Der Schädlichsberg ist ein Ortsteil der im westlichsten Zipfel des sächsischen Erzgebirges gelegenen Gemeinde Schönheide (Erzgebirgskreis).

Geografische Lage

Der Ortsteil liegt im Wesentlichen auf der nach Nordosten abfallenden Schulter des Berges Knock () zwischen dem Tal des Schönheider Dorfbaches und dem des Filzbaches sowie dem der Zwickauer Mulde. Auf dieser Schulter gibt es nahe am Gipfel eine „Drachenfels“ genannte Felsformation.Sächsischer Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung: Topographische Karte 1:25.000, Ausgabe mit Wanderwegen, Blatt 15 Westerzgebirge Eibenstock, Johanngeorgenstadt, 2. Auflage, Dresden 2010, ISBN 978-3-86170-717-2Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 17 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Nach der Naturraumkarte von Sachsen liegt das Gebiet in der Mesogeochore „Schönheider Hochflächen“ und gehört zur Mikrogeochore „Schönheider Kuppengebiet“. Das Natura-2000-Gebiet Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün gehört mit seinem Teilgebiet 7 „Schädlichberg“ zum Ortsteil.Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 beim Kartendienst des Bundesamts für Naturschutz Der Berg Vogelherd ()Landesvermessungsamt Sachsen: Topographische Karte 1:10.000, Blatt 5441-SW Schönheide, Normalausgabe, 1. Auflage, Dresden 1995, ISBN 3-86170-609-1, von Autor Ernst Flath, der eine etwa 1909 erschienene Geschichte Schönheides verfasste, noch als „Schädlichsberg“ bezeichnet,Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Kommissionsverlag von Armin Stopps Buchhandlung, Schönheide o. J. (1909), S. 5 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwaldet, im beginnenden 21. Jahrhundert ist er von einigen Bäumen bestanden. Einige Meter entfernt liegt in ostsüdöstlicher Richtung ein trigonometrischer Bodenpunkt in einer Höhe von . Nordöstlich schließt sich an den Ortsteil der „Herrenwald“ an, über den eine 110-kV-Stromleitung verläuft. Er fällt in seinem östlichen Bereich steil in das Tal des Filzbaches ab.

Durch den Ortsteil Schädlichsberg verlief bis 1948 die Grenze zwischen Schönheide und Schönheiderhammer, als letztere Gemeinde zum 1. Juli mit Schönheide „zusammengeschlossen“ wurde (Gesetz über den Zusammenschluss der Gemeinden Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide – Landkreis Aue – vom 29. April 1949).Protokoll über die 59. Sitzung am 29. April 1949 der 1. Wahlperiode des Sächsischen Landtags, S. 1270 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Dieses erst 1949 beschlossene Gesetz trat rückwirkend in Kraft.Gesetz über den Zusammenschluss der Gemeinden Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide vom 29. April 1949, in: Beschlüsse des Plenums der 1. Wahlperiode des Sächsischen Landtages, S. 172

