mini| (), „Poema de José“. Anfangs-Strophen dieses Aljamiado-Gedichtes in der arabischen Urschrift. Nach , BNE ms. 11/9409, olim T. 12 , in der Edition von Ramón Menéndez Pidal.
Das „Poema de José“, ;Georg Ticknor: Geschichte der schönen Literatur in Spanien: Deutsch mit Zusätzen. Hrsg. von Nikolaus Heinrich Julius. Zweiter Band, Leipzig 1867: Gedicht auf Josef books.google.nl , Originaltitel: Hadiith de Yuuçuf ()So der Originaltitel, wie man ihn in der Handschrift «A» findet. Siehe: William Weisiger Johnson: The Poema de José. A transcription and comparison of the extant manuscripts. In: Romance Monographs n° 6 (University of Mississippi). Gedruckt in Spanien: Artes Gráficas Soler Valencia 1974, ISBN 84-399-1996-4, S. 29 und S. 94. ist ein altspanisches Strophen-Gedicht, das zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert von einem anonymen Mudéjar oder Morisken in Aragonien oder in al-Andalus verfasst worden ist.
Es zeichnet sich durch drei Besonderheiten aus:
Zum Ersten zeigen die Handschriften eine komplexe graphematische Struktur. Das sprachlich , alt-aragonesische Poem ist in einem der spanischen Sprache fremden graphischen System verfasst, nämlich im und zwar im maghrebinischen Duktus, der zur Familie der kufischen Schriftarten gezählt wird. Es handelt sich beim „José“ um ein berühmtes Beispiel der sogenannten -Literatur. Zum Zweiten fällt die verwendete Vers- und Strophenform auf, die in der spanischen Verslehre genannt wird: „Die ist eine vierzeilige Alexandriner-Strophe, die jeweils auf einem einzigen Vollreim läuft.“Rudolf Baehr: Spanische Verslehre auf historischer Grundlage. In: Sammlung kurzer Lehrbücher der romanischen Sprachen und Literaturen. 16, Niemeyer, Tübingen 1962, S. 182. Dieses metrische Schema ist durch Poeten wie Gonzalo de Berceo der gelehrten hochmittelalterlichen Dichterschule „mester de clerecía“ im 13. Jahrhundert berühmt gemacht worden:
Zum Dritten schildert dieses Strophengedicht die Josefsgeschichte nicht aus biblischer (Gen 1,37–50), sondern . Der Koran widmet der Geschichte von Josef und seinen Brüdern ein eigenes Kapitel, die mekkanische Sure 12 – „Joseph“ (), welche in 111 Versen „die schönste der Geschichten“ zusammenhängend erzählt.Sure 12 – Joseph (Yūsuf), Vers 3 Manches findet sich auch in Prophetenlegenden, in Hadithen ath-Thaʿlabīs, in Korankommentaren az-Zamachscharīs und Werken des Historikers at-Tabarī.
Einige Angaben gehen sogar bis auf die ältesten rabbinischen Kommentare zur Tora wie Midrasch Rabba, Midrasch Tanchuma und Sefer ha-Jaschar zurück.
Weitere Quellen dieser aljamiadischen Bearbeitung der Josefslegende sind die mit märchenhaften Elementen verzierten Liebeserzählungen der Firdausi (940-1020)Max Grünbaum: Zu Schlechta-Wssehrd’s Ausgabe des „Jussuf und Suleicha“. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG). Band 44, Nr. 3, 1890, S. 445–477 (II. Poema de José. S. 453, ). und Dschāmi (1414–1492).Nūru’d-Dīn ʿAbdu’r-Raḥmān-i Dschāmi: Joseph und Suleïcha. Historisch-romantisches Gedicht des Mewlana Abdurrahman Dschāmi. Aus dem Persischen mit Anmerkungen übersetzt von Vincenz Edler von Rosenzweig, Wien 1824 (books.google.de). – zweisprachige Ausgabe (persisch-deutsch).Erika Glassen: Die Josephsgeschichte im Koran und in der persischen und türkischen Literatur. In: Frank Link (Hrsg.): Paradeigmata: literarische Typologie des Alten Testaments. Band 1, Duncker & Humblot Berlin, 1989, S. 169–179 (freidok.uni-freiburg.de PDF).
