mini|hochkant|St. Marien (Bremen-Walle), 2009 Die Kirche St. Marien in Bremen-Walle, St.-Magnus-Straße 2/Ecke Steffensweg ist nach St. Johann die zweitgrößte römisch-katholische Pfarrkirche der Stadt und gehört zu den bedeutenden Bremer Bauwerken. Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Bremen des Bistums Osnabrück.

Geschichte Neoromanische Kirche 1898–1944 1897 begann der Bau der ersten St. Marien-Kirche, einer neoromanischen Hallenkirche, die am 13. November 1898 durch den Münsteraner Weihbischof Maximilian Gereon von Galen eingeweiht wurde.St. Marien-Gemeinde Bremen (Hrsg.): 100 Jahre St. Marien. Erlebte Geschichte einer Kirchengemeinde im Bremer Westen 1898–1998, S. 18. Bremen 1998. Weihbischof Clemens August Graf von Galen nahm die Weihe in Vertretung des Apostolischen Vikars, Bischof Bernhard Höting, vor, der am 21. Oktober 1898 in Venedig verstorben war. Sie wurde durch Bombenangriffe 1943 und 1944 weitgehend zerstört. Bis zum Bau der neuen Kirche in den fünfziger Jahren blieb lediglich die Turmruine erhalten.

Neubau 1953/54 Das heutige Kirchengebäude, eine Saalkirche mit 450 Plätzen, wurde 1953/54 nach Plänen des Architekten Georg Lippsmeier (Düsseldorf) gebaut und am 27. Mai 1954 durch den Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning geweiht.St. Marien-Gemeinde Bremen (Hrsg.): 100 Jahre St. Marien. Erlebte Geschichte einer Kirchengemeinde im Bremer Westen 1898–1998, S. 75–78. Bremen 1998. Sie steht an der Stelle der im Zweiten Weltkrieg zerstörten ersten St.-Marien-Kirche.St. Marien-Gemeinde Bremen (Hrsg.): 100 Jahre St. Marien. Erlebte Geschichte einer Kirchengemeinde im Bremer Westen 1898–1998, S. 58–60. Von der erhaltenen Turmruine wurden beim Bau der neuen Kirche die beiden Seitenflügel abgetrennt und der Rest von einem neuen 42 Meter hohen und 6,2 Meter breiten Campanile umbaut. Das eigentliche Kirchengebäude wurde etwa sechs Meter entfernt vom Turm errichtet.St. Marien-Gemeinde Bremen (Hrsg.): 100 Jahre St. Marien. Erlebte Geschichte einer Kirchengemeinde im Bremer Westen 1898–1998, S. 75. 2003 wurde der Innenraum nach Plänen des Architekten Ulrich Recker (Westerstede) umgestaltet. Direkt gegenüber der katholischen St.-Marien-Kirche befindet sich die 1955 bis 1956 erbaute evangelische St.-Wilhadi-Kirche.

Orgeln mini|Alfred-Führer-Orgel, 1960; Foto von 2005 Thein-Orgel (1905) Aus finanziellen Gründen konnte erst 1905 die erste Orgel in der 1898 eingeweihten Kirche aufgestellt werden. Die Bremer Firma Otto Thein lieferte eine Orgel mit 15 Registern (pneumatische Trakturen) auf zwei Manualen und Pedal. Das „Pfeifenmaterial und zwei berufliche Orgelbaukräfte“ ließ die Firma von auswärts kommen (mit hoher Wahrscheinlichkeit von Furtwängler & Hammer (Hannover)). Die Disposition:Peters, Fritz: Zwölf Jahre Bremen 1933 bis 1945. Eine Chronik, S. 41–42. Bremen 1951.

I. Manual C–f3 1. Bourdon 16′ 2. Principal 8′ 3. Gamba 8′ 4. Gedeckt 8′ 5. Oktav 4′ 6. Flöte 4′ 7. Mixtur III ′ II. Manual schwellbar C–f3 8. Geigenprincipal 8′ 9. Lieblich Gedeckt 8′ 10. Aeoline 8′ 11. Vox celeste 8′ 12. Flöte travers 4′ Pedal C–d1 13. Violonbaß 16′ 14. Subbaß 16′ 15. Oktavbaß 8′ Koppeln: II/I, Oktavkoppel II/I, I/P, II/P. 3 feste Kombinationen, Tutti. Schwelltritt für II. Manual.

Klais-Orgel (1941) Am 19. September 1941 wurde ein neues Instrument von Johannes Klais (Bonn) mit 35 Registern (2372 Pfeifen, davon 634 Pfeifen aus der vorherigen Orgel) auf drei Manualen und Pedal mit elektropneumatischer Traktur eingeweiht. Um die Orgel vor der Zerstörung zu bewahren, wurde sie im Dezember 1943 ausgelagert und in das Kloster Thuine transportiert, wo sie 1989 durch eine neue Orgel von Alfred Führer (Wilhelmshaven) ersetzt wurde.St. Marien-Gemeinde Bremen (Hrsg.): 100 Jahre St. Marien. Erlebte Geschichte einer Kirchengemeinde im Bremer Westen 1898–1998, S. 60. Bremen 1998. Die Disposition:Peters, Fritz: Zwölf Jahre Bremen 1933 bis 1945. Eine Chronik, S. 41–42. Bremen 1951.

