miniatur|Begrüßungsschild am Ortseingang Dünsen ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Harpstedt im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen (Deutschland).
Geografie Lage Die Gemeinde Dünsen liegt mitten im Naturpark Wildeshauser Geest, gut 20 Kilometer südwestlich von Bremen. Ein großer Teil der Gemeinde ist von Waldgebiet umgeben.
Nachbargemeinden Die Gemeinde Dünsen grenzt im Norden an die Gemeinde Groß Ippener, im Osten an die Gemeinde Kirchseelte, im Süden an Hollwedel, Stadt Bassum, im Südwesten an die Gemeinde Beckeln und im Westen an den Flecken Harpstedt.
Flüsse Der Dünsener Bach durchströmt den Ort von Süden nach Norden.
Geschichte Als Ortschaft wurde Dünsen urkundlich 1189 als dunnessen erstmals erwähnt.Wolfgang Haubold: Der Landkreis Oldenburg: Menschen, Geschichte, Landschaft, Holzberg, 1992, S. 69. Überregional bekannt wurde Dünsen durch den „Dünsener Dichterkreis“. Dieser Kreis schloss sich zu einem Dachverband mit den Autorenkreisen Bergisches Land (Wuppertal) und Ruhr-Mark (Hagen) unter dem Namen Die Weggefährten e. V. zusammen. Zum Präsidenten wurde der ehemalige ostpreußische Lehrer Rolf Wilke aus Dünsen gewählt,Welt und Wort 20 (1965), S. 321. der 1960 hier den Roman Der Notweg des Friedrich Wilhelm Bärenbrot. Die romanhafte Chronik eines bitteren Jahrzehnts schrieb,Rolf Wilke: Der Notweg des Friedrich Wilhelm Bärenbrot. Die romanhafte Chronik eines bitteren Jahrzehnts, Das Viergespann, Bad Homburg 1960. in dem er seine ersten Jahre in Bremens ländlicher Umgebung schilderte.
Bis ins Jahr 1977 gehörte Dünsen, wie auch die anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Harpstedt, dem Landkreis Grafschaft Hoya an. Im Zuge der Gebietsreform und der damit verbundenen Auflösung des Landkreises Grafschaft Hoya, wurde Dünsen, wie auch die restlichen sieben Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde, Teil des Landkreises Oldenburg.
Einwohnerentwicklung Zweiter Weltkrieg: knapp 200 Einwohner 1946: 554 Flüchtlinge, Vertriebene und 283 Einwohner 1950: 451 Flüchtlinge, und 386 Einheimische 1958: 500 Neubürger nach Gründung der Muna 2001: 1252 Menschen – die zweithöchste Einwohnerzahl der Samtgemeinde Harpstedt 2008: 1195 Einwohner
miniatur|hochkant|Der Funkturm in Dünsen steht im Gebiet der ehemaligen Muna
Muna Dünsen In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ab 1935 bei Dünsen die Luftmunitionsanstalt Dünsen (Luftmuna) errichtet.Foto der Muna Dünsen auf doatrip.deBunkerruinen als Zeitzeugen, S. 15, Weser-Kurier vom 3. Januar 2021 Muna Dünsen auf "Relikte" Die Anlage mit 120 erdbedeckten Bunkern wurde in einem 155 Hektar großen Waldgebiet nördlich der Ortschaft im Baßmerhooper Wald errichtet. Es wurde dort Munition produziert und gelagert. mini|Zufluchtskirche
Zufluchtskirche Ein besonderes Bauwerk der Evangelischen Landeskirche ist die so genannte „Zufluchtskirche“ für Vertriebene, ein Bauwerk aus dem Jahr 1967, das wegen mangelnder Akzeptanz in ein Kulturzentrum umgewandelt wurde.
Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Dünsen besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern. Die elf Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die letzten Gemeinderatswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen: Partei20212016Ergebnis der Gemeinderatswahl Dünsen vom 11. September 2016, abgerufen am 21. Januar 2017 Wählergemeinschaft Dünsen (WGD) 8 6 Dünsener Bürgerliste (DBL) 3 2 SPD - 3 Bündnis 90/Die Grünen - 0Gesamt11 Sitze11 SitzeWahlbeteiligung58,24 %59,71 %
Bürgermeister Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Hartmut Post (Wählergemeinschaft Dünsen) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.
Wappen Das Wappen der Gemeinde zeigt jeweils einen goldenen Linden- und Eichenstamm auf rotem Grund im Schildfuß. Im nichtheraldisch linken oberen Geviert befindet sich ein schwarzes Kreuz auf silbernem Grund, im anderen Geviert gelb-rote Querstreifen.
Sehenswürdigkeiten
Hofanlage Meyerholz 2, von 1753, 1790, um 1800 und aus dem 19. Jahrhundert Wohn- und Wirtschaftsgebäude Dorfstraße 9 von 1922 Ehemalige Zufluchtskirche, heute Kulturzentrum
Verkehr miniatur|Halt der Museumseisenbahn „Jan Harpstedt“ in Dünsen Dünsen liegt an der Landesstraße 338 zwischen Harpstedt und Kirchseelte. Durch die Gemeinde führt die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn mit der historischen Kleinbahn „Jan Harpstedt“, die auch in Dünsen hält.
Persönlichkeiten Rolf Wilke (* 1899; † 1973), Schriftsteller aus Pommern, lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Dünsen
Literatur Kerstin Bendix-Karsten: Bunkerruinen als Zeitzeugen in Weser-Kurier vom 3. Januar 2021, S. 15
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Oldenburg Kategorie:Ersterwähnung 1189 Kategorie:Munitionsanstalt