mini|Jan Huisken

Jan Huisken (* 26. November 1974 in Göttingen) ist ein deutscher Physiker. Er ist seit 2016 Forschungsgruppenleiter und Direktor der Abteilung Medical Engineering am Morgridge Institute for Research an der University of Wisconsin in Madison. Huisken gilt als Mitbegründer der modernen Lichtblattmikroskopie und wurde für seine Arbeiten mit der Medaille für Lichtmikroskopie 2017 der Royal Microscopical Society (RMS) ausgezeichnet.  

Leben Huisken studierte Physik an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Anschließend war er Doktorand im Internationalen Doktorandenprogramm des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg. In der Gruppe von Ernst H. K. Stelzer forschte er an optischen Fallen und hochauflösender Fluoreszenzmikroskopie von 2000 bis 2004. Im Mittelpunkt standen dabei seine Arbeiten an der multidimensionalen Lichtblattmikroskopie (Selective Plane Illumination Microscopy, SPIM) und dessen Anwendungen in den Lebenswissenschaften. Huisken schloss diese Arbeiten 2004 mit der Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ab. Als eine der ersten Anwendungen der Lichtblattmikroskopie wandte Huisken sich der Untersuchung von Medaka-Embryos im Labor von Joachim Wittbrodt zu. Im Jahr 2005 wechselte Huisken für eine Post-Doktorandenstelle in die Gruppe von Didier Stainier an der University of California in San Francisco. Mit seinem selbst erbauten Mikroskop erforschte er dort die kardiovaskuläre Morphogenese und Funktion im Zebrafisch. Durch diese Arbeiten gelang ihm ein Durchbruch als heute internationaler Mikroskopentwickler.

Von 2010 bis 2016 war Huisken eigenständiger Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, Deutschland. 2013 trat er auch dem Zentrum für Systembiologie in Dresden bei. Seit 2016 ist er Gruppenleiter und Direktor der Abteilung Medical Engineering am Morgridge Institute for Research in Madison an der University of Wisconsin in Madison. 2021 wurde Huisken auf eine Alexander-von-Humboldt-Professur an die Georg-August-Universität Göttingen berufen.

Huisken ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Auszeichnungen

2017: Medaille für Lichtmikroskopie der Royal Microscopical Society (RMS) 2015: Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) 2015: Young Investigator der European Molecular Biology Organization (EMBO) 2011: Career Development Award des Human Frontier Science Program (HFSP) 2009: Postdoktorales Stipendium des Cardiovascular Research Institutes, University of California, San Francisco 2006: Fachübergreifendes postdoktorales Stipendium des Human Frontier Science Program (HFSP)

Literatur

Brian Mattmiller: A novel data storage project unshackles microscopy from data overload. College of Engineering, UW-Madison, 19 Oct 2017. Brian Mattmiller, Jan Huisken: Building a better, smarter microscope. Morgridge Institute for Research, News & Stories, 7 Mär 2017. Brian Mattmiller: Focus on new faculty: Jan Huisken, developing new tools for biological imaging. College of Engineering, UW-Madison, News Details, 12 Mär 2016. Brian Mattmiller: New Morgridge research team leader foresees era of 'smart microscopes'. Morgridge Institute for Research, News & Stories, 10 Mär 2016. Herzschlag in 3D. Max-Planck-Forscher beobachten Zebrafisch-Herz bei der Arbeit. Max-Planck-Gesellschaft, Newsroom, 22 Jul 2014. Fundamentals of Embryo Development uncovered in real time. High-speed light sheet microscopy. Andor, Learning Academy.

Ausgewählte Publikationen

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann Kategorie:Inhaber einer Alexander-von-Humboldt-Professur