|} Die Bahnstrecke Soissons–Givet ist eine französische Normalspur-Eisenbahnstrecke, zwischen den Orten Soissons (Département Aisne) und Givet. Von den über 200 dazwischen liegenden Kilometern werden 17 heute nicht mehr bedient und wurden zum Teil sogar abgebaut. Sie war eine wichtige Verbindung in den Ardennen. Die Infrastruktur wird heute von der staatlichen SNCF Réseau verwaltet, die sie zum 1. Januar 2015 vom Schieneninfrastrukturunternehmen Réseau ferré de France (RFF) übernommen hat.
Streckenbeschreibung Diese Bahnstrecke zweigt in Soissons von der Bahnstrecke La Plaine–Hirson, die Paris Nord mit Laon und Hirson verbindet, ab. Sie verläuft zunächst im breiten Tal der Aisne, das sie bei Ciry-Salsogne zugunsten jenes der Vesne verlässt, und trifft nach 23 km in Bazoches auf die Bahnstrecke Trilport–Bazoches, deren Verkehr sie heute übernimmt, weil dieser Streckenteil inzwischen stillgelegt ist. Nach 55 km erreicht sie die Départementshauptstadt Reims. Ab hier verläuft die Strecke nicht mehr in ostsüdöstliche, sondern in nordöstliche Richtung. Bei Kilometer 142 erreicht sie den Bahnhof Charleville-Mézièressiehe auch :fr:Gare de Charleville-Mézières. und führt dann in vielen Mäandern dem Fluss Maas folgend nach Givet an der belgischen Grenze, die sich von dort mit einer inzwischen stillgelegten Verbindungsstrecke bis Dinant in Belgien als Athus-Maas-Linie nach Namur und Brüssel fortsetzt. Die franko-belgische Verbindung wurde in den 1980er Jahren stillgelegt. Die gesamte heute noch befahrene Strecke ist zweigleisig; der Abschnitt zwischen Reims und Charleville ist mit Wechselspannung 25 kV, 50 Hz elektrifiziert.
Geschichte Am 19. Juli 1853 wurde die Strecke vom Minister für öffentliche Arbeiten auf 99 Jahre konzessioniert. Konzessionsnehmer war die Compagnie des chemins de fer des Ardennes (auch als Compagnie des Ardennes bekannt), die in der Ardennen-Region mehrere Strecken bauen und betreiben wollte.Jean-Baptiste Duvergier: Collection complète des lois, décrets, ordonnances, réglements, et avis du Conseil d’Etat, Bibliothèque nationale de France, département Droit, économie, politique, 8-F-886, 1857 Wenige Jahre später wurde die Gesellschaft von den Chemins de fer de l’Est aufgekauft, die die Strecken weiter bewirtschaftete.
Die folgenden Streckenteile wurden an diesen Tagen eröffnet beziehungsweise geschlossen oder entwidmet (P = Personenverkehr, G = Güterverkehr): Strecke km von km bis Eröffnung Schließung P Schließung G Entwidmung Soissons–Reims 0 54,8 16.04.1862 Soissons–Bazoches 0 23,2 05.05.1938 Anschlussgleise Ciry-Sermoise 10,7 11,5 17.10.2001 Ciry-Sermoise–Braine 11,5 15,8 17.10.2001 Anschlussgleise Braine 15,8 16,9 20.09.1995 Reims–Rethel 54,8 94 10.06.1858 Rethel–Charleville-Mézières 94 142,5 15.09.1858 Charleville-Mézières–Nouzonville 142,5 149,8 14.09.1859 Nouzonville–Givet 149,8 206,1 28.04.1862 Givet–Grenze 206,1 209,2 05.02.1863 02.06.1988 01.06.1989
Im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke Mohon–Thionville zum 2. Juli 1954 wurde auch der knapp zwei Kilometer kurze Abschnitt Mohon–Charleville-Mézières mitelektrifiziert. Der Abschnitt von Reims bis Mohon wurde am 8. Dezember 1964 elektrifiziert.
Siehe auch Geschichte der Eisenbahn in Frankreich
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Grand Est