Reinhard Schau (* 8. September 1935 in Lyck, Ostpreußen; † 9. März 2019 in WeimarChristiane Weber: Weimarer Opern-Professor Reinhard Schau ist gestorben. In: Thüringer Allgemeine (online), 14. März 2019.) war ein deutscher Opernregisseur und Hochschullehrer.
Schau studierte Opernregie bei Heinz Rückert an der Hochschule für Musik in Halle (1954/55) und bei Carl Riha an der Hochschule für Musik in (Ost-)Berlin (1955–59).Kürschners Musiker-Handbuch 2006. K. G. Saur Verlag, München 2006, S. 405. Debüt 1959 in Schwerin, hier bis 1961.
Bis 1964 war er als Regisseur an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul tätig, wo er u. a. mit dem Dramaturgen Dieter Härtwig zusammenarbeitete.Sigrid Neef, Hermann Neef: Deutsche Oper im 20. Jahrhundert. Peter Lang, Berlin u. a. 1992, S. 266. Von 1964 bis 1969 war Schau Operndirektor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, anschließend bis 1977 Operndirektor der Bühnen der Stadt Magdeburg. Er inszenierte die Uraufführungen von Dieter Nowkas Oper Die Erbschaft (1960), Bill Brook und Old Fritz von Rainer Kunad (beide 1965), Udo Zimmermanns Weiße Rose (1968) und Die zweite Entscheidung (1970); die deutschsprachige Erstaufführung von Prokofjews Der wahre Mensch (1963), ebenso die DDR-Erstaufführungen von Strawinskys The Rake’s Progress (1964), Dantons Tod von Gottfried von Einem (1967) und Nordwind von Lew Knipper (1976). Horst Seeger: Opernlexikon. Henschelverlag, Berlin 1978, S. 490.
1977 erhielt Schau einen Ruf an die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, wo er bis 2001 die Opernschule leitete. Darüber hinaus hatte er eine Vertretungsprofessur für Szenenstudium und Musiktheater inne. 1982 promovierte er an der Martin-Luther-Universität Halle mit einer Dissertation über die Sängerausbildung in der DDR.Reinhard Schau: Untersuchungen zur Darstellungs-Ausbildung des solistischen sängerischen Nachwuchses für die Musiktheater der DDR. Dissertation, Univ. Halle 1982. Zwischen 1982 und 1988 veröffentlichte er Artikel in der Fachzeitschrift Theater der Zeit.Reinhard Schau, Autorenverzeichnis Theater der Zeit, abgerufen am 23. Mai 2018. Schau initiierte 1991 die Gründung des Fördervereins der Musikhochschule Weimar, dem er anschließend auch vorstand.Förderverein der Musikhochschule begeht 20-Jähriges. In: Thüringer Allgemeine (online), 15. September 2011.
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand ernannte ihn die Hochschule zu ihrem Ehrensenator.Ehrensenatoren und Ehrendoktoren, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, abgerufen am 23. Mai 2018. Seit 2003 veröffentlichte er mehrere Bücher: Szenen um Hugo Wolf, zur Geschichte des Weimarer Schlosses Belvedere und insbesondere des Musikgymnasiums Schloss BelvedereChristiane Weber: Buchpremiere – Dank Reinhard Schau liegt nun Buch über Musikgymnasium vor. In: Thüringische Landeszeitung (online), 10. Juli 2010. sowie der Marie-Seebach-Stiftung in Weimar.Sabine Brandt: 120 Jahre Marie-Seebach-Stiftung für bedürftige Bühnenkünstler. In: Thüringische Landeszeitung (online), 26. Oktober 2015.
Veröffentlichungen (Auswahl) Kinder des Südens. Szenen um Hugo Wolf. Hamburg 2003. Das Weimarer Belvedere. Eine Bildungsstätte zwischen Goethezeit und Gegenwart. Böhlau Verlag, Köln u. a. 2006. Das Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar. Geschichte und Gegenwart. Böhlau Verlag, Köln u. a. 2010. Die Stiftung der Marie Seebach – Ein Altenheim für Bühnenkünstler. Seit 1895 in Weimar. Böhlau Verlag, Köln u. a. 2015.
Einzelnachweise
Kategorie:Opernregisseur Kategorie:Darstellender Künstler (Schwerin) Kategorie:Darstellender Künstler (Magdeburg) Kategorie:Hochschullehrer (HfM Weimar) Kategorie:Ehrensenator der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann