Der Diskuswurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 20. und 21. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 42 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde Natalja Sadowa aus Russland. Sie gewann vor der Griechin Anastasia Kelesidou und der Tschechin Věra Pospíšilová-Cechlová.

Mit Franka Dietzsch ging eine deutsche Teilnehmerin an den Start. Sie schied in der Qualifikation aus. Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmerinnen.

Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 2000Elina Swerawa ()68,40 mSydney 2000Weltmeisterin 2003Iryna Jattschanka ()67,32 mParis 2003Europameisterin 2002Ekaterini Vongoli ()64,31 mMünchen 2002Panamerikanische Meisterin 2003Aretha Hill ()63,30 mSanto Domingo 2003Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003Yania Ferrales ()59,07 mSt. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Women), gbrathletics.com, abgerufen am 27. Februar 2022Südamerika-Meisterin 2003Elisângela Adriano ()58,37 mBarquisimeto 2003South American Championships (Women), gbrathletics.com, abgerufen am 27. Februar 2022Asienmeisterin 2003Li Yanfeng ()61,87 mManila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 27. Februar 2022Afrikameisterin 2004Elizna Naudé ()57,50 mBrazzaville 2004Ozeanienmeisterin 2002Melehifo Uhi ()51,01 mChristchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 27. Februar 2022

Bestehende Rekorde Weltrekord76,80 mGabriele Reinsch ()Neubrandenburg, DDR (heute Deutschland)9. Juli 1988Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Discus throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 27. Februar 2022Olympischer Rekord72,30 mMartina Hellmann ()Finale OS Seoul, Südkorea29. September 1988 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang der russischen Olympiasiegerin Natalja Sadowa mit 67,02 m in ihrem fünften Versuch im Finale am 21. August. Damit blieb sie 5,28 m unter dem Olympia- und 9,78 m unter dem Weltrekord.

Doping Mit der Belarussin Iryna Jattschanka gab es einen Dopingfall. Ihr wurde die zunächst gewonnene Bronzemedaille 2012 wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples 5. Dezember 2012, olympics.com/ioc/news, (englisch), abgerufen am 27. Februar 2022

Benachteiligt durch diesen Dopingbetrug waren vor allem folgende drei Athletinnen: Olena Antonowa, Ukraine – Ihr wurde die Bronzemedaille mit achtjähriger Verspätung zuerkannt und sie konnte nicht an der Siegerehrung teilnehmen. Li Yanfeng, Volksrepublik China – Ihr wurden als achtplatzierter Athletin im Finale drei weitere ihr zustehende Versuche genommen. Harwant Kaur, Indien – Sie lag nach der Qualifikation auf Rang zwölf und hätte somit am Finale teilnehmen können.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig

Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Qualifikation Sieben Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 62,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht und das Finalfeld wurde mit den fünf nächstbesten Starterinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. So mussten schließlich 61,35 m für die Finalteilnahme erbracht werden.

Gruppe A mini|hochkant=0.9| 20. August 2004, 21:30 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Věra Pospíšilová 64,48 – – 64,48 2 Natalja Sadowa 64,33 – – 64,33 3 Beatrice Faumuina 64,07 – – 64,07 4 Ekaterini Vongoli 63,39 – – 63,39 5 Nicoleta Grasu 59,87 60,89 61,91 61,91 6 Joanna Wiśniewska 61,48 56,11 58,43 61,48 7 Harwant Kaur 60,82 59,82 59,95 60,82 eigentlich für das Finale qualifiziert 8 Elina Swerawa 60,35 x 60,63 60,63 9 Philippa Roles 57,30 58,83 x 58,83 10 Olga Tschernjawskaja 58,64 58,19 58,55 58,64 11 Stephanie Brown x 58,54 x 58,54 12 Natalja Fokina 58,28 56,84 55,64 58,28 13 Elisângela Adriano x 58,13 x 58,13 14 Franka Dietzsch x 57,57 58,12 58,12 15 Vera Begić x 54,80 57,31 57,31 16 Mélina Robert-Michon 56,70 x 56,53 56,70 17 Huang Qun 56,53 x 55,06 56,53 18 Anna Söderberg 55,49 54,04 51,24 55,49 19 Éva Kürti 52,52 50,85 x 52,52 20 Tereapii Tapoki 47,59 48,12 x 48,12 21 Zwetanka Christowa 43,25 x x 43,25 Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Diskuswerferinnen:

Gruppe B

20. August 2004, 23:15 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Olena Antonowa 62,15 64,20 – 64,20 2 Anastasia Kelesidou 64,13 – – 64,13 3 Styliani Tsikouna 61,72 60,17 60,67 61,72 4 Yania Ferrales x 56,46 61,54 61,54 5 Li Yanfeng 61,19 61,35 61,24 61,35 6 Seema Antil 59,93 60,64 58,41 60,64 7 Wioletta Potępa 60,50 x 57,99 60,50 8 Neelam Jaswant Singh 60,26 57,25 60,10 60,26 9 Aretha Hill 52,93 58,82 x 58,82 10 Elizna Naudé 58,74 58,26 58,32 58,74 11 Teresa Machado 58,47 57,00 57,65 58,47 12 Song Aimin 58,19 58,03 x 58,19 13 Dace Ruskule 54,49 57,43 x 57,43 14 Oxana Jessiptschuk x 57,27 57,18 57,27 15 Shelley Newman x 54,04 56,04 56,04 16 Vladimíra Racková 55,82 x 55,36 55,82 17 Alice Matějková 54,15 x 55,37 55,37 18 Eha Rünne 54,28 x 54,82 54,82 19 Dragana Tomašević 51,71 x 54,44 54,44 Seilala Sua x x x ogV DOP Iryna Jattschanka 62,15 63,04 – 63,04 für das Finale zugelassen

Finale mini|hochkant=1.4| 21. August 2004, 21:10 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat 1 Natalja Sadowa 64,78 64,81 x 65,33 67,02 66,68 67,02 2 Anastasia Kelesidou 62,77 x 66,68 63,71 66,09 61,59 66,68 3 Věra Pospíšilová 63,02 66,08 x 62,81 63,21 64,84 66,08 4 Olena Antonowa 59,88 64,11 x 63,61 60,37 65,75 65,75 5 Nicoleta Grasu 62,01 62,21 63,48 61,58 61,93 64,92 64,92 6 Beatrice Faumuina x 62,45 x 63,45 62,99 x 63,45 7 Ekaterini Vongoli 60,66 61,44 x 62,37 62,32 61,84 62,37 8 Li Yanfeng 60,67 57,36 61,05 eigentlich zu drei weiteren Würfen berechtigt 61,05 9 Joanna Wiśniewska 58,33 60,74 59,95 nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 60,74 10 Styliani Tsikouna 59,48 57,76 x 59,48 Yania Ferrales x x x ogV DOP Iryna Jattschanka 59,98 61,67 66,17 65,46 63,08 65,54 66,17 Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, sieben von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere fünf über ihre Platzierungen. Vertreten waren alle drei Griechinnen sowie je eine Teilnehmerin aus China, Kuba, Neuseeland, Russland, Polen, Rumänien, Belarus, Tschechien und der Ukraine. In die Wertung kamen letztlich allerdings nur elf Werferinnen, denn der Belarussin Iryna Jattschanka wurde die Bronzemedaille 2012 wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.

Es gab einen größeren Favoritenkreis für diesen Wettbewerb. Zunächst einmal war da die amtierende Weltmeisterin Iryna Jattschanka, deren Resultat wie oben im Abschnitt „Doping“ beschrieben acht Jahre nach dem Wettkampf annulliert wurde. Mit Anastasia Kelesidou und Ekaterini Vongoli gingen auch zwei Griechinnen aussichtsreich an den Start. Kelesidou war die Vizeweltmeisterin von 2003, WM-Dritte von 2001 und EM-Dritte von 2002. Vongoli ging als amtierende Europameisterin und WM-Dritte von 2003 an den Start. Auch die belarussische Olympiasiegerin von 2000 und Weltmeisterin von 2001 Elina Swerawa gehörte in diesen Kreis genauso wie die russische Vizeeuropameisterin und WM-Sechste von 2003 Natalja Sadowa, die tschechische WM-Fünfte von 2003 und EM-Vierte Vera Pospíšilová sowie die ukrainische WM-Vierte von 2003 Olena Antonowa.

Im Finale setzte sich Sadowa mit einem Wurf von noch nicht besonders überzeugenden 64,78 m nach dem ersten Durchgang an die Spitze. Pospíšilová folgte mit 63,02 m vor Kelesidou (62,77 m) und der Rumänin Nicoleta Grasu (62,01 m). Das waren alles noch keine Offenbarungen. In Runde zwei gelangen Pospíšilová dann 66,08 m, was ihr die Führung einbrachte. Sadowa verbesserte sich um drei Zentimeter und blieb damit Zweite vor Antonowa, die sich auf 64,11 m steigerte. Langsam bekam der Wettkampf ein etwas höheres Niveau und vor allem ging es spannend zu. Zur Freude der einheimischen Zuschauer erzielte Kelesidou mit ihrem dritten Wurf 66,68 m, womit sie jetzt die Spitze übernahm. Außer ihr konnte sich nur Grasu (63,48 m, Rang fünf) verbessern. Im dritten Durchgang gab es insgesamt sieben ungültige Versuche. Jattschanka erzielte jetzt 66,17 m und lag damit auf dem Bronzerang. Sadowas Verbesserung auf 65,33 m brachte ihr keine rangmäßige Steigerung, sie war Vierte. Doch dabei blieb es nicht, denn der fünfte Wurf der Russin landete bei 67,02 m. Damit führte sie das Feld an. In der letzten Runde gab es noch zwei Verbesserungen durch Antonowa und Grasu, die damit jedoch nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen konnten.

Olympiasiegerin wurde Natalja Sadowa vor der einheimischen Anastasia Kelesidou. Bis 2012 war Iryna Jattschanka Dritte, endgültig jedoch gewann Věra Pospíšilová die Bronzemedaille vor Olena Antonowa. Platz fünf ging an Nicoleta Grasu, Beatrice Faumuina wurde Sechste vor der Griechen Ekaterini Vongoli und der Chinesin Li Yanfeng.

Videolinks 2004 Olympic Games Women's Discus, youtube.com, abgerufen am 27. Februar 2022 2004 Olympics Women's Discus Throw - 2nd - Anastasia Kelesidou, youtube.com, abgerufen am 27. Februar 2022 Beatrice Faumuina Summer Olympic Games 2004 Athens Women's Discus Final, youtube.com, abgerufen am 27. Februar 2022

Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 348–354, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 27. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Discus Throw, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 27. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, discus throw Women Results, olympics.com, abgerufen am 27. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Women's discus throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 27. Februar 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi