Der g’schupfte Ferdl ist ein österreichischer Schlager aus dem Jahr 1952, der vor allem in der Coverversion mit Helmut Qualtinger sehr populär wurde. Die Musik und den Text schrieb Gerhard Bronner. 1952 nahm Bronner das Lied auf.
Inhalt Das Lied ist im Wienerischen Dialekt geschrieben und beginnt mit den Worten:
Heute ziagt (= zieht) der g’schupfte(= verrückte; gemeinere Form), in Julius Jakob: Wörterbuch des Wiener Dialektes, Gerlach & Wiedling, Wien 1929; Nachdruck: Harenberg, Dortmund 1980 Ferdl frische Socken an Grün und gelb gestreift, das ist so elegant Schmiert mit feinster Brillantine seine Locken an Putzt si(ch) d’ Schuach und nachher haut er si ins Gwand (= bekleidet er sich) Denn beim Thumser draußt in Neulerchenfeld is Perfektionunangeleitete Übungsstunde in der Tanzschule, zur selbstständigen Perfektionierung des in der vorangegangenen Tanzkurs-Einheit Gelernten
Der blasse Gustav Die bundesdeutsche Version des Liedes beginnt mit den Worten:
Heute zieht der blasse Gustav reine Socken an Frisch gewaschen von Frau Schulz bei der er wohnt Schmiert mit feinster Brillantine seine Locken an Nimmt das Hemd aus Nylon, das er sonst so schont Denn sein Sportverein, der Eintracht heißt, gibt heut einen Ball
Geschichte Dieses Lied war Bronners größter Erfolg. Die Inspiration dazu lieferte ihm ein eigenes Erlebnis: Bronner vergaß seine Aktentasche in den Räumlichkeiten der Wiener Tanzschule Thumser in Neulerchenfeld (Neulerchenfelder Straße 14Das Tanzetablissement Thumser im "G'schupften Ferdl" von Gerhard Bronner auf mediathek.at, abgerufen am 5. Oktober 2023), die tagsüber als Rundfunkstudio genutzt wurden. Als er sie abends abholte, trug sich dort eine Schlägerei zu.Georg Markus: Die ganz Großen. Amalthea, Wien 2000. Bei der Heimfahrt mit der Wiener Stadtbahn fiel Bronner dieses Lied ein.
Er fand jedoch vorerst keinen Verlag und keine Plattenfirma, da diese der Meinung waren, das Lied sei viel zu lang, es verstehe außerhalb von Wien kein Mensch. So ließ Bronner selbst die Platte in kleiner Auflage produzieren. Auf Klage der Tanzschule Thumser, es gäbe bei ihnen keine derartigen Schlägereien, musste Bronner die restlichen Platten vernichten. Da von diesem Vorfall die Zeitungen berichteten, wollten viele Leute nun dieses Lied hören. Daraufhin nahm es Bronner wiederum auf, veränderte jedoch den Namen Thumser zu einem fiktiven Wimmer. Einige Jahre später nahm Helmut Qualtinger das Lied auf, wieder mit dem ursprünglichen Text: Thumser.
Für Deutschland verfasste Bronner eine hochdeutsche Version: Der blasse Gustav. Georg Kreisler schrieb eine englische Version des Liedes mit dem Titel Dirty Ferdy, die von ihm 1958 bei Amadeo auf einer EP mit drei weiteren eigenen englischsprachigen Liedern veröffentlicht wurde.EP Georg Kreisler: Joker II – Midnight-Cabaret bei Discogs
Weblinks Liedtext Der gschupfte Ferdl auf lyrix.at Liedtext Dirty Ferdy auf lyrix.at Gerhard Bronner: Der gschupfte Ferdl auf youtube.com Die drei Jools: Der blasse Gustav auf youtube.com
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1952 Kategorie:Schlager (Lied)