Die Schlacht bei Horodok in der Woiwodschaft Ruthenien in Polen-Litauen (heute die Ukraine, Gebiet Lemberg) fand am 29. September 1655 während des Russisch-Polnischen Krieges von 1654 von 1667 statt. Die polnischen Streitkräfte wurden besiegt und zum Rückzug gezwungen, wobei ihre Vorräte den Russen in die Hände fielen. Die Russen rückten weiter vor und belagerten Lemberg, und Stanisław Potocki war mit den Resten seiner Armee bald gezwungen, sich den einfallenden Schweden zu ergeben.

Vorbereitung Im Frühjahr 1654 begann infolge des Vertrags von Perejaslaw ein Krieg mit Polen. Im Januar trafen Bohdan Chmelnyzkyj und der Bojar Wassili Borissowitsch Scheremetew gemeinsam auf polnische und tatarische Truppen bei Ochmatiw. Dort wehrten die russischen Truppen zwei Tage lang einen zahlenmäßig überlegenen Gegner ab und zogen sich anschließend nach Bila Zerkwa zurück, wo sich ein weiteres russisches Heer unter dem Kommando des Okolnitschis Wassili Wassiljewitsch Buturlin befand.

Im Juli brachen die Woiwoden gemeinsam mit Hetman Chmelnyzkyj zum Feldzug auf und drangen, begünstigt durch ihre anhaltenden Erfolge, nach Rotruthenien vor, wobei sie eine Stadt nach der anderen einnahmen. Im Sommer 1655 begannen die russisch-kosakischen Truppen ihre Offensive auf dem südlichen Kriegsschauplatz auszubauen. Im Raum Lemberg sammelten sich die Streitkräfte des Großhetmans Stanisław Potocki. Am 28. September erreichten die Truppen des Woiwoden Wassili Wassiljewitsch Buturlin und des Hetmans Bogdan Chmelnyzkyj Lemberg. Großhetman Potocki zog sich beim Herannahen des Gegners drei Werst von der Stadt zurück und bezog vorbereitete Stellungen bei Solonyj Horodok. Während Buturlin und Chmelnyzkyj Lemberg belagerten, wurde gegen die Truppen Potockis ein Verband unter dem Kommando des Stolniks Fürst Grigori Romodanowski und des Mirgoroder Obersten Grigori Lesnizki entsandt.Babulin, Igor S. 375–397

Die Schlacht Der polnische Großhetman Potocki, der das Herannahen des Gegners erwartete, nahm eine möglichst günstige Stellung ein. Bei Horodok wurde ein befestigtes Lager errichtet, das sich auf den Feldern des Dorfes Drosdowytschi befand. Im Süden wurde das Lager durch die Sümpfe des Flusses Wereschyzja geschützt. Der einzige Zugang zum Lager führte über einen Damm zwischen dem Teich und dem Fluss Wereschyzja. Die Vorposten des Großhetmans standen auf dem Damm und in Horodok. Hetman Potocki war von der Uneinnehmbarkeit seiner Stellung überzeugt und „glaubte, dass der Teich, der die Ortschaft umspült, und die zahlreichen weit ausgedehnten Wasserquellen ausreichend seien, um das Heer zu schützen, weshalb er lediglich den Damm befestigte“.

In der Nacht zum 30. September griffen die russisch-kosakischen Truppen die Stellungen des Heeres des Großhetmans an. Die Kosaken errichteten Dämme über die Wasserläufe, setzten darüber hinweg, gerieten mit den Wachposten in Kampf und warfen die Abteilung zurück, die ausgesandt worden war, um den Übergang zu verhindern. Gleichzeitig griff Fürst Romodanowski die polnischen Stellungen in Horodok an, wo ein Brand ausbrach. Die polnischen Truppen leisteten erbitterten Widerstand. Großhetman Potocki gelang es zunächst, den Gegner zurückzudrängen, doch schon bald stabilisierte sich die Front wieder, und beide Flügel der russisch-kosakischen Armee griffen das Lager des Großhetmans an.

Währenddessen bemerkten die polnischen Truppen das Herannahen eines weiteren Heeres. Dabei handelte es sich um eine Abteilung des Aufgebots aus Przemyśl, die sich mit dem Heer des Großhetmans vereinigen wollte. In der Unübersichtlichkeit des Gefechts glaubten die Polen jedoch, es handle sich um die Armee Chmelnyzkyjs und Buturlins. Daraufhin brach im Heer des Großhetmans Panik aus, und die Soldaten flohen vom Schlachtfeld.

Fürst Romodanowski fielen der Bunschuk des Großhetmans, Fahnen, Pauken, die Artillerie, der gesamte Tross sowie zahlreiche Gefangene in die Hände. Die fliehenden Soldaten des Großhetmans wurden in drei Richtungen verfolgt, teilweise bis nach Jarosław. Unter den Gefangenen befanden sich Jan Potocki, der Neffe des Großhetmans und Woiwode von Bracław, sowie der Starost von Wynohród, Hulewicz.История городов S. 223

Folgen Nach dem Sieg belagerten die Russen und Kosaken Lemberg. Um sich vor der Eroberung zu retten, zahlte die Stadt eine gewaltige Geldsumme. Anschließend wandten sich die Eindringlinge gegen Lublin und drangen nach Westen bis zur Weichsel bei Puławy und Kazimierz Dolny vor. Um seine Armee vor der völligen Vernichtung zu bewahren, unterwarf sich Potocki am 28. Oktober 1655 dem schwedischen König Karl X. Gustav und kapitulierte vor ihm.

Literatur Karol Marcinkowski, Cień złotego cielca nad walczącą Rzeczpospolitą 1655 r., Nakładem i drukiem "Straży", 1957 Babulin, Igor (2017). Важнейшие победы России в Русско-Польской войне 1654-1667 [The most important Russian victories in the Russo-Polish War of 1654-1667] (in Russian). Ответ рецензенту (Папакін А. Реванш російської історіографії: Канів, 1662 р.). История военного дела: исследования и источники. История городов и сел Украинской ССР. Львовская область, К., 1978

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Einzelnachweise

Horodok Horodok Kategorie:Konflikt 1655 Kategorie:Horodok (Lwiw)