Der Verein für Leibesübungen Fredenbeck von 1920 e. V., kurz VfL Fredenbeck, ist ein niedersächsischer Sportverein. Er wurde überregional vor allem durch Erfolge seiner Handballmannschaft bekannt und ist der mitgliederstärkste Sportverein der Gemeinde Fredenbeck. Neben Handball werden vom Verein auch die Sportarten Turnen, Gymnastik, Tischtennis, Bogenschießen, Walking, Aerobic, Jazztanz, Badminton, Wassergymnastik, Boxen und Fußball angeboten. Im Jahr 2011 hat der Verein etwa 1.100 Mitglieder.VfL Fredenbeck von 1920 e. V.: Über 25 Jahre Bundesliga-Handball o. J. abgerufen: 30. Oktober 2011. Nachdem der Verein im Jahr 2022 mit dem FC Fredenbeck fusioniert hatte, stieg die Zahl der Mitglieder auf 1.500 an.

Geschichte des Gesamtvereins Am 10. September 1920 wurde der VfL Fredenbeck unter dem Namen Männer-Turn-Verein Klein Fredenbeck und Umgebung gegründet. Trotz seines Namens öffnete sich der Verein auch für weibliche Mitglieder. Bereits 1930 waren mehr als 50 Männer und Frauen aktiv. Am 6. Februar 1946 beschloss die Generalversammlung des Vereins, diesen umzubenennen. Er trägt seitdem seinen heutigen Namen.

1. Herren-Handballmannschaft In der Saison 1969/70, nach Abschluss der Punktserie, musste der VfL Fredenbeck gegen den TV Mahndorf Bremen ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft austragen. Am Ende der regulären Spielzeit 10:10 und nach der ersten Verlängerung 11:11. Erst nach der zweiten Verlängerung musste sich der VfL mit 11:12 geschlagen geben und verpasste damit die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord.

1981 gelang der 1. Herren-Mannschaft als Vizemeister der Aufstieg aus der Regionalliga in die damals neu geschaffene 2. Handball-Bundesliga/Nord. Mit der Fertigstellung der Fredenbecker Geestlandhalle zu Anfang der 1980er Jahre mussten die Punktspiele nicht mehr in der Kreisstadt Stade ausgetragen werden. Unter dem Manager Harald Uhding konnte sich die Mannschaft fest in der Liga etablieren und erreichte in der Spielzeit 1987/88 hinter der SG Weiche-Handewitt die Vizemeisterschaft. In Relegationsspielen gegen den Vizemeister der Handball-Bundesliga/Süd, den TuS Schutterwald, gelang dem VfL Fredenbeck der Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga. Zbigniew Tłuczyński, der Spitzenspieler des Vereins, wurde 1989 auf Anhieb Torschützenkönig der 1. Liga. Bis zur Saison 1993/94 konnte die Mannschaft die Klasse halten und belegte in den sechs Jahren der Erstligazugehörigkeit größtenteils Mittelfeldplätze. Dem Abstieg folgten zwei Spielzeiten in der 2. Handball-Bundesliga/Nord, bevor in der Saison 1995/96 der Wiederaufstieg gelang. Bereits 1995 schaffte es die Mannschaft im DHB-Pokal bis zur Teilnahme am Final-Four-Turnier in Hamburg. Dort unterlag sie jedoch im Halbfinale gegen den HSV Düsseldorf. In der 1. Handball-Bundesliga konnte sich der VfL Fredenbeck nach dem zweiten Aufstieg nur für eine Spielzeit halten. Seit dem direkten Wiederabstieg spielt der VfL Fredenbeck mit unterschiedlichem Erfolg in der 2. Handball-Bundesliga/Nord. In der Saison 2004/05 traten finanzielle Schwierigkeiten der damaligen Trägergesellschaft der Handball-Marketing GmbH, die sich bereits in der vorangegangenen Spielzeit angedeutet hatten, offen zu Tage. Der Spielbetrieb für die damals laufende Saison und die Lizenz für die Spielzeit 2005/06 waren auf Grund der Insolvenz der Handball-Marketing GmbH nicht gesichert. Zwischen dem Manager Gunnar Schmidt und der Führung des Gesamtvereins kam es zum Bruch und eine neue Trägergesellschaft, die VfL Fredenbeck Handball GmbH & Co. KG, wurde gegründet. Obwohl der Spielbetrieb bis zum Ende der Saison fortgesetzt werden konnte, scheiterte die durch Spielerabgänge geschwächte Mannschaft sportlich am Klassenerhalt und belegte als drittletzter Verein der Liga einen Abstiegsplatz. Da der DHB jedoch sechs anderen Vereinen für die darauffolgende Spielzeit keine Lizenz erteilte, war die weitere Zugehörigkeit des VfL Fredenbeck zur zweithöchsten deutschen Spielklasse gesichert.

