Demantsfürth ist ein Gemeindeteil des Marktes Uehlfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Demanthsfürth hat eine Fläche von 3,638 km². Sie ist in 394 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9233,15 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Voggendorf.
Geografie Das Dorf liegt am rechten Ufer der Aisch. Es münden dort die Weisach als linker Zufluss und der Aschenbach und Altenweihergraben als rechte Zuflüsse in die Aisch. Am Westufer der Aisch liegt das Flurgebiet Au, 0,5 km südlich liegen die Rohrmühläcker und die Schwarzweiher.
Der Ort wird von der Bundesstraße 470 tangiert, die nach Uehlfeld (1 km nördlich) bzw. nach Dachsbach führt (2,7 km südlich). Die Kreisstraße NEA 1 führt nach Peppenhöchstädt (2,4 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Voggendorf (1 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1344 als „Dymantzfuͤrt“ erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Zeit war die Reichsstadt Nürnberg im Ort begütert. Wie aus dem burggräflichen Urbar des Jahres 1361/64 hervorgeht, war auch die Burggrafschaft Nürnberg in „Dyemutsfurt“ begütert. Sie bezogen auch die Hälfte des großen und kleinen Zehnten. Das burggräfliche Amt Dachsbach übte die Fraisch über den Ort aus. Das Markgraftum Bayreuth wurde im frühen 15. Jahrhundert Rechtsnachfolger der Burggrafschaft Nürnberg.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 84. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Demantsfürth 1632 geplündert und gebrandschatzt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Demantsfürth 21 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Grundherren waren das Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach (1 Gut, 1 Sölde, 3 Häuslein), die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (1 Tropfhaus), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Hof, 1 Gut, 2 Sölden, 1 Halbhaus; Spitalamt Heilig Geist: 1 Hof) und der Nürnberger Eigenherr Löffelholz von Kolberg (6 Güter, 3 Tropfhäuser).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 87.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Demantsfürth an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Demantsfürth 1811 dem Steuerdistrikt Dachsbach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Dachsbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Demantsfürth, zu der Voggendorf gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 221. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Ein Anwesen unterstand bis 1848 in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Pommelsbrunn.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 184. Ab 1862 gehörte Demantsfürth zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,636 km². Am 1. Januar 1972 wurde Demantsfürth im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Uehlfeld eingemeindet.
Der Ort hatte einen Bahnhof an der mittlerweile stillgelegten Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Demantsfürth-Uehlfeld.
Baudenkmäler Haus Nr. 2: eingeschossiges Wohnstallhaus; im Keilstein der Haustür „JHS“(chlegel) / „1844“. Fenster verändert, SatteldachR. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 46. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 5: zweigeschossiges Wohnstallhaus von 1808, 1906 völlig um- beziehungsweise neugebaut; im Keilstein der Tür „J AUL / 1808“; im Sturz „P 1906 B“ (Peter Berlet). Satteldach; zugehöriges Austragshaus, zweigeschossig, zwei zu vier Achsen mit profilierten Fensterbänken, frühes 19. Jahrhundert Haus Nr. 14: eingeschossiges Wohnstallhaus des frühen 19. Jh., gefährdet; Ecklisenen, Gurtband, profiliertes Holztraufgesims; im Keilstein des Türgewändes „BK“(estler) „1838“. Haustüre horizontal zweigeteilt, zweifeldrig; auf einem Stein über der stichbogigen Stalltür „18 PILK 88“ Haus Nr. 20: dazugehöriger Brunnen, 1712 datiert; zwei gefaste Pfeiler zu Seiten des runden Brunnenbeckens, Satteldach; bezeichnet „17 GB 12“ Haus Nr. 27: ehemaliger Bahnhof
Bodendenkmäler In der Gemarkung Demantsfürth gibt es ein Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Demantsfürth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 243 276 264 259 264 259 274 262 256 258 221 238 222 258 264 250 241 253 241 373 386 341 272 243HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 40 39 43 46 43 48 47 46 49 Quelle Für die Gemeinde Demantsfürth zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Voggendorf (S. 98).
Ort Demantsfürth Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 151 147 154 154 154 123 146 242 186 151 136Häuser 25 22 27 29 31 30 33 32 Quelle
Religion Demantsfürth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Uehlfeld) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Uehlfeld Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1344 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Aisch Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim