Als Kaskaden-Vulkane (engl. „Cascade Volcanoes“, auch „Cascade Volcanic Arc“ [Kaskaden-Vulkan-Bogen] oder „Cascade Arc“ [Kaskaden-Bogen]) werden eine Reihe von Vulkanen in einem Vulkanbogen im westlichen Nord-Amerika bezeichnet; dieser Bogen erstreckt sich vom südwestlichen British Columbia in Kanada über die US-Bundesstaaten Washington und Oregon bis ins nördliche Kalifornien, ein Gebiet von ungefähr Länge. Der Vulkanbogen hat sich aufgrund der Subduktion entlang der Cascadia-Subduktionszone gebildet. Obwohl der Name von der Kaskadenkette abgeleitet ist, handelt es sich eher um eine geologische Gruppierung als um eine geographische; die Kaskaden-Vulkane erstrecken sich nordwärts bis in die Coast Mountains, über den Fraser River hinaus, welcher gewöhnlich als Nordgrenze der eigentlichen Kaskadenkette angesehen wird.

Zu den wichtigsten Städten entlang des Vulkanbogens gehören Portland, Seattle und Vancouver; die Bevölkerungszahl der Region beträgt mehr als 10 Millionen. Alle diese Menschen sind potenziell von vulkanischer Aktivität und heftigen Erdbeben in der Subduktionszone betroffen. Weil die Bevölkerung im Pazifischen Nordwesten rapide wächst, gehören die Kaskaden-Vulkane aufgrund ihrer Eruptions-Geschichte und des Potentials für künftige Ausbrüche zu den gefährlichsten Vulkanen; außerdem liegen sie auf schwachem, hydrothermal verändertem vulkanischem Gestein, das möglicherweise brüchig ist. Konsequenterweise ist der Mount Rainier einer der durch die International Association of Volcanology and Chemistry of the Earth’s Interior (IAVCEI) ermittelten Dezenniums-Vulkane, da er aufgrund der Gefahr, die er für Seattle und Tacoma darstellt, speziell erforscht wird. Viele große, weit ausgedehnte Erdrutsche, die von Kaskaden-Vulkanen ausgingen, haben Dutzende von Kilometern von ihrem Ursprung entfernte Täler verschlungen. Einige der betroffenen Gebiete sind heute dicht besiedelt.

Die Kaskaden-Vulkane sind Teil des Pazifischen Feuerrings, einem Ring von Vulkanen und benachbarten Bergen rund um den Pazifik. Die Kaskaden-Vulkane sind in historischer Zeit mehrfach ausgebrochen. Die jüngsten Ausbrüche betrafen den Lassen Peak von 1914 bis 1921 und den Mount St. Helens 1980. Sie sind auch der Ort des jüngsten kanadischen Vulkanausbruchs vor etwa 2.350 Jahren am Mount-Meager-Massiv.

Geologie Zu den Kaskaden-Vulkanen gehören fast 20 große Vulkane unter mehr als 4.000 Vulkanschloten; es gibt zahlreiche Schichtvulkane, Schildvulkane, Lavadome und Schlacken- und Aschenkegel, daneben auch ein paar isolierte Exemplare seltenerer Vulkanformen wie Tafelvulkane. Der Vulkanismus in dem Bogen begann vor etwa 37 Mio. Jahren; die meisten der heutigen Kaskaden-Vulkane sind jedoch weniger als 2 Mio. Jahre alt. Zwölf Vulkane erreichen mehr als in der Höhe, die beiden höchsten – Mount Rainier und Mount Shasta – erreichen mehr als . Vom Volumen her sind die beiden größten Kaskaden-Vulkane der Medicine Lake Volcano und der Newberry Volcano mit ihren breiten Schilden, welche 600 km³ bzw. 450 km³ umfassen. Der Glacier Peak ist der einzige Kaskaden-Vulkan, der ausschließlich aus Dazit besteht.

