Der Große Preis von Österreich 1998 (offiziell XXII Grosser Preis von Österreich) fand am 26. Juli auf dem A1-Ring in Spielberg statt und war das zehnte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998.
Bericht
Hintergrund Nach dem Großen Preis von Großbritannien führte Mika Häkkinen in der Fahrerwertung mit zwei Punkten vor Michael Schumacher und mit 26 Punkten vor David Coulthard. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit drei Punkten vor Ferrari und mit 54 Punkten vor Benetton.
Mit Jacques Villeneuve (einmal) trat der bisher einzige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Freitagstraining Mit einer Zeit von 1:13,703 Minuten fuhr Coulthard die schnellste Runde, nur rund ein Tausendstel vor Giancarlo Fisichella und vier Hundertstel vor Häkkinen. Die beiden Ferrari belegten die Plätze sieben und acht, mit Michael Schumacher rund sieben Zehntel auf Platz sieben. Alle Fahrer lagen innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert.
Samstagstraining Erneut erzielte Coulthard die schnellste Zeit, rund zwei Sekunden schneller als am Vortag, dicht gefolgt von Häkkinen. Eddie Irvine folgte mit beinahe einer Sekunde Rückstand auf Platz drei, Heinz-Harald Frentzen auf vier und Michael Schumacher auf fünf. Alle gezeiteten Fahrer lagen innerhalb von dreieinhalb Sekunden.
Qualifying Zu Beginn des Qualifyings begann es zu regnen, erst am Ende der Session trocknete die Strecke allmählich ab. Fisichella konnte als einziger eine Zeit unter 1:30 Minuten setzen und holte sich vor Jean Alesi, Häkkinen und Michael Schumacher die Pole-Position. Coulthard, der bisher beide Trainingssitzungen dominierte, kam mit der nassen Strecke nicht zurecht und platzierte sich nur auf Platz 14. Alle platzierten Fahrer lagen innerhalb von fünfeinhalb Sekunden. Für Fisichella war es die erste von insgesamt vier Poles in seiner Karriere.
Warm-Up Im Warm-Up belegten beide McLaren wieder die ersten beiden Plätze, um rund eine Sekunde gefolgt von den Ferrari mit Michael Schumacher auf Platz drei. Fisichella, der am Samstag bei schwierigen Bedingungen die Pole-Position erreicht hatte, kam nur Platz acht.
Rennen
Olivier Panis blieb beim Start stehen, da seine Kupplung versagte. Währenddessen startete Häkkinen am besten und ging noch vor der ersten Kurve in Führung. Derweil brach dahinter das völlige Chaos aus, wo viele Fahrer kollidierten. Auslöser war Toranosuke Takagi, dessen Wagen beim Anbremsen zur ersten Kurve mit dem Heck ausbrach. Er touchierte die Boxenwand und stieß mit dem Heck voraus in Johnny Herbert. In Kurve zwei drehte sich Pedro Diniz beim Anbremsen, wie Takagi, und fuhr seitwärts in seinen Teamkollegen Mika Salo. Unter anderem wurde auch noch Coulthard getroffen und drehte sich ebenfalls. Als Salo mit Übersteuern eine Drehung versuchte, geriet er in Coulthards Frontflügel und zerstörte sich seinen rechten Hinterreifen. Durch das Chaos in beiden Kurven wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt.
Beim Restart verteidigte Häkkinen seine Führung und führte vor Michael Schumacher, der knapp hinter ihm war, das Rennen an. Michael Schumacher versuchte in Kurve vier an Häkkinen vorbeizugehen, verschätzte sich aber und wurde von Fisichella kurzzeitig überholt. Während Rubens Barrichello beinahe an Michael Schumacher vorbeikam, musste er frühzeitig wegen Bremsproblemen aufgeben. Michael Schumacher befand sich auf einer Zweistoppstrategie und musste unbedingt an Häkkinen vorbei, der mit einer Einstoppstrategie fuhr. Als Michael Schumacher erneut in Kurve vier Häkkinen zu überholen versuchte, verbremste er sich erneut und rutschte dieses Mal in das Kiesbett hinaus. Durch die hohe Geschwindigkeit wurde der Wagen heftig durchgeschüttelt, woraufhin der Frontflügel wegbrach. Als Michael Schumacher in der Box eine neue Nase abholte, lag er fast eine Runde hinter dem führenden Häkkinen.
