mini|Lage des Bezirks Stary Sambor im Kronland Galizien und Lodomerien Der Bezirk Stary Sambor (bis 1899 Bezirk Stare Miasto oder Bezirk StaremiastoLandesgesetzblatt Galizien Jahrgang 1899, Nr. 115 „Kundmachung der k. k. Statthaltern, betreffend die Änderung des Namens der Stadt Stare miasto in ‚Stary Sambor‘“) war ein politischer Bezirk im Kronland Galizien und Lodomerien. Sein Gebiet umfasste Teile Ostgaliziens in der heutigen Westukraine (Oblast Lwiw, Rajon Staryj Sambir) und Polen (Woiwodschaft Karpatenvorland, Powiat Bieszczady). Sitz der Bezirkshauptmannschaft war die Stadt Stary Sambor. Im November 1918 war der Bezirk nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie am Ende des Ersten Weltkriegs kurzzeitig Teil der Westukrainischen Volksrepublik.
Er grenzte im Norden an den Bezirk Przemyśl, im Nordosten an den Bezirk Sambor, im Südosten an den Bezirk Drohobycz, im Süden an den Bezirk Turka, im Südwesten an den Bezirk Lisko sowie im Westen an den Bezirk Dobromil.
Geschichte Ein Vorläufer des späteren Bezirks (Verwaltungs- und Justizbehörde zugleich) wurde zum Ende des Jahres 1850 geschaffenReichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, Seite 1741, die Bezirkshauptmannschaft Stare Miasto war dem Regierungsgebiet Lemberg unterstellt und umfasste folgende Gerichtsbezirke: Gerichtsbezirk Stare Miasto Gerichtsbezirk Turka Gerichtsbezirk Borynia
Nach der Kundmachung im Jahre 1854Reichsgesetzblatt vom 24. April 1854, Nr. 111, Seite 401 kam es am 29. September 1855 zur Einrichtung des Bezirksamtes Stare Miasto (weiterhin für Verwaltung und Gerichtsbarkeit zuständig) innerhalb des Kreises SanokReichsgesetzblatt vom 4. Juli 1855, Nr. 118, Seite 521.
Nachdem die Kreisämter Ende Oktober 1865 abgeschafft wurden und deren Kompetenzen auf die Bezirksämter übergingen,Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich 1865, XXVI. Stück, Nr. 92: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. September 1865, über die Aufhebung der Kreisbehörden in Galizien“ schuf man nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich 1867 auch die Einteilung des Landes in zwei Verwaltungsgebiete ab. Zudem kam es im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen VerwaltungReichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“ zur Schaffung von getrennten Verwaltungs- und Justizbehörden. Während die gerichtliche Einteilung weitgehend unberührt blieb,Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, XVII. Stück, Nr. 37: „Verordnung des Justizministeriums vom 15. Februar 1867, über die Aufstellung von reinen Bezirksgerichten in Ostgalizien“ fasste man Gemeinden mehrerer Gerichtsbezirke zu Verwaltungsbezirken zusammen.
Der neue politische Bezirk Staremiasto wurde aus folgenden Bezirken gebildet:Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, IX. Stück, Nr. 17: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. Jänner 1867“ Bezirk Staremiasto (mit 30 Gemeinden) Teilen des Bezirks Pudbuż (Gemeinden Niedzielna, Turze, Zdzianna) Teilen des Bezirks Starasól (Gemeinden Bąkowice, Berezów, Markt Chyrów, Chyrowska Posada, Grodowice, Markt Felsztyn, Felsztynska Posada, Laszki, Polana, Stadt Starasól, Sliwnica, Suszyca, Szumina, Stochinia, Tarnawka und Wolcze) Teilen des Bezirks Sambor (Gemeinden Kobło, Straszewice) Teilen des Bezirks Turka (Gemeinden Dniestrzyk Hołowiecky, Lipie, Łopuszanka Chomina, Michnowice)
Der Bezirk Stary Sambor bestand bei der Volkszählung 1910 aus 59 Gemeinden sowie 51 GutsgebietenDie Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle I. und umfasste eine Fläche von 725 km². Hatte die Bevölkerung 1900 noch 56.859 Menschen umfasst, so lebten hier 1910 60.810 MenschenDie Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle II.. Auf dem Gebiet lebten dabei mehrheitlich Menschen mit ruthenischer Umgangssprache (72 %) und griechisch-katholischem Glauben, Juden machten rund 11 % der Bevölkerung ausDie Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle III..
Ortschaften Auf dem Gebiet des Bezirks bestanden 1910 Bezirksgerichte in Stara Sól und Stary Sambor, diesen waren folgende Orte zugeordnetAllgemeines Verzeichnis der Ortsgemeinden und Ortschaften Österreichs nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. Dezember 1910, Seite 381:
Gerichtsbezirk Stara Sól:
Gerichtsbezirk Stary Sambor:
Siehe auch Verwaltungsgliederung Galiziens
Einzelnachweise
Literatur Christian Andreas Steiner: Die territoriale Entwicklung der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit in den Königreichen Galizien und Lodomerien von 1848–1918. Diplomarbeit, Graz 2012 k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium der im österreichischen Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. Wien 1893 k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. XII. Galizien, Wien 1907
Stary Sambor StarySambor Kategorie:Aufgelöst 1919