Velký Horšín (deutsch Groß Gorschin) ist eine Wüstung in der Gemeinde Rybník nad Radbuzou (deutsch Waier) im westböhmischen Okres Domažlice in Tschechien.

Geographie Das Dorf Groß Gorschin lag etwa 5 km südwestlich von Muttersdorf und 2 km nordöstlich von Waier.Josef Bernklau: Großgorschin. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 318. Die Radbuza befindet sich ungefähr 750 m entfernt im Tal westlich von Groß Gorschin. Östlich von Groß Gorschin entspringt das Groß Gorschiner Wasser, wird bei Groß Gorschin zu einem Teich aufgestaut und mündet 750 m weiter westlich in die Radbuza.Ludwig Schötterl: Die Gewässer. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 22.

Geschichte Groß Gorschin wurde 1579 erstmals schriftlich erwähnt. 1644 werden Groß Gorschin und Klein Gorschin getrennt als zu Muttersdorf gehörig aufgeführt. Außerdem kam Groß Gorschin 1644 zum Gut Schwanenbrückl, das dem Johann Georg von Wiedersperg gehörte. 1660 verkaufte dieser das Gut Schwanenbrückl an seinen Bruder Johann Jakob von Wiedersperg für 6773 Schock Groschen. Groß Gorschin hatte 1644 6 Höfe und 2 Ödungen. Die Besitzer hießen: Hans Stelzig, Girgl Wolf, Hans Sperl, Hans Stich, Hans Penket und Wastl Widl. 1654 gehörten zu den 6 Höfen 8 Ochsen, 12 Kühe, 12 Kälber, 2 Schafe und 31 Schweine. Zur Gemeinde Groß Gorschin gehörten außer Groß Gorschin selbst noch Klein Gorschin, Pfaffenberg und Putzbühl.

Die Gemeinde Groß Gorschin gehörte zur Pfarrei Muttersdorf. Auch die Kinder gingen zunächst nach Muttersdorf in die Schule, ab 1789 dann nach Waier.

In Groß Gorschin befand sich eine Station des Militär-Kordon, der 1772 bis 1822 der Grenzbewachung diente.Johann Micko: Der Grenzverkehr. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 872–873

1948 erfolgte die Eingemeindung nach Rybník. Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen 1644 k. A. 6 Hausbesitzer 1789 k. A. 12 Häuser 1839 99 12 Häuser 1913 103 13 Häuser 1921 97 1930 81 14 Häuser Volkszählungsergebnisse vom 1. Dezember 1930. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 882

Siehe auch Liste der Wüstungen im Okres Domažlice

Literatur Franz Liebl u. a. (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz mit den deutschen Siedlungen im Bezirk Taus. Furth im Wald 1967. Zdeněk Procházka: Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer des Böhmischen Waldes – Tauser Teil. Übersetzung ins Deutsche: A. Vondrušová, Verlag Nakladatelství Ceského lesa Domažlice

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Rybník nad Radbuzou Kategorie:Ersterwähnung 1579 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1948