mini|Wappen der Portner von Theuern mit einem geweihtragenden Damhirsch Die Portner waren ein Patrizier- und Adelsgeschlecht, das in Regensburg bedeutende Verwaltungsfunktionen innehatte und das in der Oberpfalz eine Reihe von Hammerwerken betrieb. Im 16. Jahrhundert waren etliche Familienmitglieder protestantisch geworden und mussten im Zuge der Gegenreformation Nachteile auf sich nehmen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verliert sich ihre Spur in den Oberpfälzer Annalen.
Portner von Regensburg Die im Folgenden zu behandelnde Familie der Portners ist im 13. Jahrhundert von Böhmen nach Regensburg zugewandert. Diese Portners haben sich in Regensburg ansässig gemacht, waren zuerst als Eisenfernhändler tätig und konnten später in der Oberpfalz verschiedene Eisenhämmer erwerben. Sie waren im Laufe der Jahrhunderte mit den anderen großen Hammerfamilien, wie den Moller von Heitzenhofen, den Sauerzapf oder den Kastner von Amberg verschwägert. Vom 14. bis Anfang des 18. Jahrhunderts saßen ihre Mitglieder zudem im Rat der Stadt. Ihr Wappen zeigt einen rechts springenden Damhirsch in weißer Farbe und goldenem Geweih in einem blauen Feld. Im Laufe der Zeit besaßen die Portner Leidersdorf, Theuern, Rieden, Haselmühl und Heringnohe. Für die in diesen Eisenhämmer gefertigten Produkte wurden aufgrund der Festlegung der Oberpfälzer Hammereinigung von 1387 je ein eigenes Warenzeichen eingeschlagen, und zwar für Leidersdorf „Sittig in der Pann“, für Theuern „Flammen in der Pann“, für Wolfsbach „Ring! in der Pann“, für Hesselmühl (Haselmühl) den „Angel uffm Ruck“ und für Heringnohe „Feuerhaken in der Pann“.PDF Hans Nikol: Ein dreifacher Raubmord anno 1519 in Amberg und seine Sühne.
In den Regensburger Ratslisten erscheint 1317 ein Heinrich I. Portner im Hanseausschuss. Dessen kaufmännische Tätigkeit bezog sich auf den Tuch-, Gewürze- und Weinhandel sowie auf das Geschäft des Geldverleihers. So war dieser Heinrich der Ältere auch Gläubiger der Herzöge von Bayern. Bis 1500 sind weitere acht Portner als Ratsherren, Stadtkämmerer und als „45er“ (Mitglied des aus 45 Personen bestehenden äußeren Rates) bekannt. Durch die Veränderung der wirtschaftlichen Bedingungen sind in den folgenden Jahrhunderten die Portners Verwaltungsbeamte und Juristen; allein sieben Portners werden zwischen 1514 und 1670 als Kämmerer genannt. 1670 verließ Andreas Portner als Letzter der Regensburger Portner die Stadt.
Portner von Leidersdorf 1498 verkauft Abt Johann von Kloster Ensdorf Hammer, Mühle und Hof zu Leidersdorf in Anwesenheit von Hannsen zu Helmstat, kurfürstlicher Vicedom von Amberg, um 3.106 rheinische Gulden an die Brüder Wolf, Licentiat beider Rechte zu Regensburg, Lienhart, Peter und Hans Portner. Diese Brüder waren Söhne des Lienhart Portners (* um 1425/30; † 1507/10) von Regensburg aus der fünften Generation der Portners (gerechnet ab dem Heinrich dem Älteren). Dieser Lienhart war verheiratet mit Anna, Tochter des Hans Steinhauser, Kaufmann und Ratsherr in Regensburg. Da er die völlig überschuldete freie Reichsstadt Regensburg an den bayerischen Herzog übergab, wurde er vor Gericht gestellt und gefoltert. Sein ältester Sohn Wolfgang (Wolf, * 1460) heiratete Margarete, Tochter des Lukas Fugger von Reh. Ihr Sohn Christoph Portner von Leidersdorf (* 1510, † 12. März 1588) war Mitinhaber des dortigen Hammers. Er war in zweiter Ehe verheiratet mit Katharina, Tochter des Hans Ruland von Frauenbüchel, Rat von Burghausen. Christoph war (mit Unterbrechungen) von 1522 bis 1588 Kämmerer in Regensburg. Von seinem Bruder Heinrich Portner von Leidersdorf sind keine Nachkommen bekannt.
