Ji’an () ist eine Landgemeinde im Landkreis Hualien in der Republik China (Taiwan).

Lage Ji’an liegt an der osttaiwanischen Pazifikküste unmittelbar südlich der Kreishauptstadt Hualien. Die Nord-Süd- bzw. Ost-West-Ausdehnung des Gemeindegebiets beträgt zwischen 8 und 10 Kilometer. Die benachbarten Gemeinden sind die Stadt Hualien im Nordosten sowie die Landgemeinden Xiulin und Shoufeng im Westen bzw. Süden.

Ji’an befindet sich am nördlichen Ende des Huatung-Tals, das sich parallel zur Küste über etwa 180 Kilometer nach Süden erstreckt. Die natürlichen Grenzen sind der Pazifik im Osten und die Ausläufer des Zentralgebirges im Westen. Geologisch ist das Gemeindegebiet überwiegend eine Schwemmebene, die durch Sedimentablagerungen hier mündender Flüsse entstanden ist.

Das Klima ist subtropisch mit Jahresmitteltemperaturen von 23–24 °C und durch den Monsun geprägt, mit Jahresniederschlagsmengen von über 2000 mm (siehe dazu das Klimadiagramm von Hualien).

Geschichte Die Geschichte Ji’ans ähnelt der der Nachbargemeinden an der taiwanischen Ostküste. Die ursprünglichen Bewohner der Gegend waren austronesische taiwanische Ureinwohner. Eine erste Siedlung im Bereich des heutigen Ji’an wird in dem „Bericht über Taiwan“ () aus dem Jahr 1696 erwähnt. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte die Einwanderung von Han-Chinesen (vorwiegend Hoklo und Hakka) ein.

Zur Zeit der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) wurde die Einwanderung japanischer Siedler an die Ostküste Taiwans gefördert. Dazu wurden Mustersiedlungen gegründet, unter anderem Yoshino (吉野) im heutigen Ji’an. Die Siedlung wurde nach dem gleichnamigen Fluss in der Präfektur Tokushima benannt, woher die meisten der ersten Siedler kamen.

Nach der Übergabe Taiwans an die Republik China im Jahr 1945 mussten die japanischen Siedler das Land wieder verlassen. Die Gemeinde Yoshino wurde am 1. Januar 1948 in Ji’an umbenannt und eine Landgemeinde im neu gebildeten Landkreis Hualien. Nach ihrer Niederlage im Chinesischen Bürgerkrieg (1945–1949) kamen viele Kuomintang-Anhänger vom chinesischen Festland, darunter viele Soldaten und deren Familien, in das Gebiet.

Bevölkerung Mit etwa 83.000 Einwohnern (2025) ist Ji’an in Bezug auf die Bevölkerung die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Hualien. Nach amtlicher Statistik gehörten Ende 2017 15.348 Personen (etwa 18 Prozent) der indigenen Bevölkerung an. Überwiegend handelte es sich um Amis und zum kleineren Teil um Truku.

Landwirtschaft Die fruchtbaren Schwemmböden und das milde Klima begünstigen die landwirtschaftliche Nutzung. Bekannte lokale Agrarprodukte sind Reis, Taro und Lauch.

Verkehr Hauptverkehrsadern sind die in Küstennähe verlaufenden Provinzstraßen 11 und 11C () sowie die weiter im Landesinneren verlaufenden Provinzstraßen 9 und 9C (). Die Taitung-Linie () der Taiwanischen Eisenbahn durchquert Ji’an weitgehend parallel zur Provinzstraße 9 und hat hier einen Haltebahnhof.

Verwaltungsgliederung Gliederung von Ji’an280px Ji’an ist in 18 Dörfer () untergliedert (Nummerierung entsprechend der nebenstehenden Karte). , Beichang , Sheng’an , Yichang , Nanchang , Renli , Tadao , Renhe , Dongchang , Ren'an , Guanghua , Yongxing , Kancheng , Nanhua , Fuxing , Jian , Qingfeng , Yongan , Taichang

Sehenswürdigkeiten Von touristischen Interesse sind die Kultur der indigenen Bewohner mit ihren farbenfrohen Volksfesten, die vielerorts zu findenden Blumengärten und die Möglichkeiten für Fahrradtouren, z. B. entlang der Küste.

Weblinks

Einzelnachweise

Ji’an Ji’an