mini|Kuppel der Rotunde der Immaculata University, in der die Macs am Aschermittwoch 1974 mit einem großen Bahnhof empfangen wurden. Mighty Macs ist der Spitzname aller Sportteams der Athletikabteilung der Immaculata University in Malvern im Chester County, Pennsylvania. Besonderen Ruhm hat das Damen-Basketballteam Anfang der 1970er Jahre errungen, als die Collegemeisterschaft dreimal in Folge gewonnen werden konnte. Jene Teams von 1972 bis 1974 wurden 2014 in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen und ihre Taten verfilmt.Doug Feinberg (Associated Press): Immaculata – The First Women's Basketball Dynasty. Auf: ESPN—Website; Burbank, CA, 19. Oktober 2011. Abgerufen am 23. Mai 2018 (in Englisch).
Die Hochschule Die Immaculata University wurde 1920 von der Kongregation der Schwestern, Dienerinnen des unbefleckten Herzens Marias 32 Kilometer außerhalb von Philadelphia als Mädchen-College Villa Maria gegründet. 1928 erfolgte die Umbenennung. Kardinal Dennis Dougherty, dessen Autorität in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil Unverständnis wecken mag, etablierte zwischen 1918 und 1951 ein umfassendes Bildungssystem von der Grund- bis zur Hochschule in der Erzdiözese von Philadelphia für nahezu 100 % der Gemeindejugend und ausschließlich spendenfinanziert. Viele Nonnen wurden in diesem System eingesetzt und ermöglichten so eine schulgeldfreie Highschool-Bildung. Die katholische Jugend profitierte auch von den moderaten Studiengebühren und konnte so anders als in anderen Städten etwa auch als Unterschichtssprössling eine Hochschule besuchen. Neben dem Bildungssystem gab es Banken, Versicherungen, Betriebe und Krankenhäuser, die eine konfessionelle Betreuung in nahezu allen Lebensbereichen ermöglichten.
Immaculata hatte sogar geringere Studiengebühren als vergleichbare Colleges in Pennsylvanien und richtete sich explizit an Einwanderer der zweiten und dritten Generation aus der Arbeiterschicht. Den Schützlingen sollte ein bürgerliches Auftreten beigebracht werden und die Studiengänge hatten selten eine Karriere als Ziel, da angenommen wurde, dass junge Mädchen nach der Hochzeit aus dem Berufsleben ausscheiden würden, weswegen das Hauptaugenmerk auf die freien Künste und die Geisteswissenschaften gelegt wurde.
Das Immaculata College erhielt 2002 die Universitätswürde und ist seit 2005 koedukativ, auch wenn die Studentenschaft noch immer zu fast 75 % weiblich ist (Stand: 2018).N. N.: U.S. News Best Colleges. Immaculata University. Auf: U.S. News—Website; New York, NY, 2018. Abgerufen am 23. Mai 2018 (in Englisch).N. N.: America's Top Colleges. Immaculata University. Auf: Forbes Media—Website; Jersey City, NJ, 2018. Abgerufen am 23. Mai 2018 (in Englisch).
Die Athletikabteilung der Hochschule Die in himmelblau und weiß spielende Athletikabteilung des Immaculata Colleges existiert seit 1939 und ihre Athleten hießen bis in die 60er Jahre „Mackies“, während der Term „Macks“ für die Nonnen reserviert war. 1965 votierte die Studentenschaft für den Scotch Terrier als Maskottchen, was in Anlehnung an schottische Clannamen zu dem Spitznamen „Macs“ führte. Das „Mighty“ kam erst durch den Lokaljournalisten der West Chester Daily Local News George Heaslip nach der ersten Collegemeisterschaft hinzu.
