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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung der Stadt Mainz tabellarisch und graphisch wieder. Die Entwicklung ist auch anhand des Artikels über die Stadtgeschichte nachzuvollziehen.

Am 31. Dezember 2020 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Mainz nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 217.123 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit hat die Bevölkerungszahl zum ersten Mal nach zehn Jahren keinen neuen historischen Höchststand erreicht. In dieser Zeit zwischen 2010 und 2019 (31. Dezember 2011) überschritt die Stadt zudem die Grenze von 200.000 Einwohnern.

Einwohnerentwicklung

Im 1. Jahrhundert betrug die Gesamteinwohnerzahl je nach Stationierung von römischen Legionen bis zu 50.000, wobei die Anzahl der Zivilbevölkerung in Mogontiacum im unteren fünfstelligen Bereich gelegen haben dürfte.Karl-Viktor Decker, Wolfgang Selzer: Mainz von der Zeit des Augustus bis zum Ende der römischen Herrschaft. In: Hildegard Temporini, Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt: Geschichte und Kultur Roms im Spiegel der neueren Forschung. Band II.5.1, Walter de Gruyter, Berlin 1976, ISBN 3-11-006690-4, S. 504 Zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert lebten nur wenige tausend Menschen in der Stadt. Im Jahre 1300 hatte Mainz 24.000 Einwohner. Der Rückgang der Bevölkerung 1463 auf 5.750 ist vor allem auf die Auswirkungen der Pest und den für die Stadt ungünstigen Ausgang der Mainzer Stiftsfehde zurückzuführen. In den folgenden Jahrhunderten stieg die Einwohnerzahl, bedingt durch Seuchen, Kriege und Hungersnöte, nur langsam.

Ab 1853 erlebte Mainz durch Ansiedlung von Industrie und den Anschluss an das Eisenbahnnetz einen starken Bevölkerungszuwachs. Lebten 1852 erst 37.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 84.000. Im Jahre 1908 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Mainz die Grenze von 100.000, weshalb sie als Großstadt kategorisiert wird.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt vor allem durch zahlreiche Eingemeindungen (in Klammern die Einwohnerzahl): am 1. April 1907 Mombach (6650), am 1. April 1908 Kastel mit Amöneburg (9070), am 1. Januar 1913 Kostheim (7700), am 1. Januar 1930 Bretzenheim (6100), Weisenau (6600), Bischofsheim (5950), Ginsheim und Gustavsburg (4950) sowie am 1. April 1938 Gonsenheim (10.350).

Die Bedeutung von Mainz im Ersten Weltkrieg als Garnisonsstadt wird an den Ergebnissen der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 deutlich. So wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 122.876 Personen ermittelt. Davon waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 22.857 Militärpersonen und 868 Kriegsgefangene. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bei 19,3 Prozent. Nicht in der Statistik enthalten sind 79 vorübergehend abwesende Militärpersonen.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, bei der Volkszählung vom 17. Mai 1939, wurden 158.533 Einwohner gezählt. Der Krieg verschonte die Stadt zunächst. Erst 1942 fanden die ersten schwereren Bombenangriffe statt. Der schlimmste Angriff ereignete sich am 27. Februar 1945, als Mainz durch britische Bomber fast völlig zerstört wurde und 1.200 Menschen getötet wurden. Durch Brandbomben war ein Feuersturm entfacht worden. Am Ende des Krieges war die Stadt zu 80 Prozent zerstört. Als die amerikanische Armee am 22. März 1945 Mainz einnahm, lebten noch 40.000 Menschen in den Ruinen. Insgesamt verlor die Stadt 75 Prozent ihrer Bewohner.

Am 10. August 1945 sank die Bevölkerung durch die Ausgliederung der rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz (1946 = 18.266 Einwohner; 2.261,99 Hektar, 1950 = 21.407 Einwohner). Durch die Rückkehr der Zwangsevakuierten und den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl bis 1952 wieder über die Grenze von 100.000. Erst durch die Eingemeindung zahlreicher Orte (Drais, Ebersheim, Finthen, Hechtsheim, Laubenheim, Marienborn) am 8. Juni 1969 wurde der Vorkriegsstand wieder erreicht. Die Bevölkerung wuchs durch die Eingemeindungen um etwa 23.000 Personen.

Bis 24. Mai 1987 stieg die Bevölkerungszahl nach amtlicher Fortschreibung auf 189.290. Der Rückgang der Einwohnerzahl um knapp 17.000 Personen auf 172.529 bei der Volkszählung am 25. Mai 1987 resultiert einerseits aus einer fehlerhaften Fortschreibung auf Grund des langen Zeitraumes seit der letzten Volkszählung 1970 und andererseits auf die Einführung des Begriffes der „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Da Studenten oftmals nur einen Zweitwohnsitz in der Universitätsstadt haben, werden diese somit von den Statistischen Ämtern im Gegensatz zur Definition „Wohnbevölkerung“ nicht zu den Einwohnern des maßgebenden Ortes gerechnet.