Der Bruder Hans († 1585/86) heiratete nach Böhmen und nannte sich danach Hans zum Kuglhof (ein Gut bei Schlackenwald). 1518 hat Hans Portner († 1618/19), Sohn des Peter, dann Leidersdorf übernommen. Von ihm ist bekannt, dass er mit seinem Vater wegen der Holzentnahme zum Kohlenbrennen aus den Klosterwaldungen in Streit geriet, der 1532 durch einen Vergleich beigelegt wurde. Ihm folgte ab 1602 sein gleichnamiger Sohn Hans (* 1542). Nachdem dieser kränklich und ohne Nachkommen war, verkaufte er am 16. Januar 1613 Leidersdorf an seine Schwägerin Katharina, die Witwe Quirin Portner. Leidersdorf wurde dann im Mai 1621 an die Frau des Amberger Rentmeisters Saugenfinger verkauft und ging den Portnern für immer verloren.
Portner auf Wolfsbach 1515 wird Peter Portner (* 1466 in Regensburg) Hammerherr von Wolfsbach. Er war verheiratet mit Veronika, Tochter des Hammerherrn Paul Sauerzapf, Tochter des sehr vermögenden Jakob Sauerzapf. Dabei hat er die Mühle in Wolfsbach zu einem Blechhammer umgebaut. Der Schienhammer von Wolfsbach war 1527 und 1557 in Betrieb. Peter Portner hatte drei Söhne: Wolf, Hans (* 1515) und Heinrich. 1532 vermacht Peter Portner den Hammer seinem Sohn Hans. Die Witwe Anna Portnerin und ihre drei Söhne werden 1586 bei einer Klage wegen der Holzentnahme gegen den Wolfsbacher Hammermeister Wolf Jakob Oberstetter genannt. Hans Portner zu Leidersdorf hat wiederum die drei Söhnen Endres, Hans und Quirin; zusammen mit diesen erwirbt er 1584 die Burghut zu Rieden. Dieser Familienzweig nannten sich in der Folge Portner zu Schwarzenfeld, Rieden und Theuern. Hans war in zweiter Ehe mit Anna, geborene Oettlinger vom Heimhof, eine Schwester seiner Schwägerin Benigna, verheiratet. 1579 ist hier der Regensburger Bürger Martin Z(r)ennerfels Besitzer von Wolfsbach, das Werk ist also verkauft worden.
Portner auf Theuern mini|Susanna Portner von Theuern, geb. Kerscher (1603–1678), 2. Ehefrau von Peter Portner, Ratsherr und Bürgermeister in Regensburg; mit Allianzwappen Portner/Kerscher, zwischen 1678 und 1693 gefertigt Theuern stand zuerst im Besitz des Paul Sauerzapf. Er hat dieses Werk an Peter Nortweiner verkauft. Sein Sohn Ruger Nortweiner verkauft dann 1518 den seinem Vater ererbten Sitz Theuern an Peter Portner († 1534). Dieser war 1505 mit Veronica Sauerzapf († nach 1560) verheiratet; er war am 16. Juli 1510 in den Reichsadel aufgenommen worden und nannte sich von da an Portner von und zu Theuern. Theuern kam nach ihm an die Witwe Veronika († 1602) und die Söhne Wolf (* zwischen 1510 und 1515, † 6. Juli 1590) und Heinrich († 1587); der dritte Sohn Hans (* 1515) hatte den Hammer Wolfsbach erhalten. Mit einer Urkunde vom 7. Februar 1560 wurde der Witwe und ihren Söhnen auch die Patrimonialgerichtsbarkeit über Theuern zugesprochen. Der ältere Sohn Wolf war Pfleger zu Hainburg bei Neumarkt und 1564 Verwalter des Klosters Ensdorf (das benediktinische Kloster war im Zuge der Reformation geschlossen und ist unter staatliche Verwaltung gestellt worden). Theuern wurde an den Sohn Friedrich († 2. September 1632) des Wolf vererbt. Dieser war verheiratet mit Anna, Tochter des Leonhard Münzer, Bürger zu Amberg. Das Herzogtum Pfalz-Neuburg war am 22. Juni 1542 nach dem Religionsmandat von Ottheinrich zu dem Luthertum übergegangen und Friedrich ist evangelisch geworden, was bei der später durchgesetzten Gegenreformation für die Portners folgenreich war.
Heinrich hatte zwischen 1550 und 1579 westlich von dem alten Schloss von Theuern ein neues gebaut und bezogen. Wolf blieb in dem alten Schloss, dem „alten Stockh, soweit der Schloßgraben umfangt“ . Beide Gebäude waren zweistöckig und nicht besonders groß. Heinrich war mit Benigna, Tochter des Hans Ettlinger auf Heimhof, verheiratet. Das Ehepaar hatte keine Kinder, ihr Erbe ging an die Kinder des Hans Portner von Wolfsbach. Dieser Hans Portner (* um 1515) bestellte 1548 erstmals einen lutherischen Prediger für Theuern, und zwar Johannes Kraus von Regensburg. Hans Joachim Portner wird 1579/80 und 1594/95 als Betreiber des Schienhammers Haselmühl und des Hammers Schwarzenfeld genannt.