Die Athletikabteilung spielt in Division III der National Collegiate Athletic Association (NCAA), was Sportstipendien ausschließt. Bis 2017/18 spielte die Hochschule in der Colonial States Athletic Conference und tritt seit 2018/19 in der neugegründeten Atlantic East Conference an.N. N.: Immaculata Part of Formation of New Division III Conference. Auf: Mighty Macs—Website; Immaculata, PA, 1. März 2018. Abgerufen am 23. Mai 2018 (in Englisch). Von beiden Geschlechtern ausgeübte Sportarten: Basketball Fußball Geländelauf Golf Lacrosse Leichtathletik Schwimmen Tennis Volleyball Von den Damen ausgeübte Sportarten: Von den Herren ausgeübte Sportarten: Softball Feldhockey Baseball
Damenbasketball in den Vereinigten Staaten Der im protestantischen YMCA entwickelte Basketball setzte sich schnell als die bevorzugte Sportart der Arbeiterklasse durch. Der Sport kam in der Enge urbaner Arbeiterviertel ohne erforderliche Ausrüstung mit geringstem Platz aus, weswegen er in kürzester Zeit zur Kultur katholischer, jüdischer und spätestens seit der Great Migration auch afrikanisch-amerikanischer Unterschichten gehören sollte. Im katholischen Teil Philadelphias wurde aus Geldmangel deswegen meist ausschließlich Basketball als Schulsport angeboten. Zur Verbreitung des Basketballs in Philadelphia trug außerdem zum einen das Verbot „nationaler“ Kirchengemeinden bei, was schließlich zu einer Innen- wie Außenansicht jener Deutschen, Iren, Italiener, Polen und anderer als „katholische Amerikaner“ im Gegensatz zu „europäischen Einwanderern“ und damit zu einer weitläufigen und selbstbewussten Gemeinde führte. Zum anderen trug die Philadelphia Catholic League, eine 1920 von Monsignor John Bonner gegründete Highschool-Liga für Basketball, American Football und Leichtathletik, zur Verbreitung des Basketballs bei. Für Bonner gehörte sportlicher Wettbewerb auf Grund der ihm innewohnenden moralischen Lektionen zur Erziehung dazu. Als er 1926 zum Superintendenten der Schulen ernannt wurde, setzte er deshalb selbstverständlich auf den Ausbau dieser Liga, die in und um Philadelphia dermaßen dominant war, dass die dem YMCA nachempfundene Catholic Youth Organisation (CYO) in Philadelphia erst vergleichsweise spät Ende der 1940er Jahre Fuß fasste. Dem Damenbasketball kam hierbei Kardinal Doughertys Überzeugung der nach Geschlechtern zu trennenden Erziehung zugute. Anders als in anderen armen Diözesen wurden nämlich immer zwei Schulen errichtet, eine für Jungen und eine für Mädchen. Und so nahmen die Damen zwangsläufig ebenfalls am sportlichen Wettbewerb teil.
Was keineswegs selbstverständlich war. Denn Damensport war in den USA im Gegensatz zu Europa bedeutend länger umstritten und wurde nicht vor den 1950er und 1960er Jahren allgemein akzeptiert, nachdem sich der Kalte Krieg zwischen den USA und der UdSSR auf die Aschenbahnen verlegt hatte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Frauen etwa abgeraten, zu ausgiebig am großen Radfahr-Trend teilzunehmen, um die Entstehung des „Radfahrer-Gesichts“ zu vermeiden. Es wurde ferner befürchtet, dass Sport die Reproduktionsorgane schädigen könne und es wurde vor einer allgemeinen Maskulinisierung körperlicher und geistiger Natur gewarnt. Dazu vertrug sich der sportliche Wettbewerb nicht mit vermeintlich weiblichen Tugenden und Eigenschaften. Deswegen trafen sich Colleges häufig zu sogenannten Play Days, an denen sich die Athletik-Teams aufteilten und paritätisch aus beiden Teams bestehend neu zusammensetzten und Sport gespielt werden konnte. Es war beabsichtigt, den Wettbewerb zu Gunsten der Kooperation in den Hintergrund treten zu lassen. Darüber hinaus sollte der Körperkontakt reduziert werden, was zu speziellen Damen-Regeln führte, denn Sport für Damen wurde durch Mittel- und Oberschichts-Augen lediglich als Zeitvertreib für nicht arbeitende Ehefrauen betrachtet, während Unterschichtsfrauen harte körperliche Betätigung selbstverständlich von Kindesbeinen an gewohnt waren.
