Clermont-d’Excideuil (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Bewohner werden Clermontois und Clermontoises genannt.
Geografie
Clermont-d’Excideuil liegt etwa 36 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 33 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux und etwa 44 Kilometer nordwestlich von Brive-la-Gaillarde am nordöstlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich am Übergang der Région naturelle des Périgord central zur Région naturelle des Nontronnais. Clermont-d’Excideuil verfügt nicht über ein ausgeprägtes Zentrum. Kirche und Bürgermeisteramt liegen in einem ausgedehnten Straßendorf. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Pontillou, vom Ruisseau des Vaux sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Clermont-d’Excideuil liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum datieren, aus Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum sowie aus metamorphen Gesteinen.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und kaum bewaldete Landschaft, die durch das Tal des Pontillou markant eingeschnitten wird. Die Erhebungen nehmen dabei nach Norden hin zu. So liegt der topografisch höchste Punkt mit im Nordwesten beim Schloss Le Noyer. Der topografisch tiefste Punkt liegt mit im Süden beim Austritt des Pontillou aus dem Gemeindegebiet. Kirche und Bürgermeisteramt liegen auf einer Hochebene auf etwa Höhe.
Rund 70 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend heterogen genutzt, rund 30 % sind bewaldet.
Clermont-d’Excideuil wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Clermont-d’Excideuil Naturrisiken manifestieren sich in Clermont-d’Excideuil als Dürren Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.
Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa zwei Drittel des Gemeindegebiets, insbesondere im Norden und im Südwesten von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1990, 2009 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Clermont-d’Excideuil der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhebliches Radonpotenzial besteht, jedoch bestimmte geologische Faktoren den Radoneintrag in Gebäuden begünstigen können.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien erstmals im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Clarmon weit nach der Besiedelung des Orts. Während der Französischen Revolution wurde Clermont zu Montclair geändert. Die geografische Lage erklärt die Zusammensetzung des Namens. Das okzitanische clar, im französisiert zu cler, clair, kommt aus dem lateinischen clarus (), mont aus mons, montis ().
Der Namenszusatz Excideuil ist der Name des Nachbarorts, der als einer der am ältesten belegten im Périgord gilt. Er erschien 571 im Testament des Aredius von Limoges in der latinisierten Form Excidolium. Er wurde in der Folge im Jahr 1100 in der Schreibweise Issidor festgehalten, im Jahr 1116 erneut in einer latinisierten Form (Monasterium) Excidolii, im 14. Jahrhundert nahe der heutigen Aussprache als Eixiduelh (1339) und schließlich als Exideuil (18. Jahrhundert) und Excideuilh (1725). Die Herkunft des Namens ist unklar und gab Raum zu wilden Hypothesen, die die früheren Formen vernachlässigen. Für einige Etymologen stammt er vom Namen der ägyptischen Göttin Isis ab, deren Kult über Griechenland bis nach Rom führte. Für andere entstammt er einer keltischen Wurzel, die „Stadt der Wasser“ bedeutet oder aber einer anderen Wurzel, die eine eisenreiche Gegend bezeichnet. Die Etymologen, die die Gesetze der Phonetik berücksichtigen, sind sich einig über die Form des ersten Namenselements, nicht über seinen Ursprung, der ein unbekannter gallischer Namen °Exito- sein könnte oder vom lateinischen exitus () stammt, bei beiden Theorien gefolgt vom gallischen °ialo (), das am Ende zu -euil führte.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 111–112, 147–148
Der Ort ist seit der Antike besiedelt, wie die zweihundert Megalithen belegen, die Anfang des 19. Jahrhunderts noch an den Lieu-dits Pierres Brunes und Lavalade existierten.
Im 12. Jahrhundert wurde Geoffroy du Breuil in Clermont-d'Excideuil geboren, der Prior der Abtei Saint-Pierre von Vigeois im heutigen Département Corrèze wurde und dort eine Chronik über das mittelalterliche Limousin verfasste. Die im 12. und 13. Jahrhundert erbaute Kirche zeugt von der mittelalterlichen Vergangenheit des Dorfes. Heidnische Glaubensvorstellungen blieben jedoch stark verbreitet, und der Brunnen Sainte-Catherine soll Ammen beim Milchgeben geholfen haben.
Der Clermont-Tunnel und das Saint-Germain-Viadukt sind die einzigen erhaltenen Überreste der ehemaligen Eisenbahnlinie Thiviers–Excideuil.
Bevölkerungsentwicklung
Der Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen.
Sehenswürdigkeiten Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption hat einen mittelalterlichen Ursprung, der jedoch mehrfach verändert wurde. Das Innere birgt ein im Jahr 2006 restauriertes Altarretabel aus dem 16. und eine polychrom gefasste Statue einer Madonna mit Kind aus dem 17. Jahrhundert, die im Jahr 1961 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Quelle Sainte-Catherine Das im Nordwesten der Gemeinde befindliche Schloss Le Noyer stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde von einem Einwohner erbaut, der in den Vereinigten Staaten zu Reichtum gekommen war
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 91 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Clermont-d’Excideuil erwerbstätig, entsprechend 77,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,7 %) höher war als bei den Frauen (75,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 9 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (7). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 8,0 % (2016) auf 9,6 % (2022).
Branchen und Betriebe 19 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Clermont-d’Excideuil wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt19Fertigung, Bergbau und andere Industrien315,8 %Baugewerbe315,8 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie210,5 %Information und Kommunikation210,5 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten736,8 %Andere Dienstleistungen210,5 %
Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 24 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 22 im Jahr 2000, auf 11 im Jahr 2010 und auf 9 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 62,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 641 Hektar im Jahre 1988 auf 400 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 26,7 Hektar auf 44,4 Hektar.
Verkehr Clermont-d’Excideuil liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die nachgeordnete Departementsstraße D 67 durchquert das Gemeindegebiet nahe des Zentrums, die D 77 entlang der westlichen Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Germain-des-Prés. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Ein Teil der 17 Kilometer langen, stillgelegten Eisenbahnstrecke von Thiviers nach Excideuil kann mit einer Fahrraddraisine () von Privatpersonen befahren werden.
Persönlichkeiten Geoffroy du Breuil († 1184), Chronist des 12. Jahrhunderts, der die Bezeichnung „Albigenser“ prägte, in Clermont geboren
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert