Die Atlantische Hurrikansaison 2018 begann offiziell am 1. Juni 2018 und endete offiziell am 30. November 2018. Während dieser Periode bilden sich üblicherweise im nördlichen Atlantischen Ozean die meisten Hurrikane, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen.
Seit Beginn der Atlantischen Hurrikansaison 2017 kann das National Hurricane Center (NHC) Warnungen zu Störungen herausgeben, die noch keine tropischen Eigenschaften aufweisen, bei denen für eine tropische Zyklogenese jedoch ein hohes Potenzial besteht und innerhalb von 48 Stunden Sturm- oder Hurrikanbedingungen für bewohnte Gebiete erwartet werden. Solche Systeme werden als „Potential tropical cyclone“ bezeichnet.
Mit der Entstehung bei 19,3° nördlicher Breite war Alberto nach Olga im Jahr 2007 der am weitesten südlich entstandene subtropische Sturm.
Tropische Wirbelstürme im Pazifischen Ozean siehe im Artikel: Pazifische Hurrikansaison 2018.
Saisonprognosen +Vorhersagen der tropischen Aktivität in der Hurrikansaison 2018QuelleDatumtropischeStürmeHurrikaneschwereHurrikaneDurchschnitt (1981–2010)12,16,42,7höchste Aktivität28157geringste Aktivität42†0† –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––TSR7. Dezember 20171573CSU5. April 20181473TSR5. April 20181262NCSU16. April 201814–187–113–5TWC19. April 20181372NOAA24. Mai 201810–165–91–4UKMO25. Mai 201811*6*N/ATSR30. Mai 2018941CSU31. Mai 20181462CSU2. Juli 20181141TSR5. Juli 2018941CSU2. August 20181251TSR6. August 20181151NOAA9. August 20189–134–70–2 –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––tatsächliche Aktivität1582* Juni–November† letztes Jahr mehrerer Vorkommen Vor und während der Saison veröffentlichten mehrere nationale meteorologische Dienste und wissenschaftliche Institute Vorhersagen darüber, wie viele tropische Stürme, Hurrikane und schwere Hurrikane (Kategorie 3 der SSHS und höher) sich in der Saison bilden werden und/oder wie viele tropische Wirbelstürme ein bestimmtes Land treffen werden. Zu diesen Instituten gehören das Tropical Storm Risk (TSR) Consortium of the University College London, die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und die Colorado State University (CSU). Die Vorhersagen berücksichtigen wöchentliche und monatliche Änderungen signifikanter Faktoren, die die Einschätzung über den Verlauf der Hurrikansaison beeinflussen. Einige dieser Vorhersagen berücksichtigen außerdem Verläufe zurückliegender Hurrikansaisons mit ähnlichen Gegebenheiten sowie ein Anhalter des La Niña, der sich im November 2017 gebildet hatte. Im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gab es in einer Hurrikansaison zwölf tropische Stürme, sechs Hurrikane und zwei schwere Hurrikane, und der Index der Accumulated Cyclone Energy (ACE) lag zwischen 66 und 103.
Vorhersagen vor Saisonbeginn Die erste Vorhersage für die Saison wurde durch TSR am 7. Dezember veröffentlicht. TSR ging von einem leicht überdurchschnittlich aktiven Saisonverlauf mit 15 tropischen Stürmen, davon sieben Hurrikanen und davon drei schweren Hurrikanen aus. Die CSU gab ihre erste Saisonvorhersage am 5. April 2018 bekannt. Auch demnach wurde ein leicht überdurchschnittlich aktiver Saisonverlauf erwartet, mit 14 tropischen Stürmen, sieben Hurrikanen und drei schweren Hurrikanen. Am gleichen Tag aktualisierte TSR seine Vorhersage. TSR erwartete nun einen leicht unterdurchschnittlich aktiven Saisonverlauf mit zwölf tropischen Stürmen, sechs Hurrikanen und zwei schweren Hurrikanen, wobei die nun angenommene niedrigere Aktivität auf eine anomale Abkühlung im äußerst nördlichen und im tropischen Nordatlantik zurückgeführt wird. Am 16. April gab die North Carolina State University ihre Vorhersage einer überdurchschnittlich aktiven Saison bekannt. Die NCSU erwartete 14–18 tropische Stürme, davon 7–11 Hurrikane, davon 3–5 als schwere Hurrikane. The Weather Company ging in ihrer am 17. Mai veröffentlichten Vorhersage von einer nahezu durchschnittlichen Saison aus; demnach würden sich 13 tropische Stürme entwickeln, davon sieben