Name Den ersten Teil der Bezeichnung Schädlichsberg hält der Autor Ernst Flath, der eine etwa 1909 erschienene Geschichte Schönheides verfasste, für den Namen des ersten Siedlers in diesem Ortsteil. Im Asterschen Kartenwerk wird 1792 der Begriff Schädlichsberg nicht verwendet.Friedrich Ludwig Aster: Sächsische Meilenblätter, Blatt 196 im Berliner Exemplar (Link zum Kartenblatt in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Albert Schiffner zählt in Band 18 des Schumannschen Lexikons den „Schedlichsberg“ zu den abgesonderten Häusergruppen Schönheides, er läge südwärts überm Niederdorf und sei zusammengebaut mit dem kleinen Hammervorwerk nebst vier zugehörigen Häusern.Kein wörtliches Zitat, da Schumann viele Wörter abkürzt. In einem Ortsverzeichnis von 1837 wird die Bezeichnung „Schedlichsberg“ verwendet und erläutert: „Ortstheil ... zu Schönheide gehörig und eine abgesonderte Häusergruppe bildend“. Zur Zahl der Wohngebäude und Einwohner finden sich keine Angaben.Neues alphabetisches Orts-Verzeichnis des Königreichs Sachsen. Nach officiellen Nachrichten zusammengestellt von Central-Comité des statistischen Vereins für das Königreich Sachsen. Mit allergnädigst ertheiltem Privilegio. Verlag der Waltherschen Hofbuchhandlung. Zweite Abtheilung M.-Z., Dresden 1837, S. 278 Digitalisat Albert Schiffner berichtet in seinem 1839 erschienenen Handbuch über Sachsen, der „Schedlichsberg“ liege „südlich überm Niederdorfe, beim Vorwerke des Hammers“.Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend. bei Friedrich Fleischer, Leipzig 1839, S. 194 Digitalisat, s. auch Albert Schiffner: Beschreibung von Sachsen und der Ernestinischen, Reußischen und Schwarzburgischen Lande. Mit 192 Ansichten und 2 Karten, J. Scheible’s Buchhandlung, Stuttgart 1840, S. 305 (Link zum Digitalisat in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Etwa 1848 erwähnt Albert Schiffner in seinem Werk „Führer im Muldenthale“, zu Schönheide gehörten auch „Häuser-Gruppen, die sich in den Nebenschluchten und auf den Höhen verstreuen“. Dazu gehöre auch der Ortsteil „Schedlichsberg“, „mit welchem die zum Hüttenwerke gehörigen Häuser sich verketten“.Albert Schiffner: Der Führer im Muldenthale, von des Voigtlands Höhen bis zur Vereinigung beider Mulden. In 16 Lieferungen, enthaltend 37 Ansichten, nach der Natur aufgenommen von Gustav Täubert, lithographiert von J. Riedel, Verlag von Gustav Täubert, Dresden (o. J., 1848), S. 13 (Link zum Digitalisat in der Universitätsbibliothek Leipzig S. 13 ist nicht direkt aufrufbar, im Digitalisat bis dorthin durchblättern oder im Inhaltsverzeichnis links am Rand auf „Schönheide“ klicken.) Das Ortsverzeichnis für Sachsen von 1862 erwähnt den Schädlichsberg als zu Schönheide gehörend, macht aber keine näheren Angaben.Alphabetisches Orts-Verzeichniß des Königreiches Sachsen, bearbeitet nach officiellen Unterlagen durch das statistische Bureau des Ministeriums des Innern, Druck und Verlag von C. Heinrich, Dresden 1862, S. 576 Digitalisat Auch das Vollständigste Geographisch-Topographisch-Statistische Orts-Lexicon von Deutschland von 1868 gibt an, der Schädlichsberg sei ein „Ortstheil“ von Schönheide.H. Rudolf: Vollständigstes Geographisch-Topographisch-Statistisches Orts-Lexicon von Deutschland, E. Ernst’s Verlag, Zürich 1868, Sp. 3939 (Digitalisat)

Nach dem Adressbuch für 1896 kam in Schönheide der Name „Schädlich“ 71fach vor und zusätzlich einmal in der Form „Schedlich“,Adreßbuch folgender Städte und Ortschaften: Auerbach/Vogtland [...], Schönheide, Druck und Verlag von Eichhorn und Jehne, Zwickau 1896, S. 363 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden nach dem Adressbuch von 1913 56fach„Adressbuch von 91 Städte und Ortschaften des sächsischen Erzgebirges“, Werdau o. J. (1913 oder 1914), S. 283f. (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden), nach dem von 1926 nicht weniger als 87fachAdreßbuch für die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg, Auer Druck- und Verlagsgesellschaft, Aue (Sachsen) 1926, S. 838f. (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) und nach dem von 1930 zusammen mit Schönheiderhammer und Neuheide 93fach.Adressbuch für die Städte Aue […] und 21 Landgemeinden, Auer Druck- und Verlagsgesellschaft, Aue/Sachsen 1930, S. 354 Digitalisat bei Compgen.de