Der Anstieg der Bevölkerung um 8.000 Personen auf 194.000 Einwohner im Jahre 2005 ist auf die Einführung einer Zweitwohnungsteuer zurückzuführen. Im Jahre 2018 stand die Stadt mit 217.118 Einwohnern unter den deutschen Großstädten an 36., innerhalb von Rheinland-Pfalz an erster Stelle.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1815 handelt es sich meistens um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1834 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die „Wohnbevölkerung“ und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1834 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 50 n. Chr. bis 1870

(jeweiliger Gebietsstand)

Jahr Einwohner 50 16.000 450 5.000 750 5.000 1180 10.000 1300 24.000 1463 5.750 1545 10.000 1648 7.500 1700 20.000 1771 26.753 1780 32.482 1800 21.218 1801 22.325 Jahr/Datum Einwohner 1802 21.583 1806 23.505 1809 24.142 1813 25.600 1814 23.202 1815 23.647 1. Dezember 1816 ¹ 25.251 1. Dezember 1819 ¹ 25.390 1. Dezember 1822 ¹ 26.800 1. Dezember 1825 ¹ 28.409 1. Dezember 1828 ¹ 28.439 1. Dezember 1831 ¹ 30.234 3. Dezember 1834 ¹ 31.535 Datum Einwohner 3. Dezember 1837 ¹ 31.702 3. Dezember 1840 ¹ 32.142 3. Dezember 1843 ¹ 33.826 3. Dezember 1846 ¹ 36.656 3. Dezember 1849 ¹ 35.140 3. Dezember 1852 ¹ 36.741 3. Dezember 1855 ¹ 36.833 3. Dezember 1858 ¹ 37.102 3. Dezember 1861 ¹ 41.411 3. Dezember 1864 ¹ 42.185 3. Dezember 1867 ¹ 43.140 ¹ Volkszählungsergebnis

Von 1871 bis 1944

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 53.902 1. Dezember 1875 ¹ 56.400 1. Dezember 1880 ¹ 60.905 1. Dezember 1885 ¹ 65.852 1. Dezember 1890 ¹ 71.395 2. Dezember 1895 ¹ 76.946 1. Dezember 1900 ¹ 84.251 31. Dezember 1901 85.864 31. Dezember 1902 87.375 31. Dezember 1903 88.875 31. Dezember 1904 90.375 1. Dezember 1905 ¹ 91.179 31. Dezember 1906 91.663 31. Dezember 1907 98.981 31. Dezember 1908 108.985 31. Dezember 1909 109.844 Datum Einwohner 1. Dezember 1910 ¹ 110.634 31. Dezember 1911 112.167 31. Dezember 1912 121.301 31. Dezember 1913 122.060 1. Dezember 1916 ¹ 126.184 5. Dezember 1917 ¹ 122.876 8. Oktober 1919 ¹ 107.930 31. Dezember 1919 108.721 31. Dezember 1920 108.390 31. Dezember 1921 107.475 31. Dezember 1922 107.543 31. Dezember 1923 101.482 31. Dezember 1924 104.390 16. Juni 1925 ¹ 108.552 31. Dezember 1925 109.965 31. Dezember 1926 110.274 Datum Einwohner 31. Dezember 1927 110.595 31. Dezember 1928 110.783 31. Dezember 1929 110.166 31. Dezember 1930 133.999 31. Dezember 1931 134.115 31. Dezember 1932 134.267 16. Juni 1933 ¹ 142.627 31. Dezember 1933 142.281 31. Dezember 1934 143.697 31. Dezember 1935 144.287 31. Dezember 1937 144.124 31. Dezember 1938 158.900 17. Mai 1939 ¹ 158.533 31. Dezember 1940 158.000 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadt Mainz

Eine realitätsnähere Einschätzung der Bevölkerungsentwicklung im Zweiten Weltkrieg ergeben die Ergebnisse der Verbrauchergruppenstatistiken, die aus den Daten der Lebensmittelzuteilungen gewonnen wurden und 1953 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden. Nach der Kleinen Verbrauchergruppenstatistik umfasste die versorgte Zivilbevölkerung in Mainz Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Statistische Berichte, Arb.-Nr. VIII/19/1, Die Zivilbevölkerung des Deutschen Reiches 1940–1945. Ergebnisse der Verbrauchergruppen-Statistik. Wiesbaden 1953, S. 37 Anfang Februar 1943 131.460 Personen (darunter 4.727 Gemeinschaftsverpflegte), Anfang Februar 1944 130.576 (darunter 9.553 Gemeinschaftsverpflegte) und Mitte Oktober 1944 129.159 Personen (darunter 11.286 Gemeinschaftsverpflegte).