Hurrikane, von denen zwei die Kategorie 3 oder höher auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala erreichten. Die NOAA veröffentlichte ihre erste Saisonvorhersage am 24. Mai. Sie geht von einem nahezu überdurchschnittlichen Saisonverlauf aus. Am 25. Mai veröffentlichte das britische Met Office mit elf tropischen Stürmen, von denen sechs Hurrikanstatus erreichen würden und einer Accumulated Cyclone Energy (ACE) von etwa 105. Im Gegensatz dazu senkte TSR in ihrem Update von 30. Mai die Zahlen deutlich auf neun benannte Stürme, vier Hurrikane und einen schweren Hurrikan; dies wurde mit dem Setup der Wasseroberflächentemperaturen begründet, das üblicherweise während der kühlen Phase der Atlantischen Multidekaden-Oszillation. Am 31. Mai schließlich aktualisierte die CSU zum letzten Mal vor dem Beginn der Saison ihre Vorhersage, um die frühe Entwicklung des Subtropischen Sturms Alberto zu berücksichtigen mit ebenfalls niedrigeren Zahlen wegen der Kältenaomalien in den tropischen und extrem nördlichen Bereichen des Atlantiks.
Vorhersagen im Laufe der Saison Am 2. Juli aktualisierte die CSU ihre Vorhersage ein weiteres Mal, und erniedrigte die Zahlen auf 11 benannte Stürme, wovon vier sich zu Hurrikanen intensivieren würden, von denen einer die Stärke eines schweren Hurrians erreichen würde, und begründeten dies mit der Fortdauer der Abkühlung im Atlantik sowie der zunehmenden Wahrscheinlichkeit der Bildung eines El Niño später im Jahr. TSR veröffentlichte seine vierte Vorhersage am 5. Juli und hielt unverändert an der vorherigen Prognose fest. Bei ihrem Update vom 2. August erhöhte die CSU ihre Vorhersage auf zwölf benannte Stürme mit fünf Hurrikanen, von denen einer ein schwerer sei und wies auf den sich später im Jahr bildenden schwachen El Niño hin. Vier Tage später veröffentlichte TSR seine letzte Saisonvorhersage mit leicht erhöhten Zahlen: elf benannte Stürme, davon fünf Hurrikane, wovon einer ein schwerer Hurrikan würde. TSR begründete dies mit der überraschenden Bildung zweier Hurrikane zu Beginn des Juli. Am 9. August gab die NOAA ihre revidierte Prognose bekannt und sagte nun eine unterdurchschnittlich aktive Saison mit 9–13 benannten Stürmen, 4–7 Hurrikanen und 0–2 schweren Hurrikanen für die Saison 2018 voraus. Mit ihrer Prognose vor der Saison lag die NOAA jedoch besser (und als einzige Vorhersage genau im Bereich der tatsächlichen Aktivitäten) als mit ihrer Prognose während der Saison.
Saisonüberblick
Das vierte Jahr in Folge begann die atlantische Hurrikansaison früh, als sich am 25. Mai der subtropische Sturm Alberto bildete. Alberto erreichte Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und gelangte im äußersten Westen des Florida Panhandle über Land. Der Sturm zog nordwärts, schwächte sich ab und ging als Tiefdruckgebiet über Tennessee in ein tropisches System über. Schließlich löste sich Alberto am 31. Mai über dem Michigansee auf. Im Juni entwickelte sich kein tropisches Tiefdruckgebiet. Die Phase der Inaktivität endete, als sich am 5. Juli im Hauptentstehungsgebiet (Main Developmental Region, MDR) der spätere Hurrikan Beryl bildete. Er löste sich kurz vor dem Erreichen des Karibischen Meeres zunächst auf und bildete sich am 14. Juli im Atlantischen Ozean neu. Endgültig löste sich Beryl am 16. Juli auf. Chris bildete sich am 6. Juli, intensivierte sich am 11. Juli zu einem Kategorie-2-Hurrikan und löste sich am darauffolgenden Tag über den Kanadischen Seeprovinzen auf. Im August entstanden die tropischen Stürme Debby und Ernesto, von denen keiner in Landnähe kam. Ernesto war zwischenzeitlich ein subtropischer Sturm und zu diesem Zeitpunkt der bereits vierte subtropische Sturm der Saison.
links|mini|hochkant=1.5|Die atlantische Hurrikansaison 2018 wurde zur bislang letzten in einer Reihe von Hurrikansaisons, in denen vier benannte Stürme gleichzeitig aufgetreten sind, nach zuletzt 2008. Sichtbar in der Aufnahme sind Florence (links), Isaac (unten, Bildmitte), Helene (unten rechts) und Joyce (oben rechts) am 12. September.
