Petra Krause (* 19. Februar 1939 in Berlin; † vor oder am 2. April 2025 in Mailand) war eine Überlebende des Holocaust und spätere deutsch-italienische Terroristin, die mit ihrer Gruppe in den 1970er-Jahren unter anderem die Rote Armee Fraktion (RAF) und die Roten Brigaden mit Waffen belieferte.
Leben Krause wurde als Kind jüdischer Eltern geboren. Gemeinsam mit ihrer Mutter wurde sie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Mutter wurde im KZ ermordet, Krause selbst überlebte die dortigen Misshandlungen und medizinischen Experimente. Nach dem Krieg lebte sie bei einer Adoptivfamilie im damaligen Ostdeutschland, diese flüchtete mit ihr später in den Westen. Krause wurde durch die Ehe mit einem Arzt zur italienischen Staatsbürgerin.
1975 wurde sie in Zürich wegen Verdachts auf Sprengstoff- und Waffenschmuggel für verschiedene terroristische Gruppierungen in halb Europa festgenommen. 1976 ging der Bundesrat nicht auf die Forderung der Flugzeugentführer von Entebbe auf Freilassung der in Zürich in Untersuchungshaft befindlichen Petra Krause ein.Krause, Petra, dodis.ch Sie wurde von Rechtsanwalt Bernard Rambert von der Rechtsauskunft Anwaltskollektiv verteidigtLucien Scherrer, Der rote Beni und die Terroristen, in: Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 4. April 2015 und 1977 nach Italien ausgeliefert, wo sie nach wenigen Tagen auf freien Fuß kam. 1981 wurde Krause vom Obergericht des Kantons Zürich in entschuldigter Abwesenheit verurteilt.Marcel Gyr: Die Terroristin, die der Schweiz Folter vorwarf, in: Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 15. September 2017Andreas Tobler: , in: Tages-Anzeiger, 15. September 2017Martin Steiger: Urteil gegen Terroristin Petra Krause vom 9. März 1981, bei: Steiger Legal, 17. Mai 2018 Die Verfahren gegen Krause in der Schweiz fanden vor dem Hintergrund des Deutschen Herbstes statt und führten auch zu Kontroversen über die Haftbedingungen.Urs Hafner: Die Terroristin, die zum Opfer wurde, bei: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, 23. Oktober 2016 Die Verfahren fielen außerdem in die Zeit des Linksterrorismus in der Schweiz.Sabine Bitter: «Schweizer RAF»: Halbstarke Männer, missglückte Bombenanschläge, Interview mit Dominique Grisard, bei: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 28. März 2017, bei: Dodis (Diplomatische Dokumente der Schweiz)
Krause war mit der deutschen Politikerin und DDR-Agentin Brigitte Heinrich befreundet. In Zürich arbeitete sie kurzzeitig bei dem Buchhändler Theo Pinkus. Sie starb im Frühjahr 2025 im Alter von 86 Jahren in Mailand.
Weblinks Jens Renner: Petra Krause (1939–2025): Gewaltfreiheit als «bourgeoiser Luxus», woz.ch, 10. April 2025
Einzelnachweise
Kategorie:Häftling im KZ Auschwitz Kategorie:Verurteilte Person Kategorie:Waffenhändler Kategorie:Rote Armee Fraktion Kategorie:Deutscher Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Frau