Black Panther: Wakanda Forever ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm von Ryan Coogler, der am 9. November 2022 in die deutschen Kinos und am übernächsten Tag in die US-Kinos kam. Es handelt sich bei dem von den Marvel Studios produzierten Film um eine Fortsetzung zu Black Panther (2018) und den 30. Spielfilm innerhalb des Marvel Cinematic Universe (MCU).
Handlung Das Königreich Wakanda befindet sich nach dem Tod seines Königs T’Challa in Trauer. Weil er in Wien vor den Vereinten Nationen versprochen hatte, die Technologien und Ressourcen seines Landes zum Wohl der ganzen Menschheit einzusetzen und das afrofuturistische Königreich so gegenüber der Welt zu öffnen, kommt es zu Spannungen mit anderen Nationen. Wakandas amtierende Königin Ramonda, T’Challas Mutter, weigert sich, Vibranium und die darauf basierende Technologie mit dem Rest der Welt zu teilen, da sie um die Auswirkungen und den Frieden auf der Welt fürchtet.
Die USA sind unterdessen mit ihrer Suche nach Vibranium im Atlantischen Ozean erfolgreich. Mithilfe eines Sensors sind sie am Grund des Meeres auf ein kleines Vorkommen gestoßen. Bei näherer Untersuchung werden sie jedoch von unbekannten humanoiden Kreaturen aus dem Meer angegriffen, bei dem die gesamte Besatzung des Forschungsschiffs ums Leben kommt. US-Behörden machen Wakanda für den Angriff verantwortlich.
Kurz darauf taucht ein Mann mit spitzen Ohren und geflügelten Knöcheln in einer aus Vibranium bestehenden Rüstung in Wakanda auf. Er fordert, dass Wakanda die Ingenieurin, die den Vibranium-Sensor entworfen hat, findet und an ihn ausliefert, da ansonsten Krieg mit seinem Reich drohe. Shuri, T’Challas Schwester, und die Generalin der Dora Milaje, Okoye, machen sich auf den Weg in die USA und erfahren von ihrem Freund, dem CIA-Mitarbeiter Everett Ross, dass die junge MIT-Studentin Riri Williams den Sensor entwickelt hat. Um sie zu schützen, möchten sie das junge Genie nach Wakanda bringen, werden aber, noch bevor sie die USA verlassen können, von den gleichen Kreaturen angegriffen, die auch den Angriff auf das Schiff durchgeführt haben. Ein Kampf gegen die übermenschlich starken Wassermenschen entbrennt, an dessen Ende Shuri und Riri in deren Königreich Talocan, eine Unterwasserstadt, gebracht werden. Dort treffen sie den Mann mit den geflügelten Knöcheln wieder, der sich als König Namor vorstellt und Shuri in seine Pläne einweiht, die Oberflächen-Welt anzugreifen und zu unterwerfen. Vor rund 500 Jahren flüchtete sein Volk, ein Stamm der Maya, der durch eine mit Vibranium angereicherte Pflanze zu Wasser-Menschen mutierte, vor den spanischen Konquistadoren in den Ozean, wo sie fortan lebten. Namor, zu der Zeit ungeboren im Bauch seiner Mutter, kam kurz darauf als Mutant zur Welt. Mit der Fähigkeit, Luft und auch unter Wasser zu atmen, zu fliegen und übermenschlicher Kraft wurde er zum König von Talocan gekrönt. Dem Wunsch seiner Mutter, in der alten Heimat begraben zu werden, folgend, kehrte er als junger Mann an Land zurück, doch entwickelte er beim Anblick der Unterwerfung der indigenen Mesoamerikaner durch die Spanier tiefen Hass und Abscheu der Menschheit gegenüber.
Da Okoye nicht für die sichere Rückkehr von Shuri sorgte, entzieht Ramonda ihr den Titel der Generalin der Dora Milaje und sucht die wakandanische Agentin Nakia in Haiti auf, die seit dem Tod T’Challas dort zurückgezogen lebt und in einem Kinderheim arbeitet, und bittet sie, ihre Tochter zu befreien. Nakia macht Shuri ausfindig, dringt nach Talocan ein und befreit Shuri und Riri gewaltsam, wobei auch zwei talocanische Wachen ums Leben kommen. Kurz nach ihrer Rückkehr nach Wakanda greift Namor an. Die Wakandaner haben der Macht von Talocan nur wenig entgegenzusetzen und letztendlich opfert Königin Ramonda ihr Leben, um Riri Williams zu retten.