In der Saison 2005/06 wollte man keine finanziellen Risiken eingehen. Folglich startete der VfL mit einem Mini-Kader in die Serie. Schon vor dem Beginn der Rückrunde zeichnete sich ab, dass der Klassenerhalt nicht zu schaffen ist. Da mit dem sportlichen Misserfolg auch die Zuschauer fernblieben, fehlte das Geld für Neuverpflichtungen. Am Ende der Saison stieg der VfL als Tabellenvorletzter in die Regionalliga ab. Nach 25 Jahren 1. bzw. 2. Bundesliga starteten die Niedersachsen dort einen Neuaufbau.

In der Saison 2009/10 scheiterte der Verein als Vizemeister der Regionalliga/Nord knapp am Wiederaufstieg. Nach der neuen Einteilung der 3. Ligen spielte der VfL bis 2014 in der 3. Liga/Nord gegen den Abstieg. Ein Jahr später belegte die Mannschaft Rang sechs. Anschließend wurde Fredenbeck der West-Staffel zugeteilt, die man überraschend als Vizemeister abschloss. Auf den möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichteten die Niedersachsen, da die finanziellen Mittel für einen Spielbetrieb in der 2. Liga nicht ausreichten. Ab der Saison 2016/17 spielte der VfL Fredenbeck wieder in der Nord-Staffel. Im Dezember 2017 stellte der VfL Fredenbeck gemeinsam mit dem HSV Hamburg einen Zuschauer-Weltrekord auf. Diese spielten in der Barclays Arena vor einer Kulisse von 9.964 Zuschauern. 2018 stieg die Mannschaft als Tabellenfünfzehnter in die Oberliga/Nordsee ab. Nach Platz sechs und acht wurde die Saison 2020/21 im Oktober 2020 abgebrochen. Im Juni 2021 nahm der VfL an der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga teil. Im ersten Spiel unterlag man dem TV Bissendorf-Holte mit 20:28. Im zweiten Spiel besiegte Fredenbeck den MTV Großenheidorn mit 31:25. Mit der besseren Tordifferenz gelang somit am 26. Juni 2021 der Aufstieg in die 3. Liga, aus der der Verein nach der Spielzeit 2021/22 wieder abstieg. Die darauf folgende Saison 2022/23 konnte der VfL äußerst erfolgreich gestalten. Mit 46:6 Punkten stieg man als Meister der Oberliga Nordsee wieder in die 3. Liga auf. Ein Jahr später stieg die Mannschaft in die Regionalliga ab.

Platzierungen der 1. Herren (Handball) SaisonLigaPlatzLigahöhe1968/69Oberliga Nordsee431969/70Oberliga Nordsee2*31970/71Oberliga Nordsee331971/72Oberliga Nordsee131972/73Regionalliga Nord721973/74Regionalliga Nord721974/75Regionalliga Nord721975/76Regionalliga Nord721976/77Oberliga Nordsee231977/78Oberliga Nordsee131978/79Regionalliga Nord1221979/80Oberliga Nordsee131980/81Regionalliga Nord221981/822. Bundesliga Nord821982/832. Bundesliga Nord1121983/842. Bundesliga Nord1321984/852. Bundesliga Nord721985/862. Bundesliga Nord721986/872. Bundesliga Nord521987/882. Bundesliga Nord221988/89Bundesliga911989/90Bundesliga911990/91Bundesliga911991/92Bundesliga611992/93Bundesliga1411993/94Bundesliga1711994/952. Bundesliga Nord221995/962. Bundesliga Nord121996/97Bundesliga1611997/982. Bundesliga Nord521998/992. Bundesliga Nord821999/002. Bundesliga Nord422000/012. Bundesliga Nord822001/022. Bundesliga Nord522002/032. Bundesliga Nord322003/042. Bundesliga Nord1122004/052. Bundesliga Nord1622005/062. Bundesliga Nord922006/07Regionalliga Nord1032007/08Regionalliga Nord432008/09Regionalliga Nord432009/10Regionalliga Nord232010/11Regionalliga Nord532011/123. Liga Nord1232012/133. Liga Nord1332013/143. Liga Nord1432014/153. Liga Nord532015/163. Liga West232016/173. Liga Nord1032017/183. Liga Nord1532018/19Oberliga/Nordsee642019/20Oberliga Nordsee (Corona-Abbruch 20. Spieltag)(8)42020/21Oberliga Nordsee (Corona-Abbruch 3. Spieltag) -42021/223. Liga Staffel A1132022/23Oberliga Nordsee142023/243. Liga Nord/West1532024/25Regionalliga Niedersachsen242025/263. Liga Nord/West63

