Der Stabhochsprung der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 21. und 24. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 35 Athleten nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde die Russin Jelena Issinbajewa. Sie gewann vor ihrer Landsfrau Swetlana Feofanowa und der Polin Anna Rogowska.
Mit Silke Spiegelburg, Carolin Hingst und Floé Kühnert gingen drei Deutsche an den Start. Hingst und Kühnert schieden in der Qualifikation aus, Spiegelburg erreichte das Finale und belegte Rang dreizehn. Die Schweizerin Nadine Rohr scheiterte in der Qualifikation. Athleten aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 2000Stacy Dragila ()4,60 mSydney 2000Weltmeisterin 2003Swetlana Feofanowa ()4,75 mParis 2003Europameisterin 20024,60 mMünchen 2002Panamerikanische Meisterin 2003Melissa Mueller ()4,40 mSanto Domingo 2003Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003nicht als Meisterschaftswettbewerb ausgetragenSt. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Women), gbrathletics.com, abgerufen am 26. Februar 2022Südamerika-Meisterin 2003Alejandra García ()4,20 mBarquisimeto 2003South American Championships (Women), gbrathletics.com, abgerufen am 26. Februar 2022Asienmeisterin 2003Wu Sha ()4,20 mManila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 26. Februar 2022Afrikameisterin 2004Syrine Balti ()4,00 mBrazzaville 2004Ozeanienmeisterin 2002Sophie Chiet ()3,61 mChristchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 26. Februar 2022
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord4,90 mJelena Issinbajewa ()London, Großbritannien30. Juli 2000Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Pole vault - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 26. Februar 2022Olympischer Rekord4,60 mStacy Dragila ()Finale OS Sydney, Australien25. September 2000 Rekordverbesserungen Der bestehende olympische Rekord wurde neunmal verbessert oder egalisiert. Die letzte Steigerung stellte gleichzeitig einen neuen Weltrekord dar. Olympische Rekorde: 4,65 m – Jelena Issinbajewa (Russland), Finale am 24. August, erster Versuch 4,65 m – Swetlana Feofanowa (Russland), Finale am 24. August, erster Versuch 4,65 m – Anna Rogowska (Polen), Finale am 24. August, erster Versuch 4,70 m – Swetlana Feofanowa (Russland), Finale am 24. August, erster Versuch 4,70 m – Anna Rogowska (Polen), Finale am 24. August, erster Versuch 4,75 m – Swetlana Feofanowa (Russland), Finale am 24. August, zweiter Versuch 4,80 m – Jelena Issinbajewa (Russland), Finale am 24. August, erster Versuch 4,85 m – Jelena Issinbajewa (Russland), Finale am 24. August, erster Versuch Weltrekord: 4,91 m – Jelena Issinbajewa (Russland), Finale am 24. August, erster Versuch
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet o übersprungen x ungültig
Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf die Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Höhen sind in Metern (m) angegeben.
Qualifikation 21. August 2004, 19:00 Uhr
Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die eigentliche Qualifikationshöhe für den direkten Finaleinzug betrug 4,45 m. Nachdem drei Springerinnen diese Höhe gemeistert hatten (hellblau unterlegt), verzichteten die Athletinnen mit übersprungenen 4,40 m auf ihre weiteren Versuche, denn es wurde klar, dass auch sie sich bei einer Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen aufgrund ihrer Platzierungen für das Finale qualifizieren würden. Schließlich wurden alle Wettbewerberinnen, darunter auch die drei Springerinnen, die 4,40 m erst mit ihrem dritten Versuch erreicht hatten, für den Finalstart zugelassen. Damit waren fünfzehn Stabhochspringerinnen für die Finalteilnahme drei Tage später berechtigt.