Coulthard und Michael Schumacher begannen eine Aufholjagd vom Ende des Feldes, Frentzens Motorschaden sowie Fisichellas und Alesis Unfälle brachten die beiden rasch nach vorne. Michael Schumacher versuchte danach rundenlang, an seinem Bruder Ralf Schumacher vorbeizukommen, der sich verbissen wehrte. Nach mehreren Runden konnte Michael Ralf überholen und begann auf den drittplatzierten Irvine aufzuholen, der unter angeblichen Bremsproblemen litt. Fünf Runden vor Rennende konnte Michael Schumacher noch Irvine vor der Remus-Kurve überholen und den dritten Platz erreichen. Nach dem Rennen kommentierte Norbert Haug die Szenen rund um Irvines Bremsprobleme süffisant:
Haug spielte damit unter anderem auf den Verbremser von Irvine an, der Michael Schumacher den dritten Platz ermöglichte.
Häkkinen gewann schlussendlich das Rennen vor Coulthard und Michael Schumacher. Irvine wurde Vierter, Ralf Schumacher Fünfter und Villeneuve Sechster.
Coulthard sicherte sich mit 1:12,878 Minuten die schnellste Runde.
Sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW20 Mecachrome 3.0 V10 2 3 Ferrari F300 Ferrari 3.0 V10 4 5 Benetton B198 Playlife 3.0 V10 6 7 McLaren MP4/13 Mercedes-Benz 3.0 V10 8 9 Jordan 197 Mugen-Honda 3.0 V10 10 11 Prost AP01 Peugeot 3.0 V10 12 14 Sauber C17 Petronas 3.0 V10 15 16 Arrows A19 Arrows 3.0 V10 17 18 Stewart SF2 Ford Zetec-R 3.0 V10 19 20 Tyrrell 026 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 21 22 Minardi M198 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 23
Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:29,598 1 2 1:30,317 2 3 1:30,517 3 4 1:30,551 4 5 1:31,005 5 6 1:31,028 6 7 1:31,515 7 8 1:31,651 8 9 1:31,917 9 10 1:32,081 10 11 1:32,083 11 12 1:32,099 12 13 1:32,206 13 14 1:32,399 14 15 1:32,718 15 16 1:32,906 16 17 1:33,185 17 18 1:33,205 18 19 1:33,399 19 20 1:34,090 20 21 1:34,536 21 22 1:34,910 22 107-Prozent-Zeit: 1:35,870 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:29,598 min)
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 71 1 1:30:44,086 3 1:13,412 (31.) 2 71 2 + 5,289 14 1:12,878 (30.) 3 71 2 + 39,092 4 1:13,029 (41.) 4 71 2 + 43,976 8 1:14,066 (58.) 5 71 2 + 50,654 9 1:13,972 (69.) 6 71 1 + 53,202 11 1:13,730 (66.) 7 71 2 + 1:13,624 15 1:14,135 (63.) 8 70 1 + 1 Runde 18 1:14,639 (63.) 9 70 2 + 1 Runde 17 1:14,040 (70.) 10 70 1 + 1 Runde 16 1:15,709 (59.) 11 70 1 + 1 Runde 21 1:15,575 (37.) 12 69 2 + 2 Runden 22 1:16,100 (28.) – 51 2 DNF 12 1:15,610 (43.) – 30 3 DNF 19 1:15,769 (19.) – 21 1 DNF 1 1:14,044 (20.) – 21 0 DNF 2 1:14,791 (21.) – 16 0 DNF 7 1:15,446 (16.) – 8 0 DNF 5 1:16,822 (5.) – 3 0 DNF 13 2:02,090 (2.) – 1 0 DNF 6 1:57,392 (1.) – 0 0 DNF 10 – – 0 0 DNF 20 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Mercedes 66 2 Ferrari 58 3 McLaren-Mercedes 36 4 Ferrari 32 5 Benetton-Playlife 17 6 Benetton-Playlife 15 7 Williams-Renault 12 8 Williams-Mecachrome 8 9 Stewart-Ford 4 10 Arrows 3 11 Sauber-Petronas 3 12 Jordan-Mugen-Honda 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 13 Sauber-Petronas 1 14 Arrows 1 15 Stewart-Ford 1 16 Jordan-Mugen-Honda 0 17 Minardi-Ford 0 18 Tyrrell-Ford 0 19 Minardi-Ford 0 20 Prost-Peugeot 0 21 Tyrrell-Ford 0 22 Prost-Peugeot 0 23 Stewart-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 102 2 90 3 32 4 20 5 5 6 4 Pos. Konstrukteur Punkte 7 4 8 3 9 0 10 0 11 0
Einzelnachweise
#1998 Osterreich Kategorie:Sportveranstaltung in Spielberg (Steiermark) Kategorie:Red Bull Ring