Als Nächstes bildete sich am 31. August Hurrikan Florence und wurde am 5. September zum ersten schweren Hurrikan der Saison. Nach dem Landfall in North Carolina am 14. September wurde Florence zum niederschlagsreichsten tropischen Wirbelsturm in der Geschichte der Wetteraufzeichnung dort und im benachbarten Bundesstaat South Carolina. Die Aktivität nahm im September deutlich zu. Am 3. September bildete sich der Tropische Sturm Gordon, gefolgt von den Hurrikanen Helene und Isaac am 7. September, wobei Isaac Auswirkungen auf die Kleinen Antillen und auf die Azoren und das Vereinigte Königreich hatte. Am 12. September bildete sich der tropische Sturm Joyce, der im offenen Atlantischen Ozean blieb und sich am 19. September ohne Auswirkungen auf Land auflöste. Nach einer kurzen Periode der Inaktivität bildeten sich am 22. September das Tropische Tiefdruckgebiet Elf und der tropische Sturm Kirk sowie einen Tag später der subtropische Sturm Leslie. Kirk wurde zu einem tropischen Sturm bei 8,3° N, was der niedrigste Breitengrad eines tropischen Sturms oder Hurrians im Nordatlantik ist seit Hurrikan Drei während der Hurrikansaison 1902 (der niedrigste Breitengrad der Bildung eines tropischen Tiefdruckgebietes im Nordatlantik war 7,2° N in der Hurrikansaison 1990). Leslies Entstehung markierte das erste Mal seit Beginn verlässlicher Aufzeichnungen, dass in einer Hurrikansaison sechs Stürme (Alberto, Beryl, Debby, Ernesto, Joyce und Leslie) zeitweilig als subtropischer Sturm eingestuft waren.
Im Oktober setzte die Aktivität nochmals ein. Michael bildete sich am 7. Oktober und intensivierte sich über dem Golf von Mexiko zu einem schweren Hurrikan, bevor dieser am 10. Oktober auf das Florida Panhandle traf. Einen Tag später entwickelte sich im östlichen tropischen Atlantik der kurzlebige Sturm Nadine, und am 13. Oktober ging Hurrikan Leslie nach 15 Tagen als tropisches System etwa 200 km westlich der Iberischen Halbinsel in einen kräftigen nichttropischen Sturm über, bevor dieser auf die portugiesische Küste traf.
Mit der Aufstufung in einen tropischen Sturm am 30. westlichen Längengrad wurde Nadine zum östlichsten tropischen Sturm, der sich im Atlantischen Ozean so spät im Kalenderjahr gebildet hat. Eine zweiwöchige Periode der Inaktivität läutete as Ende der Hurrikansaison ein. Schließlich bildete sich am 27. Oktober mit Oskar der siebte subtropische Sturm der Saison. Damit ist die Hurrikansaison 2018 set Beginn der Satellitenbeobachtungen die Saison mit den meisten subtropischen Stürmen. Oscar intensivierte sich am Tag darauf zum achten Hurrikan des Jahres. Mit der Auflösung Oscars am 31. Oktober endete die Hurrikansaison, weil sich im November keine tropischen System im Atlantischen Ozean bildeten. 2018 war das erste Jahr seit 2014, in dem dies der Fall war.
Stürme Tropischer Sturm Alberto
Ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet bildete sich ab dem 21. Mai über dem südwestlichen Karibischen Meer, nachdem ein Höhentief und ein bodennaher Trog interagierten. Das Tief driftete langsam westwärts und dann nordwärts durch das Karibische Meer und organisierte sich dabei stetig, trotz starker Windscherung. Am 25. Mai um 15:00 Uhr UTC war die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass das System etwa 90 km südlich von Cozumel im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo befindlich als subtropischer Sturm klassifiziert wurde und den Namen Alberto erhielt, obwohl das System zu dem Zeitpunkt östlich der Halbinsel Yucatán mehrere Zirkulationszentren hatte, die mit einem Höhentrog interagierten.