mini|György Moldova (2016) György Moldova (geboren als György Reif am 12. März 1934 in Budapest; gestorben am 4. Juni 2022Meghalt Moldova György. Telex.hu, 4. Juni 2022, abgerufen am 4. Juni 2022. ebenda) war ein ungarischer Schriftsteller.

Leben György Reif wurde Ende 1944 zusammen mit seinen jüdischen Eltern vom faschistischen Pfeilkreuzlerregime im Budapester Zwangsghetto inhaftiert. Reif begann ein Schauspielstudium an der Budapester Theaterakademie, musste das Studium aber 1957 im Zuge der politischen Säuberungen nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes abbrechen.

Moldova schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und begann 1958 für den Film und das Theater zu schreiben. Er wurde auf dem im kommunistischen Ungarn reglementierten Buchmarkt ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Er schrieb über Alltagssituationen aus der Welt der Arbeit, aus verschiedenen Randregionen Ungarns und schrieb auch Satiren.Magazinrundschau, bei Perlentaucher, 16. Dezember 2013, Artikel in Magyar Narancs, 28. November 2013

Moldova erhielt 1973 und 1978 den Attila-József-Preis und 1983 den Kossuth-Preis.

Seit der politischen Wende 1989 schrieb Moldova auch für die Satirezeitschrift Hócipő und er hatte eine wöchentliche Kolumne in der Zeitung Magyar Hírlap.

Moldova schrieb 1988 mit Bűn az élet eine Reportage über den Umgang der ungarischen Polizei mit dem cigánybűnözésBűn az élet… Riport a rendőrökről, Text bei Digitális Irodalmi Akadémia (hu) („Zigeunerkriminalität“). Der von ihm aufgegriffene BegriffZum Begriff siehe auch :hu:Cigánybűnözés ist seither in das Raster der politisch unkorrekten Ausdrucksweisen gefallen, die damit umschriebenen Wahrnehmungen sind auch 30 Jahre später Gegenstand politischer Kontroversen, nicht nur in Ungarn.

Moldova bezeichnete sich auch Jahrzehnte später als Anhänger der Politik des Kommunisten János Kádár, er veröffentlichte 2006, im Jahr des 50. Jahrestages der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes, eine wohlwollende zweibändige Biografie Kádárs, was Péter Esterházy nicht in Bausch und Bogen verurteilt sehen wollte.Magazinrundschau, bei Perlentaucher, 29. August 2006, Artikel in Élet és Irodalom, 25. August 2006

Moldova starb Anfang Juni 2022 im Alter von 88 Jahren.

Werke (Auswahl) Sötét angyal; 1967 Der dunkle Engel; Übersetzung Irene Kolbe; Budapest; Corvina; 1967 Magányos pavilon; Budapest; Magvető Könyvkiadó Der einsame Pavillon; Übersetzung Eva Vajda; München; Desch; 1970 Unter den Gaslaternen. Erzählungen; Übersetzung Hans Skirecki; Berlin; Volk und Welt; 1971 Negyven prédikátor Vierzig Prediger; Übersetzung Hans Skirecki; Berlin; Union-Verlag; VOB; 1977 Hitler Magyarországon; Budapest; Maecenas Könyvk; 1992 Kádár János; 2006

Weblinks

György Moldova, bei Digitális Irodalmi Akadémia honlapján (hu) György Moldova, beim Petöfi-Irodalmi-Museum (PIM) (hu)

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Essay Kategorie:Drama Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Ungarisch) Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Kossuth-Preisträger Kategorie:Person (Budapest) Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Mann