Xincheng () ist eine Landgemeinde im Landkreis Hualien in der Republik China (Taiwan).

Lage und Klima Xincheng liegt an der osttaiwanischen Pazifikküste unmittelbar nördlich der Kreishauptstadt Hualien. Im Westen und Norden grenzt es an die Gemeinde Xiulin. Das Gebiet Xinchengs hat eine langgestreckte Form mit einer Nord-Süd-Längsausdehnung von ungefähr 15 Kilometern sowie einer Querausdehnung von maximal 4 Kilometern und minimal 650 Metern. Mit 29,4 km² ist Xincheng die kleinste Gemeinde des Landkreises. Das Gebiet ist relativ eben, mit einer Höhe über dem Meeresspiegel von 0 bis 200 Metern. Von Osten nach Nordwesten steigt das Gelände schrittweise zum westlich der Gemeinde beginnenden Taiwanischen Zentralgebirge hin an.

Geschichte Die ersten historisch dokumentierten Bewohner der Gegend waren Angehörige der austronesischen indigenen Völker Taiwans. Unter dem Druck der zunehmenden Han-chinesischen Einwanderung verließ ein Großteil des Volks der Kavalan im 19. Jahrhundert sein Siedlungsgebiet in der Lanyang-Ebene und ließ sich im Bereich der heutigen Stadt Hualien und ihrer Umgebung nieder. Dadurch entstand in der Gegend eine Mischung aus verschiedenen Völkern – Kavalan, Sakizaya, Amis und Truku. Nach 1874, in der Spätphase der Qing-Dynastie, entwickelte sich hier mit ‘Xincheng’ () auch die erste Han-chinesische Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Hualien.

Zur Zeit der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) erhielt der Ort den Namen Kenkai () bzw. Kenkai Shō (研海庄). Nach der Übergabe Taiwans an die Republik China im Jahr 1945 erhielt die Gemeinde ihren chinesischen Namen zurück und wurde eine Landgemeinde im neu gebildeten Landkreis Hualien.

Gliederung von Xincheng 200px Administrative Gliederung Xincheng ist in 8 Dörfer () unterteilt. Diese sind Xincheng (), Shun’an (), Kangle (), Dahan (), Beipu (), Jialin (), Jiali (), Jiaxin ().

Bevölkerung Im Jahr 2025 hatte Xincheng etwas mehr als 20.000 Einwohner und eine Einwohnerdichte von 696 pro km². Ende 2017 gehörten 6515 Personen (ca. 32 %) der indigenen Bevölkerung an. Überwiegend handelt es sich um Amis, Sakizaya, Truku und Kavalan.

Wirtschaft Gewerbe, Handel und Behörden sind im südlichen Teil der Gemeinde konzentriert, vor allem im Dorf Beipu. Aufgrund seiner Nähe zur Stadt Hualien ist Xincheng stark urbanisiert und wirtschaftlich sehr mit Hualien verflochten. Am Ort befindet sich die private, 1977 gegründete Technische Hochschule Dahan ().

Verkehrsverbindungen In Nord-Süd-Richtung verlaufen weitgehend parallel zur Küste die Provinzstraße 9 und östlich davon die Kreisstraße 193. Ebenfalls in Nord-Süd-Richtung verläuft die Nordverbindungslinie () der Taiwanischen Eisenbahn mit den Haltebahnhöfen Xincheng (Taroko) () und Beipu (). In Xincheng befindet sich außerdem der Flughafen Hualien, der zweitgrößte Flughafen an der taiwanischen Ostküste.

Touristische Ziele, Sehenswürdigkeiten Ein Touristenziel ist der Qixingtan-Strand , der sich in einem großen halbmondförmigen Bogen entlang der Bucht von Xincheng erstreckt.

Im Gebäude einer ehemaligen japanischen Fischfabrik befand sich von 2003 bis 2017 das Chihsing-Tan-Katsuo-Museum (), das sich mit dem Fischfang und der Fischverarbeitung an der Ostküste Taiwans befasste. Durch ein Großfeuer am 18. Juli 2017 wurde das Museumsgebäude aus Zypressenholz samt den Exponaten weitgehend zerstört.

Weblinks

Einzelnachweise

Xincheng Xincheng