I. Hauptwerk C–g3 1. Bordun 16′ 2. Principal 8′ 3. Holzflöte 8′ 4. Salicional 8′ 5. Oktave 4′ 6. Flöte 4′ 7. Nachthorn 2′ 8. Rauschpfeife II 9. Mixtur IV-V 10. Trompete 8′ II. Schwellwerk C–g3 10. Gedackt 8′ 11. Gemshorn 8′ 12. Principal 4′ 13. Nasard ′ 14. Schwegel 2′ 15. Cimbel III-IV 16. Schalmey 8′ III. Brustwerk C–g3 17. Quintadena 8′ 18. Rohrflöte 8′ 19. Querflöte 4′ 20. Principal 2′ 21. Sifflöte ′ 22. Sesquialter II 23. Scharff IV 24. Krummhorn 8′ Pedal C–f1 25. Principalbaß 16′ 26. Subbaß 16′ 26. Zartbaß 16′ 30. Oktavbaß 8′ 31. Gedacktbaß 8′ 32. Choralbaß 4′ 32. Baßflöte 4′ 33. Flachflöte 2′ 34. Hintersatz IV 35. Posaune 16′ Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P. Schwelltritt für II. Manual, zwei freie Kombinationen, 1 Pedalkombination, freie Pedalumschaltung, Einzelabsteller, Crescendowalze, Tutti.

Alfred Führer-Orgel (1960) 1960 wurde auf der Westempore eine Orgel von Alfred Führer (Wilhelmshaven) eingeweiht.Goethe, Burkhart: Orgelprospekt und Zeit. Betrachtungen über die Gehäusegestalt 1933–1983. In: Fünfzig Jahre Orgelbau Führer, hrsg. v. Uwe Pape, S. 41–42. Berlin: Pape Verlag 1983. Das Instrument hat 37 Register auf drei Manualen und Pedal (Schleifladen) mit mechanischer Spiel- und Registertraktur.Eintrag im Werkzeichnis. In: Fünfzig Jahre Orgelbau Führer, hrsg. v. Uwe Pape, S. 74. Berlin: Pape Verlag 1983. 2004 wurde die Orgel von Martin Cladders (Badbergen-Vehs) renoviert und umintoniert. Die Disposition:

I. Rückpositiv C–g3 1. Gedackt 8′ 2. Quintadena 8′ 3. Principal 4′ 4. Rohrflöte 4′ 5. Sesquialtera II ′ 6. Principal 2′ 7. Glöckleinton 1′ 8. Scharff IV 1‘ 9. Dulcian 8′ Tremulant II. Hauptwerk C–g3 10. Quintadena 16′ 11. Principal 8′ 12. Rohrflöte 8′ 13. Principal 4′ 14. Spitzflöte 4′ 15. Rauschquinte II ′ 16. Waldflöte 2′ 17. Mixtur V–VI ′ 18. Fagott 16′ 19. Trompete 8′ 20. Clairon 4′ III. Brustwerk (schwellbar) C–g3 21. Lieblich Gedackt 8′ 22. Blockflöte 4′ 23. Principal 2′ 24. Tertian II ′ 25. Italienisch Principal 1′ 26. Zimbel III ′ 27. Krummhorn 8′ Pedal C–f1 28. Principalbass 16′ 29. Subbass 16′ 30. Offenbass 8′ 31. Gedackt 8′ 32. Choralbass 4′ 33. Nachthorn 2′ 34. Mixtur VI ′ 35. Posaune 16′ 36. Bombarde 8′ 37. Trompete 4′ Koppeln: I/II, III/II, I/P, II/P, III/P. Schwelltritt für III. Manual.

Steinmann-Positiv (1988/2007) 2007 erwarb die Kirchengemeinde ein einmanualiges Positiv mit angehängtem Pedal von Gustav Steinmann Orgelbau (Vlotho) aus dem Jahre 1988, das im Chorraum vorne in der Kirche aufgestellt wurde. Das Instrument hat vier Register (Gedackt 8′, Rohrflöte 4′, Principal 2′, Larigot ′), die zwischen h0 und c1 in Bass und Diskant geteilt sind.

Weiteres Zur katholischen Kirchengemeinde St. Marien gehören die 1899 gegründete St.-Marien-Schule und die 1916 gegründete Kindertagesstätte St. Marien.

Literatur St. Marien-Gemeinde Bremen (Hrsg.): 100 Jahre St. Marien. Erlebte Geschichte einer Kirchengemeinde im Bremer Westen 1898–1998. Bremen 1998. Welzel, Erhard: Einhundert Jahre St. Marien Bremen-Walle: ein Rekonstruktionsversuch. Bremen 1997.

Einzelnachweise

Weblinks

St. Marien: Katholische Kirchengemeinde im Bremer Westen. Aufgerufen am 23. Januar 2025. Katholischer Gemeindeverband in Bremen: Pfarrgemeinde St. Marien. Aufgerufen am 23. Januar 2025. Kath. St. Marien-Schule Bremen. Aufgerufen am 23. Januar 2025. Katholische Kindertagesstätte St. Marien in Walle. Aufgerufen am 23. Januar 2025.

Marien (Bremen-Walle) Marien Kategorie:Marienkirche Bremen St. Marien (Bremen-Walle) Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Saalkirche in der Freien Hansestadt Bremen Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren Kategorie:Disposition einer Orgel