Ende des 19. Jahrhunderts war ein Regelkomitee der Division for Girls’ and Women’s Sports (DGWS) entstanden, an dem die „Mutter des Damenbasketballs“ Senda Berenson Abbott teilnahm, und das der angeblich nachgiebigen weiblichen Natur Rechnung tragen sollte. Zwei Jahre zuvor im Jahre 1897 hatte Alice Bertha Foster vom Bryn Mawr College noch einen medizinischen Feldzug für die Vorteile des Damenbasketballs führen müssen, immerhin trugen Frauen zur damaligen Zeit noch Korsette. Diese Regeln führten zu einer Aufteilung des Spielfeldes in drei, später zwei Teile, die von den sechs Spielerinnen pro Team nicht verlassen werden durften.Jone Johnson Lewis: History of Women's Basketball in America. A Timeline of Women's Basketball History 1891 to Present. Auf: Thought Co.—Website; New York, NY, 18. März 2017. Abgerufen am 27. Mai 2018 (in Englisch). Anfang der 1960er Jahre wurde der Rover eingeführt, eine Spielerin, die in beiden Spielhälften agieren durfte. Limitiert waren auch die Dribblings, sie steigerten sich von einem Dribbling vor dem Pass über zwei und drei zu einer unbegrenzten Zahl an Dribblings. Diese Regeln galten auf Collegeebene im Nordosten der USA bis 1971 und in Iowa sogar bis in die 1990er Jahre. Am Immaculata College galt Körperkontakt immer als Foul und selbst legale Steals oder Sprungbälle wurden sanktioniert, um die Aggression einzuschränken – dazu kam ein Entschuldigungsritual – und um damenhaftes Verhalten zu betonen.
Frauen spielten natürlich auch nach Männerregeln. Ora Washingtons Philadelphia Tribune Girls der 20er und 30er Jahre spielten beispielsweise nahezu ausschließlich Ganzfeld-Basketball. Denn die DGWS regulierte nur College-Basketball und nicht professionelle und semi-professionelle Werks- und Challenge-Teams, den Wettbewerb der Amateur Athletic Union (AAU) oder den Highschoolsport. In der Philadelphia Catholic League wurde dennoch nach DGWS-Regeln gespielt, was wahrscheinlich der frühen Aufnahme des Spielbetriebes geschuldet war, als es noch keine Konkurrenz durch öffentliche Schulen gab bzw. diese keinen inter-schulischen Basketball anboten und lediglich innerhalb der eigenen Mauern spielen ließen. In den kinderreichen Familien der Einwanderer spielten die Töchter dagegen in ihrer Freizeit auf Spielplätzen oder hinter dem Haus naturgemäß mit Brüdern und Eltern Basketballvarianten wie „Drei gegen Drei“ oder „H-O-R-S-E“ und dies in geschwisterlicher Rivalität meist äußerst intensiv. Informelle Immaculata-Teams gab es deswegen bereits in den 20er Jahren vor der Gründung der Athletikabteilung. Damenbasketball war in Philadelphia und Umgebung jedenfalls angesehen und Highschool-Spielerinnen wie Liz Ann Kelly, Schwester von Grace, spielten vor vierstelligen Zuschauerzahlen. Spielerinnen des Immaculata Colleges setzten sich so meist aus den Kapitäninnen ihrer ehemaligen Highschool-Teams zusammen.
Die Mighty Macs Ihren ersten Erfolg feierten die Mackies 1946, als es weder Turniere noch Meisterschaften für Damen gab, mit dem Gewinn der Mythischen Meisterschaft. Eine Mythische Meisterschaft ist ein Finale oder eine Finalserie zwischen zwei in einer Saison konsensuell als die besten angesehenen Mannschaften. Am ehrenvollsten ist natürlich eine Perfekte Saison ohne Niederlage, es werden aber auch Über-Kreuz-Vergleiche zur Bestimmung der Spielstärke herangezogen. Diese Bestimmung ist genauso gut oder schlecht wie die Bestimmung durch die Tabelle eines Ligenbetriebes.
Kapitän Eva „Evie“ Adams (Atkinson), Betty und Peggy Bissinger, Rita Haley, Pat Brennan und Helen „Toddy“ Kirsch, die später unter ihrem Ordensnamen Schwester Marita David Kirsch bekannt wurde, sollten die Owlettes der Temple University schlagen, die unter ihrem Coach Pat Collins in den 1940er Jahren eine wahre Basketball-Dynastie aufgebaut hatten. Immaculata-Coach Marie Schultes (McGuinness), Teamchef von 1943 bis 1947, hatte selbst an der öffentlichen und koedukationalen Temple University unter Mentorin Collins studiert. Bis zu jenem 5. März, einem Dienstag, war Temple ganze vier Jahre ungeschlagen geblieben.Karen Guenther: Mighty Macs. Auf: The Encyclopedia of Greater Philadelphia—Website; Camden, NJ, 2016–2018. Abgerufen am 23. Mai 2018 (in Englisch).