1590 wurde wegen der Ast- und Meilerkohlen ein Vertrag zwischen Friedrich Portner, dem Sohne Wolfs, und dessen Vettern Endres, Hans und Quirin Portner abgeschlossen (das Landsassengut Theuern war bis 1594 noch geteilt). 1594/95 werden Hans und Quirin Portner als Betreiber des Hammers von Theuern genannt. Seit 1620 besaß der Quirin Portner das Hammergut Theuern allein. In seinem Testament von 1612 bestimmte er, „der Hammer soll eingehen, da die Waldungen nicht das nötige Holz mehr liefern können“ . Sein Sohn Wolf Heinrich blieb aber auf Theuern wohnen. Für den Hans Andre Portner von Theuern, der seine Güter nicht erfolgreich verwaltete, wurde der Amberger Bürger Heinrich Müller 1622 als Vormund bestellt, der „das Hammerwerk, so vorhin sehr eingegangen, wieder zurecht“ machte und erneut Einnahmen erzielen konnte. Die Theuerner Portner mussten, weil sie nicht katholisch werden wollten, 1629 emigrieren und der Hammer arbeitete im Jahre 1630 wieder, aber mit einem Verlust von 1.500 fl.
Die Kinder des Hans Portner (Endres, Hans und Quirin) besaßen nach dem Tod des Heinrich Theuern, Leidersdorf und Rieden. Endres bekam Rieden, Hans Leidersdorf und Quirin Theuern. Quirin († September 1612) gelang es, die große Schuldenlast von Theuern abzutragen. Seit 1592 war er mit Katharina († 1615), Tochter des Philipp von Kemnath auf Hohenkemnath verheiratet. Das Paar hatte vier Söhne und eine Tochter (diese hieß Anna Maria und ist 1618 verstorben). In seinem Testament bestimmte Quirin, dass Sebastian Wolf (* 1593) auf dem alten Schloss in Theurn bleiben sollte, Georg (* 1603) sollte mit der Mutter in dem neuen Schloss ihre Wohnung nehmen, Wolf Heinrich (* 1596) sollte auf dem Hammer zu Theuern wohnen und Hans Georg (* 10. Januar 1600) sollte statt des Wohnnutzes 1.000 fl erhalten. Für die Kinder wurde als Vormund der fürstliche Rat und Pfleger von Pielenhofen Ludwig Scharffenberg auf Neusath sowie der Burgsasse von Rieden, Hans Andre Portner bestellt. Nach dem Tod des Quirins ging es mit dem Gut rasch abwärts. Den beiden älteren Söhnen wurde ein „liederliches Leben“ vorgeworfen, Sebastian Wolf sollte wegen seines verschwenderischen Lebens sogar für ein Jahr Theuern verlassen, was er aber nicht machte. Nach einem Bericht vom 3. Januar 1616 „heulten“ die Hammerschmiede, Kohlenbrenner und Taglöhner, da sie wegen Erzmangels keine Arbeit und infolgedessen keinen Verdienst mehr hatten. Die beiden älteren Söhne wurden wegen ihrer Verschwendung sogar nach Amberg vorgeladen und auf zwei Tage in Arrest gesetzt. Die beiden jüngeren Söhne Georg und Hans Georg gingen auf das Gymnasium zu Sulzbach und Hans Georg studierte seit 1620 an der Universität Altdorf Jura, 1625 suchte er für einen Pass nach Italien an, was ihm aber nicht gestattet wurde. Wolf Heinrich verschwindet nach 1627 aus den Akten von Theuern, er dürfte in dänischen Kriegsdiensten gefallen sein. Sebastian Wolf hat 1626 die Witwe des Tobias Mendel zu Haselmühl geheiratet, eine Tochter des Hans Joachim Portner von Heringnohe. Georg heiratete am 10. August 1627 die Emigrantin Anna Felicitas von Elsenheim, ihr Bruder war kaiserlicher Rat in Regensburg.
Allerdings war in der Zwischenzeit die Oberpfalz zu Bayern gekommen und am 5. September 1628 erschien im Zuge der Gegenreformation ein kurfürstliches Patent, wonach den Ständen und Untertanen aufgetragen wurde, innerhalb von sechs Monaten katholisch zu werden oder mit Weibern und Kindern außerhalb Bayern ein Unterkommen zu suchen. Den Adeligen wurde diese Frist bis Neujahr 1629 verlängert. Georg und Hans Georg Portner versuchten nun, Theuern um den Schätzwert von 20.000 fl zu verkaufen, was aber nicht gelang. Sebastian Portner blieb bis Neujahr 1629 in Haselmühl, ohne zum katholischen Glauben überzutreten. Er wurde von einem „Einspännigen“ (einem berittenen Schutzmann) nach Amberg geholt mit einer Geldstrafe belegt und in den „Fuchssteiner“ eingesperrt. Nach seiner Entlassung emigrierte er nach Altdorf.