Shuri, nun das letzte lebende Mitglied ihrer Familie, schwört Rache. Sie schafft es, das herzförmige Kraut, die Pflanze, die einem Menschen die Kraft des Black Panthers verleiht und ursprünglich von Killmonger verbrannt wurde, zu synthetisieren, und wird nun der neue Black Panther. In einer Vision der Ahnenebene steht sie Killmonger gegenüber, der sie mit ihrer Moral konfrontiert.
Zusammen mit Riri entwickelt sie einen Plan, Namor zu schwächen und zurückzuschlagen. Sie locken die Talocaner hervor und eine Schlacht entbrennt, bei der sie Namor, der seine Kraft aus dem Wasser bezieht, festsetzen und an Land zwingen, wo es Shuri gelingt ihn zu überwältigen. Statt den Tod ihrer Mutter zu rächen, entscheidet sie, Namor am Leben zu lassen, wenn er sich ihr ergibt, und schließt ein Bündnis mit ihm; mit ihrem Schlacht- und Siegesruf „Wakanda über alles“ ist der Krieg beendet.
Am „Tag der Herausforderung“ soll Shuri zur Königin gekrönt werden. Sie erscheint jedoch nicht und der an ihrer Stelle in den Ring geschickte M’Baku beansprucht den Thron für sich.
Im Anschluss besucht Shuri Nakia auf Haiti, wo Nakia ihr offenbart, dass sie einen Sohn mit T’Challa hat. Der Junge stellt sich erst als Toussaint vor, gesteht aber, dass dies nur sein haitianischer Name sei. Sein eigentlicher Name sei T’Challa.
Themen und Motive Vibranium als Quelle der Macht Nachdem König T’Challa in Black Panther überzeugt werden kann, Wakandas Versteckspiel zu beendenJulia Lorenz: „Black Panther 2: Wakanda Forever“: Kleine Flügelchen flattern an seinen Knöcheln. In: Die Zeit, 8. November 2022., und das vielfältig in den Bereichen Medizin, Technologie und Energie einsetzbare Vibranium verwenden will, um der Welt zu helfen, sind es in Wakanda Forever zwei Nationen, die über die Superressource verfügen.Barbara Schweizerhof: „Black Panther: Wakanda Forever“ im Kino: Mehr Power für Frauen muss warten. In: taz.de, 9. November 2022. Der Film fokussiert sich damit auf das Dilemma der Macht und die Gefahr eines Krieges zwischen den beiden Nationen, da die Zugriffsmöglichkeiten des einen auf die Ressource mit den jeweiligen Sicherheitsinteressen des anderen kollidieren. Ersetze man „Vibranium“ durch „Atomwaffen“, dann sei Black Panther 2 mitunter ein ungemütliches Sehvergnügen, so Christoph Petersen von Filmstarts: „Die Zwangsläufigkeit des Ganzen ist schlichtweg pervers – und damit eben auch gänsehauterregend nah an der Realität.“Christoph Petersen: Black Panther 2: Wakanda Forever. In: Filmstarts. Abgerufen am 15. November 2022.
Neuorientierung mit zentralen Frauenfiguren mini|hochkant|Der im August 2020 verstorbene Chadwick Boseman spielte im ersten Film den Black Panther Nach dem Tod von Chadwick Boseman, der in Black Panther Wakandas König spielte, entschied sich die Filmproduktion dafür, die Hauptrolle weiblich zu besetzen und darauf basierend im gesamten Film starke Frauen dominieren zu lassen.dpa: In: faz.net, 8. November 2022. Damit erhielt die Geschichte eine neue Perspektive.Anna Wollner: Düster und herzzerreißend: „Black Panther – Wakanda Forever“. In: ndr.de, 12. November 2022. Thomas Schultze schreibt in Blickpunkt:Film, natürlich spielten auch Männer in Wakanda Forever eine Rolle, aber angeführt von T’Challas Mutter, Königin Ramonda, und ihrer Tochter Shuri stehe ein Matriarchat im Zentrum des Films. Stärker noch als in Black Panther rückten auch die Dora Milaje um Generalin Okoye ins Zentrum der Handlung.Thomas Schultze: Black Panther: Wakanda Forever. In: Blickpunkt:Film. Abgerufen am 15. November 2022.