Pokalhistory der 1. Herren (Handball) SaisonLigahöhePokalRundeGegner (Ligahöhe)1981/822DHB-Pokal2. HauptrundeFrisch Auf Göppingen (1. Liga)1982/832DHB-Pokal2. HauptrundeMTSV Schwabing (1. Liga)1983/842DHB-Pokal1. HauptrundeVfL Hameln (2. Liga)1984/852DHB-Pokal2. HauptrundeTHW Kiel (1. Liga)1985/862DHB-Pokal1. HauptrundeOSC Dortmund (1. Liga)1986/872DHB-Pokal2. HauptrundeTuSEM Essen (1. Liga)1987/882DHB-Pokal1. HauptrundeTuSEM Essen (1. Liga)1988/891DHB-Pokal2. HauptrundeTuSEM Essen (1. Liga)1989/901DHB-Pokal1. HauptrundeSG VTB/Altjührden (2. Liga)1990/911DHB-Pokal1. HauptrundeTHW Kiel (1. Liga)1991/921DHB-Pokal5. HauptrundeTSV Milbertshofen (1. Liga)1992/931DHB-Pokal2. HauptrundeSC Magdeburg (1. Liga)1993/941DHB-Pokal2. HauptrundeHC Empor Rostock (2. Liga)1994/952DHB-PokalHalbfinaleHSV Düsseldorf (1. Liga)1995/962DHB-Pokal2. HauptrundeSC Magdeburg (1. Liga)1996/971DHB-Pokal3. HauptrundeHSG LTV/WSV Wuppertal (2. Liga)1997/982DHB-Pokal1. HauptrundeSV Post Schwerin (2. Liga)1998/992DHB-Pokal2. HauptrundeTuSEM Essen (1. Liga)1999/002DHB-Pokal3. HauptrundeSV Post Telekom Schwerin (2. Liga)2000/012DHB-Pokal2. HauptrundeHSG Nordhorn (1. Liga)2001/022DHB-Pokal1. HauptrundeTSG A/H Bielefeld (2. Liga)2002/032DHB-Pokal2. HauptrundeTSV Burgdorf (Regionalliga)2003/042DHB-Pokal2. HauptrundeHSV Hamburg (1. Liga)2004/052DHB-Pokal3. HauptrundeHSG Nordhorn (1. Liga)2005/062DHB-Pokal2. HauptrundeTuSEM Essen (Regionalliga)2006/073DHB-Pokal2. HauptrundeHSG Handball Lemgo II (Oberliga)2007/083DHB-Pokal3. HauptrundeASV Hamm (2. Liga)2008/093DHB-Pokal1. HauptrundeTSV Bremervörde (2. Liga)2010/113DHB-Pokal2. HauptrundeTHW Kiel (1. Liga)2011/123DHB-Pokal2. HauptrundeLudwigsfelder HC (Oberliga)7 (V)DHB-Pokal1. HauptrundeVfL Edewecht (3. Liga)2012/133BHV-PokalFinaleSG Achim/Baden (3. Liga)2013/143BHV-PokalSiegerSG Achim/Baden (3. Liga)2014/153DHB-Pokal1. HauptrundeGWD Minden (1. Liga)2015/163DHB-Pokal1. HauptrundeTHW Kiel (1. Liga)2016/173DHB-Pokal1. HauptrundeTHW Kiel (1. Liga)

Titel und Erfolge Titel Meister der 2. Bundesliga Nord: 1996 Meister der Oberliga Nordsee (3. Liga): 1972, 1978, 1980 Meister der Oberliga Nordsee (4. Liga): 2023 Sieger des BHV-Pokal: 2014 Andere Erfolge Halbfinale DHB-Pokal: 1995 Platz 6 Bundesliga: 1992 Vizemeister der 2. Bundesliga Nord: 1988, 1995 Vizemeister Regionalliga Nord (2. Liga): 1981 Vizemeister der 3. Liga West: 2016 Vizemeister Regionalliga Nord (3. Liga): 2010 Vizemeister der Oberliga Nordsee (3. Liga): 1970, 1977 Vizemeister der Aufstiegsrunde zur 3. Liga: 2021 Vizemeister der Regionalliga Niedersachsen: 2025

Bekannte Spieler Jean Baruth, ehem. deutscher Nationalspieler Andreas Neitzel, DDR-Nationalspieler Predrag Peruničić, serbischer Handballspieler Andreas Rojewski, deutscher Nationalspieler Christian Schwarzer, deutscher Nationalspieler und Mitglied der Weltmeistermannschaft 2007 Spasoje Skercevic, genannt Mane, Spieler und später Trainer Goran Stupar, jugoslawischer Nationalspieler Zbigniew Tłuczyński, genannt Binjo, polnischer Nationalspieler

Weblinks

Website des Gesamtvereins Kultclub Fredenbeck. Ein Dorf in der großen Handballwelt. In: Spiegel Online, 24. Oktober 2011.

Einzelnachweise

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