Je nach dem verwendeten Transliterationssystem wird das „Poema de José“ von den jeweiligen Herausgebern unterschiedlich betitelt: „El Alhadiths de Júsuf el Patriarca“ – Florencio Janer,Florencio Janer (Hrsg.): Poema de José (El Alhadiths de Júsuf) In: Biblioteca de Autores Españoles (BAE), Band 57: Poetas castellanos anteriores al siglo XV, Verlag M. Rivadeneyra, Madrid 1864: El Alhadiths de Yuçuf – S. 413. der Transkription von Pascual de Gayangos folgendM. G. Ticknor: Historia de la literatura española. Traducido al castellano por D. Pascual de Gayangos, tomo cuatro, Madrid 1856, S. 247–275: El Alhadits de Júsuf – Poema Morisco aljamiado de José el Patriarca (BNE ms. Res 257, früher Gg 101). „Hadiç de Yūçuf“ – Ramón Menéndez PidalRamón Menéndez Pidal: Poema de Yúçuf. Materiales para su estudio, (Madrid 1902), Universidad de Granada, 1952. (Menéndez Pidal gibt zum einen den Text der Handschrift «A» (BNE ms. 11/9409, olim T 12) in arabischen Buchstaben wieder. Anschließend transliteriert er ihn in lateinische Buchstaben, S. 5; ) „Hadiith de Yuuçuf“ – William Weisiger Johnson.William Weisiger Johnson: The Poema de José: A transcription and comparison of the extant manuscripts. In: Romance Monographs, Nr. 6 (University of Mississippi). Gedruckt in Spanien: Artes Gráficas Soler Valencia 1974, ISBN 84-399-1996-4; Rezension von Denise Cardaillac – auf Persée.
Unter Zusammenführung der beiden Handschriften «A» und «B» haben Romanisten in Kooperation mit ArabistenGeorg Ticknor: Geschichte der schönen Literatur in Spanien: Deutsch mit Zusätzen herausgegeben von Nikolaus Heinrich Julius. Erster Band. Leipzig 1852 (, S. 81–85). insgesamt 312 Strophen, mehr als 1220 Verse, dieses Aljamiado-Gedichtes rekonstruiert und publiziert.George Ticknor: History of the Spanish Literature in 3 Bänden. Harper & Brothers, New York 1848, S. 432–458 ().
Handschriften Eduardo Saavedra, welcher 1878 das erste bibliographische Verzeichnis von Aljamiadotexten publiziert hat,Juan Carlos Villaverde Amieva: Los manuscritos aljamiado-moriscos: hallazgos, colecciones, inventarios y otras noticias. In: Memoria de los Moriscos: Escritos y relatos de una diáspora cultural. coord. por Alfredo Mateos Paramio, 2010, ISBN 978-84-92827-78-7, S. 91: PDF (PDF; 0,2 MB) – auf dem Server der BNE den „“,Eduardo Saavedra: Índice General de la Literatura Aljamiada. In: Discursos Leídos ante La Real Academia Española En La Recepción publica Del 29 De Diciembre 1878. Apéndice I, S.103–182; registriert darin drei Handschriften (n°86, n°30 und n°98), welche Fragmente des „Poemas de José“ wiedergeben. Bei diesen Aljamiado-Gedichttexten handelt es sich jeweils um vierzeilige, einreimige Alexandriner-Verse, die in der spanischen Verslehre Rudolf Baehr: Spanische Verslehre auf historischer Grundlage (= Sammlung kurzer Lehrbücher der romanischen Sprachen und Literaturen, 16, ). Niemeyer, Tübingen 1962, S. 182–184. genannt werden.
Der inhaltlich spanische Text des Gedichtes ist in allen drei Handschriften geschrieben.
, Kodex Nummer 86 (bei Saavedra). Der Kodex enthält 18 verschiedene Aljamiadotexte, darunter (n°86,1) das , RAH ms. 11/9409, olim T-12. Álvaro Galmés de Fuentes registriert 1998 diese Handschrift «A» (Signatur 11/9409; olim: T-12) in seiner Bibliographie moriskischer Aljamiado-Handschriften unter der Nummer 17,1 und erwähnt, dass die arabischen Schriftzeichen dieses Aljamiadotextes vom maghrebinischen Typ sind (« letra magrebí »).Álvaro Galmés de Fuentes: Los manuscritos aljamiado-mosriscos de la Biblioteca de la Real Academia de la Historia. Legado Pascual de Gayangos. Madrid 1998, ISBN 84-89512-07-8, S. 83: RAH ms. 11/9409, olim T-12: « Ms. A » ist das älteste der drei Manuskripte und umfasst die Strophen 1 bis 95 des Gedichtes. Es beginnt mit Lobpreisungen Allahs und erzählt die Geschichte Josefs vom Anfang bis zur Episode mit der schönen Zalifa (Suleika):
