hätte vertraglich keinen Rechtsanspruch, am Film mitzuwirken, da sein Vertrag nur für Fortsetzungen und Neuauflagen, nicht aber für Spin-offs gelten würde. Das Mitwirken von nur zwei Fast-&-Furious-Darstellern reiche laut Universal nicht aus, um den Film als Fortsetzung einzustufen. Moritz verteidigte sich, er hätte die Idee für den Film gehabt und Monate damit verbracht, ihn zu entwickeln. Seine Beteiligung beruhe auch auf der Tatsache, dass Universal der Familie von Moritz’ Produktionsleiterin Amanda Lewis den Umzug nach London ermöglichte, damit sie dort die Dreharbeiten beaufsichtigen könne. Insider-Informationen zufolge soll das Studio Moritz einen neuen Vertrag angeboten haben, bei dem er eine feste Summe von 6,8 Millionen US-Dollar im Voraus und dazu weitere Einnahmen aus Boni und einem Gewinnpool erhalten sollte. Selbst Dwayne Johnson hätte diesem zugestimmt, doch Moritz verweigerte das Angebot hartnäckig und forderte das Studio sogar auf, ihn zu feuern. Laut Insidern hätte Universal demnach satt, von Moritz immer wieder vor Gericht gezogen zu werden, nachdem man bereits für andere Filme der Reihe „harte und quälende Verhandlungen“ führen musste. Zunächst wäre es vor Gericht ausschließlich um Fast & Furious: Hobbs & Shaw gegangen, doch als Universal-Präsident Horowitz selbst vor Gericht stand, fiel die Entscheidung, Moritz auch von allen zukünftigen Projekten auszuschließen. Hätte man dies nicht getan, hätte man sich auf ein Schiedsverfahren mit Moritz einlassen müssen. Moritz forderte im Anschluss eine hohe Entschädigung für seine Entlassung und eine weitere für Rufmord. Da die genauen Zahlen dabei noch nicht feststanden, drohte ein weiterer Rechtsstreit zwischen beiden Parteien. Moritz äußerte sich nach seiner Entlassung, er sei die Konstante in der Filmreihe gewesen und stolz darauf, damals Vin Diesel für den ersten Film gecastet zu haben.
Im September 2020 wurde verkündet, dass sich Universal und Moritz außergerichtlich geeinigt hätten und ihre Zusammenarbeit bei Fast & Furious 9 fortsetzen würden.
Stab und Besetzung