Die Bäckerblume (Eigenschreibweise: BÄCKERBLUME) ist eine seit 1954 erscheinende Kundenzeitschrift, die wöchentlich kostenlos in rund 3500 Bäckereien deutschlandweit ausgelegt wird. Am Anfang noch unter dem Namen „Bäckerkurier“ bekannt, wurde sie Mitte der 1970er Jahre umbenannt. Das heute zwölf Seiten umfassende Heft informiert über das Bäckerhandwerk, Ernährung und enthält Kochrezepte, ein Wochen-Horoskop sowie Kreuzworträtsel. Auch ist eine erweiterte Form der Zeitschrift mit TV-Programm und Rätselteil erhältlich. Bäckereien können auf der Vorder- und Rückseite ihre eigene Werbung eindrucken lassen.
Die Druckauflage lag in den 1970er Jahren bei rund 890.000 Exemplaren, 2004 war sie auf 186.596 und 2024 auf 83.388 geschrumpft.
Publiziert wird die Bäckerblume von der B&L Mediengesellschaft mbH & Co. KG in Hilden, die auch eine Kundenzeitschrift für das deutsche Fleischerhandwerk herausbringt (Lukullus). Für die Anzeigenverwaltung ist die B&R Medienservice GmbH zuständig.
Der Lukullus-Verlag wurde 1952 von Trude Zaeck van Heel und ihrem Ehemann, dem Verleger Bernhard Zaeck van Heel, in Erkrath gegründet.
Mediale Wirkung Die Bäckerblume wird in der Medienbranche häufig als Synonym für ein journalistisch leichtgewichtiges Medium herangezogen. Durch regelmäßiges Auftauchen in Fachdiskussionen und bei spöttischer Bewertung journalistischer Tätigkeiten ist sie für ein Gratismagazin außergewöhnlich bekannt. Als der ehemalige Stern-Redakteur Michael Schophaus dort als Chefredakteur tätig war, konnte er sich vor Häme in den Medien kaum retten. Die Zeitschrift Die Woche vermutete im November 1999, dass Schophaus „mit seinem Brötchengeber so selbstironisch umgeht wie Harald Juhnke mit seinen Alkoholproblemen“ und rief ihn zum „journalistischen Absteiger des Jahres“ aus. Die Süddeutsche Zeitung schrieb damals „Hier ist der Spott das tägliche Brot“, während ihn die Rheinische Post mit der Zeile „Die Bäckerblume lässt sich nicht knicken!“ aufmunterte.
Trivia Hape Kerkeling erwähnte sie in seinem Buch Ich bin dann mal weg:
1980 stellte sich Marius Müller-Westernhagen im Film Theo gegen den Rest der Welt als Auslandskorrespondent der Bäckerblume vor.
In Ausgabe 10/1988 des Satiremagazins Titanic befasste sich der damalige Redakteur Hans Zippert spöttisch, aber ernsthaft mit der Bäckerblume:
In der heute-show, einem Satireformat des ZDF, war die Bäckerblume Gegenstand der Sendung vom 23. Januar 2015. Die gezeigte Titelseite mit der Schlagzeile „Je suis lecker“ war von der Redaktion des Satiremagazins frei erfunden. Noch Mitte 2016 wies der Herausgeber beim Aufruf der Website der Zeitschrift darauf hin, dass der Titel „nie Gegenstand einer realen Ausgabe“ war.
Im Roman „Katzencafé“ von Charlie Jonas, erschienen im Thiele-Verlag 2020, droht der fiktive Lokalchef einer größeren Kölner Tageszeitung seinem Reporter, der unwillig ist, einen bestimmten Artikel zu schreiben, damit, dass der Reporter demnächst bei der Bäckerblume weiterschreiben könne.
Literatur Martin Straaten: Entwicklung und Aufgaben der Einkaufsgenossenschaften des Bäcker- und Konditorenhandwerks in Deutschland. Diss. Univ. Köln 1988, Schriften zum Genossenschaftswesen und zur öffentlichen Wirtschaft Band 26. Duncker und Humblot, Berlin 1989, ISBN 978-3-428-06654-4, S. 74, 146, 194, 247; Helga Kotthoff: Spaß verstehen: zur Pragmatik von konversationellem Humor. Habil.-Schr. Univ. Wien 1996, Reihe Germanistische Linguistik 196, Niemeyer, Tübingen 1998, ISBN 3-484-31196-7, S. 25–30, 60;
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