mini|Der Lassen Peak und sein Schutthang vom Cinder Cone aus mini|Der Mount Garibaldi, von Squamish aus gesehen mini|Der Mount Cayley von seinem Südosthang aus gesehen In den vergangenen 37 Mio. Jahren hat der Kaskaden-Bogen eine Kette von Vulkanen durch den gesamten Pazifischen Nordwesten hervorgebracht.The Cascade Episode. Abgerufen am 3. Oktober 2007 Mehrere Kaskaden-Vulkane sind regelmäßig aktiv. Die Kaskaden-Vulkane haben einige Eigenschaften gemeinsam, doch jeder einzelne hat seine einzigartigen geologischen Merkmale und seine eigene Geschichte. Der Lassen Peak in Kalifornien, der zuletzt 1917 ausbrach, ist der südlichste in historischer Zeit aktive Vulkan im Bogen, während der Mount Meager in British Columbia, der vor etwa 2.350 Jahren ausbrach, im Allgemeinen als der nördlichste in der Kette gilt. Einige wenige isolierte vulkanische Zentren nordwestlich des Mount-Meager-Massivs wie die Silverthrone Caldera, welche einen kreisförmigen Caldera-Komplex von etwa 32 Kilometern Durchmesser darstellt, könnte gleichfalls das Produkt der Cascadia-Subduktion sein, weil die magmatischen Gesteine Andesit, Basaltandesit, Dazit und Rhyolith dort genauso gefunden werden können wie irgendwo anders in der Subduktionszone. Uneinig ist man sich bezüglich der Schätzungen zur Platten-Konfiguration und der Subduktionsrate, doch auf der Basis der chemischen Daten dieser Vulkane sind sie mit der Subduktion in Zusammenhang zu bringen und deshalb Teil des Kaskaden-Vulkan-Bogens. Der Kaskaden-Vulkan-Bogen scheint segmentiert zu sein, denn der zentrale Teil ist der aktivste, während der nördliche Teil der am wenigsten aktive ist.

Lava repräsentiert das früheste Stadium in der Entwicklung des Kaskaden-Vulkan-Bogens, welches vorwiegend südlich der eigentlichen North Cascades zu Tage tritt, wo die Hebung der Kaskadenkette geringer war und sich eine dickere Decke der vulkanischen Gesteine erhalten hat. In den North Cascades haben Geologen bisher noch keine 35 Mio. Jahre alten vulkanischen Gesteine sicher identifiziert, doch Überbleibsel des internen Röhrensystems des prähistorischen Bogens bestehen in Gestalt von Plutonen fort, welche kristallisierte Magmakammern sind, die einst die Kaskaden-Vulkane speisten. Die größte Masse dieser Röhren im Kaskaden-Bogen ist der Chilliwack-Batholith, welcher einen Großteil des nördlichen Bereichs im North Cascades National Park und der benachbarten Bereiche in British Columbia ausmacht. Einzelne Plutone sind zwischen 35 Mio. und 2,5 Mio. Jahre alt. Die älteren Gesteine, die vom Magma überdeckt wurden, sind durch die Hitze verändert worden.

Rings um die Plutone des Batholiths sind die älteren Gesteine rekristallisiert. Diese Kontakt-Metamorphose erzeugte ein feines Netz verflochtener Kristalle in den Altgesteinen, härtete sie im Allgemeinen und machte sie so widerstandsfähiger gegen Erosion. Wo die Rekristallisation intensiv war, nahmen die Gesteine ein neues, dichtes, dunkles und hartes Erscheinen an. Viele zerklüftete Gipfel in den North Cascades verdanken ihr Hervortreten diesen Prozessen. Diese Gesteine bilden einige der Giganten der Nord-Kaskaden wie Mount Shuksan, Mount Redoubt, Mount Challenger und Hozomeen Mountain, die allesamt teilweise von den Plutonen des nahe gelegenen oder unter ihnen liegenden Chilliwack-Batholith gebildet wurden.

Der Garibaldi-Vulkangürtel ist die nördliche Erweiterung des Kaskaden-Vulkan-Bogens. Vulkane in diesem riesigen Vulkanfeld sind meist Schichtvulkane wie der Rest des Kaskaden-Bogens, können aber auch Calderen, Schlacken- und Aschenkegel sowie kleine isolierte Lava-Massen sein. Die Ausbruchstypen im Belt reichen von effusiv bis explosiv mit Zusammensetzungen von Basalt bis zu Rhyoliten. Aufgrund der wiederholten kontinentalen und alpinen Vereisungen spiegeln viele vulkanische Ablagerungen komplexe Interaktionen zwischen der Magma-Zusammensetzung, der Topographie und veränderlichen Eis-Konfigurationen wider. Vier Vulkane im Belt traten seit 1975 im Zusammenhang mit seismischer Aktivität hervor, darunter das Mount-Meager-Massiv, der Mount Garibaldi und das Mount-Cayley-Massiv.

Der Pemberton-Vulkangürtel ist ein erodiertes Vulkanfeld nördlich des Garibaldi-Vulkangürtels, welcher anscheinend im Miozän geformt wurde, bevor er vom Nordende der Juan-de-Fuca-Platte abbrach. Die Silverthrone Caldera ist der einzige Vulkan im Belt, der bei der seismischen Aktivität seit 1975 hervorgetreten ist.