Die Trauer um T’Challa Black Panther: Wakanda Forever steht ganz im Zeichen des Verstorbenen. Bereits im Intro, bei Marvel-Filmen üblicherweise eine Collage zahlreicher Superhelden, ist nur der einer nicht näher genannten Krankheit erlegene König T’Challa zu sehen. Bei einem Abschiedsritual sind zu Beginn des Films seine Mutter Ramonda und seine Schwester Prinzessin Shuri zu sehen. Tim Grierson von screendaily.com erklärt, die Trauernden hätten im Film akzeptiert, dass T’Challa für immer weg ist, das Publikum jedoch, das sich daran gewöhnt habe, dass beliebte Charaktere in Franchises „sterben“, nur um auf wundersame Weise durch verschlungene Wendungen in der Handlung zurückgebracht zu werden, vielleicht nicht. Es sei traurige Wirklichkeit, dass Wakanda nie wieder dasselbe Land sein wird, egal wie sehr es sich bemüht.Tim Grierson: 'Black Panther: Wakanda Forever': Review. In: screendaily.com, 8. November 2022.
Produktion Entstehungsgeschichte und Stab Im März 2018 bestätigte Kevin Feige, Chef der Marvel Studios, dass eine Fortsetzung von Black Panther beschlossene Sache seiDanette Chavez: Kevin Feige says a Black Panther sequel is happening In: avclub.com, 10. März 2018. und man bereits eine ziemlich klare Vorstellung davon habe, wohin die Reise im zweiten Teil gehen solle.Markus Trutt: „Black Panther 2“ offiziell angekündigt In: filmstarts.de, 10. März 2018. Kurz vor dem Kinostart erklärte er, Black Panther: Wakanda Forever sei der wichtigste Film geworden, den sie je gemacht haben.Marvel Studios’ Black Panther: Wakanda Forever von Marvel Entertainment bei YouTube (Video, englisch)Luciana Mangas: Black Panther 2 Is Most Important Movie Marvel’s Made, Says Feige. In: screenrant.com, 8. November 2022.
Im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes im Mai 2018 sprach Regisseur Ryan Coogler über die mögliche filmische Zukunft des fiktionalen Landes Wakanda und erläuterte der anwesenden Presse, dass er Lust hätte, einen Ableger zu inszenieren, der sich auf die weiblichen Figuren seiner Comicadaption konzentriert. Die Idee dazu sei ihm bereits während des Filmschnitts von Black Panther gekommen, da ihm die Szenen, die sich nicht um Wakandas König T’Challa drehten, sondern um seine weiblichen Weggefährten, mehr gefallen hatten als die Sequenzen, in denen die Titelfigur im Fokus stand: „Diese Teile des Films fühlen sich frisch und neu an. […] Diese Szenen sind aufregend. Sie leben von diesen Schauspielerinnen, die mühelos einen eigenen Film tragen könnten.“Sidney Schering: «Black Panther»-Regisseur Ryan Coogler hätte Lust auf frauenzentrischen Ableger. In: quotenmeter.de, 11. Mai 2018.
Besetzung und Dreharbeiten mini|hochkant|Neu dabei: Tenoch Huerta in der Rolle von König Namor Letitia Wright, Danai Gurira, Lupita Nyong’o, Angela Bassett und Winston Duke sollen in ihre Rollen aus vorherigen Filmen zurückkehren. Zudem soll auch Michael B. Jordan interessiert sein, im Film mitzuwirken. Diese Rückkehr deutete auch Courtney B. Vance, der Ehemann von Bassett, in einem Interview bei den Screen Actors Guild Awards 2019 an. Kevin Feige sprach im Juli 2019 hingegen davon, dass Coogler gerade erst mit dem Schreiben des Drehbuches begonnen hätte und noch nichts feststehen würde, die Jordan-Rückkehr also pure Spekulation sei. Im August 2019 bestätigte auch Martin Freeman seine Rückkehr für den Film, in dem er zum dritten Mal die Rolle des CIA-Agenten Everett K. Ross übernehmen wird. Julia Louis-Dreyfus spielt ebenfalls zum dritten Mal die nun als FBI-Direktorin eingeführte Valentina Allegra de Fontaine. Zudem ist Michael B. Jordan wie im Vorgänger als Killmonger zu sehen, während Richard Schiff den amtierenden Secretary of State darstellt.