mini|Theodor Harburger Theodor Harburger (8. September 1887 in München – 15. Oktober 1949 in Nahariya, Israel) war ein deutsch-israelischer Kunsthistoriker.

Leben Theodor Harburger kam als Sohn des Rechtsanwaltes Isaak Harburger (1849–1919)Stammbaum bei Alemannia Judaica und seiner Frau Helene (1861–1916) zur Welt. Nach seinem Abitur am Luitpold-Gymnasium im Jahr 1906 begann Harburger sein Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Während des Studiums verbrachte er das Sommersemester 1907 in Genf und das Sommersemester 1908 in Berlin. Er war Mitglied der paritätischen Studentenverbindung Freie Wissenschaftliche Vereinigung München.Bund Freier Wissenschaftlicher Vereinigungen: Die Monatsberichte des Bundes Freier Wissenschaftlicher Vereinigungen. Mai 1927. Berlin 1927, Nr. 296, 40. Jahrgang, Beiblatt S. 6.

Er belegte Seminare im Fach Kunstgeschichte bei Karl Voll, Hermann von Grauert und anderen. 1912 schloss er sein Studium bei Voll in München mit seiner Dissertation „Georg Pencz als Stecher und Maler“ ab.

Nach seinem freiwilligen Dienst während des Ersten Weltkrieges heiratete Harburger 1922 Meta (Miriam) Hoch (1895–1979). Von 1922 bis Mai 1927 war er in der Gewerbeliste als Großhändler für Futterstoffe registriert. Von 1926 bis 1932 erarbeitete Harburger im Auftrag des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden eine umfassende Inventarisierung von jüdischen Kunstobjekten, Friedhöfen, Synagogen in Bayern. Harburger schuf damit eine umfangreiche Dokumentation von jüdischen Kunst- und Kulturgütern in Bayern, die während der Zeit des Nationalsozialismus zerstört wurden. 1933 verließ Theodor Harburger zusammen mit seiner Frau München und ging mit ihr nach Palästina, wo er eine Pension in Tiberias und danach in Nahariya betrieb.

Nach seinem Tod im Jahr 1949 kam sein kompletter Nachlass mit allen Glasnegativplatten an die Central Archives for the History of the Jewish People (CAHJP) in Jerusalem.

Postume Veröffentlichung seiner Forschungsarbeit Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Herausgegeben von den Central Archives for the History of the Jewish People und dem Jüdischen Museum Franken, Fürth und Schnaittach, Bände 1–3, Fürth und Jerusalem 1998.

Literatur Theodor Harburger. In: Tatjana Neef (Heruageber): Unbelichtet / Unexposed. Münchner Fotografen im Exil / Munich Photographers in Exile. Kehrer Heidelberg 2010, Katalog zur Ausstellung des Jüdischen Museums München vom 10. Februar bis 23. Mai 2010, ISBN 978-3-86828-114-9, S. 129–130.

Weblinks

Biographie bei der Fakultät für Geschichte und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München Theodor Harburger collection bei Central Archives for the History of the Jewish People

Einzelnachweise

Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person des Judentums (München) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Deutscher Kategorie:Israeli Kategorie:Korporierter (Studentenverbindung) Kategorie:Geboren 1887 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Mann