Das Mount-Meager-Massiv ist das am wenigsten stabile vulkanische Massiv in Kanada. Es hat während der letzten 7.300 Jahre mindestens drei Mal mehrere Meter mächtige Schichten von Ton und Felsen im Pemberton Valley abgeladen. Neuere Bohrungen in der Sohle des Pemberton Valley stießen auf Rückstände eines Bergsturzes, der kurz vor dem letzten Ausbruch des 50 km entfernten Vulkans vor 2.350 Jahren stammt. Etwa 1 Mrd. m³ Steine und Sand wurden über das Tal verteilt. Zwei frühere Bergstürze vor etwa 4.450 bzw. 7.300 Jahren, brachten Trümmer über mindestens 32 km vom Vulkan heran. Kürzlich verursachte der Vulkan etwa alle zehn Jahre kleinere Bergstürze einschließlich eines, der 1975 vier Geologen in der Nähe des Meager Creek tötete. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Mount-Meager-Massiv stabile Abschnitte des Pemberton Valley mit einem Bergsturz überzieht, wird auf einen Zeitraum innerhalb von 2.400 Jahren geschätzt. Es gibt kein Anzeichen für vulkanische Aktivität, die mit diesen Ereignissen gekoppelt wäre. Wissenschaftler warnen jedoch davor, dass der Vulkan einen massiven Bergsturz in besiedeltem Gebiet ohne Vorwarnung verursachen könnte.

In der Vergangenheit verursachte der Mount Rainier die größten Trümmerlawinen und erzeugte auch mächtige Lahare, die auf die Anwesenheit großer Gletschereismengen zurückzuführen sind. Seine Lahare haben den gesamten Weg bis zum Puget Sound zurückgelegt. Vor etwa 5.000 Jahren rutschte ein großes Stück des Vulkans ab; die Trümmerlawine trug zum massiven Osceola Mudflow bei, welcher bis zum heutigen Tacoma und in den Süden von Seattle reichte. Diese gewaltige Lawine aus Eis und Steinen trug die obersten des Berges ab und verringerte seine Höhe auf etwa . Etwa vor 530 … 550 Jahren ereignete sich der Electron Mudflow, der jedoch nicht so gewaltig wie der Osceola Mudflow war.

Menschheitsgeschichte hochkant=1.5|mini|Die größten Eruptionen von Kaskaden-Vulkanen in den letzten 4.000 Jahren mini|Erdbebenherde im Umfeld der Kaskaden

Indigene Völker haben das Gebiet vor tausenden von Jahren besiedelt und ihre eigenen Mythen und Legenden im Zusammenhang mit den Kaskaden-Vulkanen entwickelt. Nach einigen dieser Sagen wurden der Mount Baker, der Mount Jefferson, der Mount Shasta und der Mount Garibaldi als Fluchtorte bei einer Sintflut genutzt. Andere Geschichten wie die Sage von der Bridge of the Gods stellten mehrere Kaskadengipfel wie den Mount Hood und den Mount Adams als gottähnliche Häuptlinge dar, die Krieg gegeneinander führten, indem sie Feuer und Steine aufeinander warfen. Der Mount St. Helens mit seiner anmutigen Erscheinung von vor 1980 wurde als schönes Mädchen bewirtet, weswegen sich Hood und Adams in die Haare gerieten. Unter den vielen den Mount Baker betreffenden Geschichten erzählt eine, dass der Vulkan früher mit Mount Rainier verheiratet war und in seiner Nähe lebte. Später siedelte sie wegen eines Ehestreits nach Norden an ihre heutige Position um. Die eingeborenen Stämme geben den Gipfeln der Hoch-Kaskaden wie auch den niedrigeren Bergen ihre eigenen Namen; die bekanntesten sind Tahoma, der Lushootseed-Name des Mount Rainier. Mount Cayley und The Black Tusk sind den Squamish, die in der Nähe lebten, als „Landeplatz des Donnervogels“ bekannt.

Thermalquellen im kanadischen Teil des Bogens wurden ursprünglich von den First Nations genutzt und verehrt. Die Quellen am Meager Creek werden in der Sprache der Lillooet Teiq genannt und waren die am weitesten entfernten den Lillooet River aufwärts. Die Geist-Wesen/Zauberer – als „die Wandler“ (engl. „the Transformers“) bekannt – erreichten sie auf ihrer Reise in das Lillooet Country; sie waren außerdem ein „Trainings“-Ort für junge Indianer, an dem sie Kraft und Wissen erlangten. In diesem Gebiet wurde auch die Häuptlings-Pfeife aus schwarzem Stein (engl. „blackstone“), die ein wichtiges Artefakt der Lillooet darstellt, in Vulkanasche gefunden, welche vermutlich von der Eruption des Mount-Meager-Massivs von vor 2.350 Jahren stammt.