Geschichte mini|hochkant=1.4|Der Ortsteil Schädlichsberg war bei der Erstbesiedlung in Hufen eingeteilt. Der Siedlungsbeginn von Schönheide wird auf 1537 datiert.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 177 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden In der Gründungsurkunde für Schönheide, dem sogenannten Befreiungsbrief vom des Balthasar Friedrich Edler von der Planitz,Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 178 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden wird die Lage der Doppel-Hufen als einerseits vom Dorfbach nördlich bis zum Filzbach und andererseits südlich bis zur Zwickauer Mulde reichend beschrieben. Die zwanzig HufenErnst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 191 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden der Gründungsphase reichten vom östlichen Dorfrand bis etwa zum Quellbereich des Dorfbachs. Der Ortsteil Schädlichsberg war von Anfang an Teil der Erstbesiedlung. Der Berg Vogelherd wird in der Gründungsurkunde als „Vogelheerdt“ erwähnt.

Das Uttmannsche Vorwerk lag in diesem heutigen Ortsteil. Es bestand schon beim Verkauf von Schönheide durch die Erben des Balthasar Friedrich Edler von der Planitz am 24. Dezember 1563 an Kurfürst August und wird in dem Kaufvertrag erwähnt: Das neu angerichte Forwergk mit dem Hauße dor Innen und allen andern gebeuden in solchem Dorff mit Scheunen, Stellen unnd allem was dem Forwergk sonsten anhengig und den wassergraben darumb, mit allen gebeuden, sambt allen Feldern und darzu gehörigen Wiesenwachs, Darzu ongeferlich noch Dreißigk Scheffel Felds gehörigk, mit der Vihe Zucht und allen anderen nutzungen der keinerlei ausgeschloßen, Und sollen unsere mündlein, Vettern und Sehne das Rindt Vihe unnd alle heurige Fütterung Ihn solchem Forwerge laßen, und das Rindtvihe, wie es durch unverdechtige geachtet, in der abtretung nach wirden bezahlt nehmen, Die Heufütterung aber, so noch in den Welden oder Scheunen vorhanden, und zuvorn Zu diesem Forwerge nicht gebraucht wordenn, sol in das gut Goltzsch volgen.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 184 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek DresdenGottfried August Arndt: Archiv der Sächsischen Geschichte, 2. Teil. bey Weidmanns Erben und Reich, Leipzig 1785, S. 382 Digitalisat

Die Gebäude des Vorwerks brannten im Jahr 1863 ab. Das Feuer wurde durch einen Brandstifter hervorgerufen, der ermittelt und wegen mehrerer Brandstiftungen verurteilt wurde.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 252 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden mini|zentriert|800px|Der Ortsteil Schädlichsberg vom Berg Allee aus, im Hintergrund die Wälder über dem Tal der Zwickauer Mulde mit dem Auersberg

Die früher nur aus wenigen Gebäuden bestehende Häuserreihe Buchhöhe„Ist eine abgesonderte Häusergruppe, welche zur Commune Schönheide gehört“. (Neues alphabetisches Orts-Verzeichnis des Königreichs Sachsen von 1836)Neues alphabetisches Orts-Verzeichnis des Königreichs Sachsen. Nach officiellen Nachrichten zusammengestellt von Central-Comité des statistischen Vereins für das Königreich Sachsen. Mit allergnädigst ertheiltem Privilegio. Verlag der Waltherschen Hofbuchhandlung. Erste Abtheilung A.–L. Dresden 1836, S. 30 Digitalisat ist durch die näher gerückte Bebauung vom Ortsteil Schädlichsberg ganz umgeben. Früher stand diese Häuserreihe oberhalb des Filzbachtales getrennt von der übrigen Bebauung und gehörte zu Schönheiderhammer.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 5 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Sie wird umgangssprachlich „Juchhöh“, erzgebirgisch „Guchheh“, genannt.