Groß Heide ist ein Ortsteil der Stadt Dannenberg (Elbe) in der Samtgemeinde Elbtalaue im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.
Das Dorf liegt vier Kilometer – über die Kreisstraße 1 sieben Kilometer – südlich des Zentrums von Dannenberg.
Geografie Die Gemarkung Groß Heide umfasst eine Fläche von ca. 556 Hektar. Das Dorf liegt in der Jeetzelniederung auf einer Höhe von etwa 14,50 m über NHN. Vor Hochwasser aus der Altmark und Rückstau des Jeetzelkanals bei Elbe-Hochwasser schützende Deiche wurden um 1960 fertiggestellt. Die Flur umfasst die Bodenarten: Sand, anmooriger Sand, anlehmiger Sand und Moor, mit manchmal salzigem Grundwasser. Äcker haben durchschnittlich eine Bodenpunktzahl von 24 bis 30 – nur einige wenige Flächen liegen darüber. Die Flurnamen deuten auf einen wendischen Ursprung des Dorfes hin. Über ¾ der alten Flurnamen in der Feldmark können der polabischen Sprache zugeordnet werden. Groß Heide liegt auf einem Salzstock.Hennings, Beate: Ortschronik Groß Heide, „In Groß Heide zu Hause“ Groß Heide ist 1600 schon im Mellinger AtlasMellinger, Johann, Karte aus: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600, Herausgegeben und kommentiert von Peter Aufgebauer, Kirstin Casemir, Ursula Geller, Dieter Neitzert, Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2001 zu finden. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Siedlung verschiedene Ortsnamen erhalten: Tor Slotesheyde, Fritzenheide, Gümser Heyde, Heyde, Grossenheide, Gr. Heide und schließlich Groß Heide.
Einwohnerentwicklung Im Jahr 2020 lebten 126 Einwohner (incl.20 Kinder) in den verschiedensten Berufen (incl. Kunst) und Selbstständigkeiten im Ort.
Zu den Vereinen und Gruppen gehören die Freiwillige Feuerwehr Groß Heide (1. Gründung 1888), der monatliche Frauenstammtisch, das historische Dorfgasthaus (Schulz) und der Wunderpunkt bei der kulturellen Landpartie.
Geschichte mini|Regionaltypisches Hallenhaus im Ortsgebiet
Für das Jahr 1848 wird angegeben, dass Groß Heide 36 Wohngebäude hatte, in denen 189 Einwohner lebten. Zu der Zeit war der Ort in die Parochie St. Annen in Dannenberg eingepfarrt und die Schule befand sich in Groß Heide. Am 1. Dezember 1910 hatte Groß Heide als eigenständige Gemeinde im Kreis Dannenberg 162 Einwohner. Am 1. Juli 1972 wurde der Ort nach Dannenberg eingemeindet.
Erste Nennung des Dorfes 1450 im Winsener SchatzregisterStadtarchiv Lüneburg, Das Winsener Schatzregister von 1450 / Hrsg. und mit geschichtlichen Erläuterungen versehen von Pastor Meyer, Pastor in St. Dionys, Herold & Wahlstab, 1891 Stadtarchiv Lüneburg 1 Band: 1450 – 1450 Signatur: AB Nr. 74a/ 1 (Steuerstelle) im Amt Dannenberg als „tor Slotesheyde“Kühnel, Paul, Die slawischen Orts – und Familiennamen im Lüneburgischen, mit einem Vorwort und einem Verzeichnis der slavischen Wortstämme herausgegeben von Ernst Eichler, Leipzig 1982, Reprint der Originalausgabe; S. 195 Nr. 202 (tor = zur Schloßheide; oder nach Antje SchmitzSchmitz, Antje, Die Siedlungsnamen und Gewässernamen des Kreises Lüchow – Dannenberg, 1999 Wachholtz Verlag, Kieler Beiträge zur deutschen Sprachgeschichte, Herausgegeben von Friedhelm Debus und Wolfgang Laur, Band 19, S. 83 Nr. 102: Siedlung bei der Heide, die von Wasserläufen, Abzugsgräben durchzogen ist; slot = zwischen zwei Grundstücken gezogener Wassergraben und Heide = sandige, unbebaute, wild bewachsene Fläche … Wald mit Kiefernbestand), bis 1593 dem Adels- bzw. Rittergeschlecht von dem Berge zu Gümse (bei Dannenberg/Elbe) gehörigNippert, Klaus, Nachbarschaft der Obrigkeiten, Zur Bedeutung frühneuzeitlicher Herrschaftsvielfalt am Beispiel des Hannoverschen
Wendlands im 16. und 17. Jahrhundert, 2000, Verlag Hahnsche Buchhaltung Hannover, S. 279, danach dem Amt (Marschvogtei) Dannenberg zugehörig. Groß Heide wird hier als einer der Wasserdörfer genannt.
In den Jahren 1410 und 1431 Werner von dem Berge, 1436 Geverd von dem Berge, 1452 und 1470 Segeband von dem Berge. Zu diesem Zeitpunkt besteht es aus 6 Hufen/Höfe bzw. 6 Hakenhöfe. Durch Höfeteilungen sind bis 1851 aus den 6 Vollhufen 8 Halbhufen, 8 Viertelhufen entstanden und ein Kossater ist dazugekommen. Heute (2021) wirtschaften in Groß Heide ein Ackerbauer mit seiner Familie und ein Bio-Landwirt am Dorfrand.
Verkoppelung/Gemeinheitsteilung: Beginn 1851 – Unterschriften erfolgten 1857/58; Ablösungen: Verträge von 1867.
Kirchliche Zugehörigkeit:
Friedhof und Kapelle von 1510 bis 1871 St. Annen Gemeinde – zusammen mit 17 weiteren Dörfern (der Platz, auf dem die Kapelle stand, und der Kirchhof/Friedhof ist in der Nähe des heutigen Prochaskaplatzes in Dannenberg.), der heutige Friedhof ist seit 1872 in Groß Heide; Trauungen finden in der St.-Johannis-Gemeinde in Dannenberg statt.
Schule:
Mindestens seit 1651 im Gesamtschulverband 8 – zusammen mit den Nachbardörfern Klein Heide, Langenhorst, Soven (Wasser) Liepe und Prabstorf. Die Schule in Groß Heide wird im Zuge der Gemeindereform 1972 aufgelöst.
Siehe auch Liste der Baudenkmale in Groß Heide
Literatur Beate Hennings: In Groß Heide zu Hause. Selbstverlag, Groß Heide 2019.
Weblinks
Fotos aus Groß Heide auf wendland-archiv.de
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Dannenberg (Elbe)) Kategorie:Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lüchow-Dannenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972