, Nummer 30 (bei Saavedra), enthält das längste Fragment des „José“, BNE, MSS/Res.247, olim Gg. 101.Eduardo Saavedra: Discursos Leídos ante La Real Academia Española En La Recepción publica Del 29 De Diciembre 1878. Apéndice I – Índice General de la Literatura Aljamiada, S. 126; Dieses Manuskript umfasst 301 Strophen.Heinrich Morf: El poema de José, nach der Handschrift der Madrider Nationalbibliothek. Gratulationsschrift der Universität Bern an die Universität Zürich zu deren fünfzigjähriger Stiftungsfeier, vom 2. und 3. August 1883 (, S. VIII). Es fehlen die ersten neun Strophen des Gedichts. « Ms. B » beginnt mit der Eifersucht von Josefs Brüdern über dessen Traum und mit der Bitte an ihren Vater Jakob, ihn mit ihnen aufs Feld gehen zu lassen.Geschichte der schönen Literatur in Spanien Georg Ticknor: Deutsch mit Zusätzen herausgegeben von Nikolaus Heinrich Julius. Zweiter Band. Leipzig 1867. S. Das Gedicht vom Erzvater Josef, S. 571–597 Es endet abrupt, auf der Höhe von Koran, Sure 12, 83, kurz bevor Josef, inzwischen Herrscher Ägyptens, sich allen seinen Brüdern zu erkennen gibt.Don José Amador de los Ríos: Historia crítica de la literatura española. Madrid 863, Band III, S. 380: cervantesvirtual.com
, n°98 (bei SaavedraEduardo Saavedra: Discursos Leídos ante La Real Academia Española En La Recepción publica Del 29 De Diciembre 1878. Apéndice I – Índice General de la Literatura Aljamiada, S. 170; ), ein Blatt. Es enthält vier Strophen des Gedichts.Heinrich Morf: El poema de José, nach der Handschrift der Madrider Nationalbibliothek. Gratulationsschrift der Universität Bern an die Universität Zürich zu deren fünfzigjähriger Stiftungsfeier, vom 2. und 3. August 1883. (, S. X–XI).
Zur Editionsgeschichte des „José“
1849 wird zum ersten Mal ein Fragment des „Poema de José“ publiziert. George Ticknor veröffentlicht 1849 im Anhang H. 1 des dritten Bandes seiner History of Spanish Literature die von Pascual de Gayangos nach Handschrift «B» durchgeführte Transkription der 301 Strophen dieses Aljamiado-Gedichtes.George Ticknor: History of Spanish Literature. Band III, New York 1849, S. 432–458:
1864 ediert Florencio Janer im Band 57, der BAE eine Transkription des gesamten José-Textes, indem er beide Handschriften «A» und «B» zusammenführt.
1883 veröffentlicht der Schweizer Sprachwissenschaftler Heinrich Morf eine Reproduktion des Aljamiado-Urtextes in arabischen Schriftzeichen nach Handschrift «B» Gg. 101Heinrich Morf: El poema de José, nach der Handschrift der Madrider Nationalbibliothek. Gratulationsschrift der Universität Bern an die Universität Zürich zu deren fünfzigjähriger Stiftungsfeier, vom 2. und 3. August 1883 (). ohne Transkription oder Übersetzung.
1901 publiziert der Arabist und Romanist Michael Schmitz eine Transkription in lateinische Buchstaben auf der Basis dieser Morfschen Aljamiado-Edition.
1902 veröffentlicht der spanische Romanist Ramón Menéndez Pidal eine vollständige Edition der Handschrift «A». Sie umfasst sowohl eine Wiedergabe des originalen Aljamiadotextes in arabischen Schriftzeichen als auch eine Transkription in lateinische Buchstaben, die er in Zusammenarbeit mit dem spanischen Arabisten D. Francisco Codera erstellt hat.Ramón Menéndez Pidal: Poema de Yúçuf. Materiales para su estudio, (Madrid 1902), Universidad de Granada, 1952. (Menéndez Pidal gibt zum einen den Text der Handschrift «A» (BNE ms. 11/9409, olim T 12) in arabischen Buchstaben wieder. Anschließend transliteriert er ihn in lateinische Buchstaben, S. 5; ) Die transliterierte Version Menéndez Pidals ist sehr akademisch gehalten und deshalb nicht angenehm zu lesen.So urteilt Denise Cradaillac in einer vergleichenden Rezension: persee.fr S. 176:
1974 gibt der amerikanische Philologe William Weisiger Johnson eine neue Transkription des „Poemas de José“ heraus. Er vereint darin die beiden Handschriften «A» und «B» zu einem einzigen, gut lesbaren altspanischen Text von 312 vierzeiligen „Cuaderna vía“-Strophen.Weisiger Johnson bietet eine kommentierte Transliteration des Poemas auf der Basis der Handschriften « A » und « B »: 312 Strophen in „Cuaderna vía“. Leider enthält diese Neuausgabe keine Faksimiles der Original-Aljamiadotexte in arabischen Buchstaben. Ein Manko, das Denise Cardaillac in ihrer Rezension dem Herausgeber William Weisiger Johnson vorwirft.
Transkriptionssysteme für Aljamía-Handschriften mini|„Taschdīd“ oder „Schadda“Dieses arabische Sonderzeichen steht in Aljamiado–texten für die Verdopplung eines Konsonanten oder für eine harte, stimmlose Aussprache eines Konsonanten.