Stare Sady () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage Stare Sady liegt am Westufer des Talter Gewässers () inmitten der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Bis zur Stadt Mikołajki sind es fünf Kilometer in südöstlicher Richtung, und die Kreisstadt Mrągowo () liegt 16 Kilometer in westlicher Richtung.

Geschichte Das Gründungsjahr von Schaden ist das Jahr 1499Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Schaden. Am 8. April 1874 wurde das Dorf Sitz und namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Schaden, der bis 1945 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. In die Landgemeinde Schaden waren die Ortschaften Doschen (polnisch Dosie, nicht mehr existent), Neu Schaden (Nowe Sady) und Zymowo (1929 bis 1945 Winterau, polnisch Cimowo) eingegliedertSchaden (Landkreis Sensburg) bei GenWiki.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Schaden gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Schaden stimmten 200 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 115

1945 wurde Schaden in Kriegsfolge mit dem gesamten südlichen Ostpreußen an Polen überstellt und erhielt die polnische Namensform „Stare Sady“. Es ist heute Sitz eines Schulzenamtes () und als solches ein Ortsteil der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet.

Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 161 1839 264 1867 344 1898 326 1905 283 1910 284 1933 278 1939 266 2011 208Wieś Stare Sady w liczbach.

Amtsbezirk Schaden (1874–1945) Der Amtsbezirk Schaden bestand bei seiner Errichtung 1874 aus sieben Dörfern, am Ende waren es noch vier:

Name Geänderter Name1938 bis 1945 Polnischer Name Bemerkungen Heydebruch nach Prawdowen eingegliedert Klonn Zwerghöfen Klon 1928 nach Selbongen eingegliedert Lubjewen Grünbruch Lubiewo Neuwalde Wioska nach Prawdowen eingegliedert Prawdowen (ab 1929:)Wahrendorf Prawdowo Schaden Stare Sady Selbongen Zełwągi

Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Schaden die Orte: Grünbruch, Schaden, Selbongen und Wahrendorf.

Kirche Bis 1945 war Schaden – hier waren 1905 von 283 Einwohnern 274 evangelischer Konfession – in das Kirchspiel der Evangelischen Pfarrkirche NikolaikenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und außerdem in die katholische – neun der 283 Einwohner waren 1905 katholisch – Pfarrkirche St. Adalbert Sensburg im Bistum Ermland eingegliedert.

Der Bezug der evangelischen Einwohner Stare Sady zur jetzt Mikołajki genannten Stadt besteht weiterhin, allerdings gehört sie jetzt zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Auch die katholischen Einwohner Stare Sadys sind jetzt nach Mikołajki im Bistum Ełk eingepfarrt.

Verkehr Stare Sady ist über Nowe Sady (Neu Schaden) und Prawdowo (Prawdowen, 1929 bis 1945 Wahrendorf) mit der Landesstraße 16 durch eine untergeordnete Nebenstraße verbunden. Ein Bahnanschluss besteht nicht.

Einzelnachweise

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