Von 1945 bis 1989

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner 22. März 1945 40.000 31. Dezember 1945 73.556 29. Oktober 1946 ¹ 75.020 31. Dezember 1947 79.502 13. September 1950 ¹ 88.369 31. Dezember 1951 96.005 31. Dezember 1952 101.476 31. Dezember 1953 106.583 25. September 1956 ¹ 115.812 6. Juni 1961 ¹ 134.375 31. Dezember 1961 135.192 31. Dezember 1962 138.777 31. Dezember 1963 141.201 31. Dezember 1964 143.460 Datum Einwohner 31. Dezember 1965 146.224 31. Dezember 1966 149.387 31. Dezember 1967 150.608 31. Dezember 1968 149.154 31. Dezember 1969 176.720 27. Mai 1970 ¹ 172.195 31. Dezember 1970 174.259 31. Dezember 1971 178.639 31. Dezember 1972 181.724 31. Dezember 1973 183.363 31. Dezember 1974 184.030 31. Dezember 1975 183.880 31. Dezember 1976 183.911 31. Dezember 1977 183.858 Datum Einwohner 31. Dezember 1978 184.416 31. Dezember 1979 186.200 31. Dezember 1980 187.392 31. Dezember 1981 187.564 31. Dezember 1982 186.467 31. Dezember 1983 187.080 31. Dezember 1984 187.447 31. Dezember 1985 188.571 31. Dezember 1986 189.005 25. Mai 1987 ¹ 172.529 31. Dezember 1987 173.282 31. Dezember 1988 174.828 31. Dezember 1989 177.062 Quellen: Stadt Mainz (bis 1970), Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (ab 1971)

¹ Volkszählungsergebnis

Ab 1990

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner 31. Dezember 1990 179.486 31. Dezember 1991 182.867 31. Dezember 1992 184.646 31. Dezember 1993 185.487 31. Dezember 1994 184.627 31. Dezember 1995 183.720 31. Dezember 1996 184.752 31. Dezember 1997 186.136 31. Dezember 1998 185.970 31. Dezember 1999 183.134 31. Dezember 2000 182.870 31. Dezember 2001 185.293 31. Dezember 2002 186.103 Datum Einwohner 31. Dezember 2003 185.532 31. Dezember 2004 186.061 31. Dezember 2005 ¹ 194.372 31. Dezember 2006 196.425 31. Dezember 2007 198.118 31. Dezember 2008 197.623 31. Dezember 2009 197.778 31. Dezember 2010 199.237 31. Dezember 2011 200.957 31. Dezember 2012 202.756 31. Dezember 2013 204.268 31. Dezember 2014 209.402 31. Dezember 2015 209.779 Datum Einwohner 31. Dezember 2016 213.528 31. Dezember 2017 215.110 31. Dezember 2018 217.118 31. Dezember 2019 218.578 31. Dezember 2020 217.123 31. Dezember 2022 220.552 31. Dezember 2023 223.871 31. Dezember 2024 224.684 31. Dezember 2025 223.888 ¹ Nach Einführung einer Zweitwohnungsteuer

Quelle:Dashboard Bevölkerung - Gemeinden, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Bevölkerungsstruktur

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Stadt Mainz als Hauptwohnsitz.

Bevölkerung Stand: 30. Juni 2018 Einwohner 216.055 davon weiblich 110.854 Deutsche 142.647 davon weiblich 74.751 Deutsche mit Migrationshintergrund 33.193 davon weiblich 16.825 Ausländer 40.215 davon weiblich 19.278 Ausländeranteil in Prozent 18,6 Quelle: Einwohnermelderegister der Landeshauptstadt Mainz; Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen; Statistikstelle

Altersstruktur mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für Mainz (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Mainz, Alter + Geschlecht.)

Die folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur vom 31. Dezember 2011 (Hauptwohnsitze).

Alter Einwohnerzahl Anteil in Prozent unter 2 3.617 1,8 2–5 6.832 3,4 6–9 6.230 3,1 10–15 9.445 4,7 16–19 7.033 3,5 20–34 53.455 26,6 35–49 43.809 21,8 50–64 35.368 17,6 65–79 25.522 12,7 über 80 9.646 4,8 Gesamt 200.957 100,0 Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Ortsbezirke miniatur|400px|Ortsbezirke der Landeshauptstadt Mainz