Gruppe A
Platz Name Nation 3,80 4,00 4,15 4,30 4,40 4,45 Höhe 1 Monika Pyrek – – o o x– o 4,45 2 Pavla Hamáčková – – o xxo – xo 4,45 3 Swetlana Feofanowa – – – – o – 4,40 4 Naroa Agirre – o xo o o – 4,40 5 Anschela Balachonowa – – – o xxo – 4,40 6 Stephanie McCann – – – xo xxo – 4,407 Stacy Dragila – – – xo xxx 4,30 Anastassija Iwanowa – – o xo xx Krisztina Molnár – o o xo xxx Yeoryia Tsiliggiri – o o xo xxx 11 Zhao Yingying – o xo xxo xxx 4,3012 Melina Hamilton – o o xxx 4,15 Floé Kühnert – o o xxx Teja Melink o o o xxx Tanja Stefanowa – o o xxx Kellie Suttle – – o xxx 17 Carolina Torrez Guzman – xo xxx 4,00 18 Marie Poissonier – xxo xxx 4,00
Gruppe B
Platz Name Nation 3,80 4,00 4,15 4,30 4,40 4,45 Höhe 1 Anna Rogowska – – xo o – xxo 4,452 Kateřina Baďurová – o o o o – 4,40 Dana Cervantes – – o o o – Jelena Issinbajewa – – – – o – 5 Dana Ellis – – o xo o – 4,40 6 Þórey Edda Elísdóttir – – xo xxo o – 4,40 7 Vanessa Boslak – – o o xo – 4,40 8 Alejandra García – xo o o xo – 4,40 9 Silke Spiegelburg xo xo o o xxo – 4,40 10 Kym Howe – o o o xxx 4,30 11 Jillian Schwartz – – xxo o xxx 4,30 12 Carolin Hingst – – o xxo xxx 4,3013 Anna Fitídou o o o xxx 4,15 Nadine Rohr – o o xxx Gao Shuying – o o xxx 16 Takayo Kondō – o xxo xxx 4,15 Afroditi Skafida xxx ogV
Finale mini|hochkant=1.6| 24. August 2004, 20:55 Uhr Platz Name Nation 4,00 4,20 4,40 4,55 4,65 4,70 4,75 4,80 4,85 4,90 4,91 Endresultat Anmerkung 1 Jelena Issinbajewa – – o o o OR x– x– o OR o OR – o WR 4,91 WR 2 Swetlana Feofanowa – – o o o OR o OR xo OR x– x– x 4,75 3 Anna Rogowska – o o xxo o OR o OR xxx 4,70 4 Monika Pyrek – o o o xxx 4,55 5 Þórey Edda Elísdóttir – o xxo xo xx– x 4,55 6 Vanessa Boslak – o o xxx 4,60 Naroa Agirre o o o xxx Dana Ellis – o o xxx Anschela Balachonowa – o o xxx 10 Stephanie McCann – xo o xxx 4,40 11 Pavla Hamáčková o o xxo xxx 4,40 12 Kateřina Baďurová o xo xxx 4,20 13 Silke Spiegelburg o xxo xxx 4,20 Alejandra García o xxo xxx Dana Cervantes – xxx ogV Für das Finale hatten sich fünfzehn Athletinnen qualifiziert, drei von ihnen über die Qualifikationshöhe, die anderen zwölf über ihre Platzierungen. Je zwei Kanadierinnen, Polinnen, Russinnen, Spanierinnen und Tschechinnen sowie je eine Teilnehmerin aus Argentinien, Deutschland, Frankreich, Island und der Ukraine traten in diesem Finale an.
Als Favoritin galt vor allem die russische Weltrekordlerin und Dritte der letzten Weltmeisterschaften Jelena Issinbajewa, die in der Olympiasaison die bisherigen Wettbewerbe dominiert hatte. Aber in der Welt- und Europameisterin Swetlana Feofanowa, ebenfalls aus Russland, hatte sie eine starke Konkurrentin. Auch die Olympiasiegerin von 2000 und Weltmeisterin von 2001 Stacy Dragila aus den Vereinigten Staaten gehörte zum engsten Favoritenkreis. Weitere Anwärterinnen auf vordere Platzierungen waren die beiden Polinnen Monika Pyrek als WM-Dritte von 2001 und WM-Vierte von 2003 sowie Anna Rogowska, WM- und EM-Siebte. Dragila scheiterte allerdings schon in der Vorrunde.
Elf Athletinnen waren bei der Sprunghöhe von 4,55 m noch im Wettkampf, sechs von ihnen scheiterten hier dreimal und belegten die Ränge sechs bis elf, wobei es auch nach Anwendung der Fehlversuchsregel vier Sechstplatzierte gab. Die neue Sprunghöhe, an der sich alle fünf verbliebenen Wettkämpferinnen versuchten, betrug 4,65 m. Monika Pyrek riss dreimal, was am Ende Rang vier bedeutete. Issinbajewa, Feofanowa und Rogowska nahmen die Höhe jeweils im ersten Versuch, die Isländerin Thórey Edda Elisdóttir hob sich ihren letzten Sprung nach zwei Fehlversuchen für die nächste Höhe auf. Bei 4,70 m waren also noch vier Springerinnen dabei. Issinbajewa und Feofanowa waren noch ohne jeden Fehlversuch, Rogowska hatte zweimal gerissen, die Isländerin schon fünfmal. Thórey Edda Elisdóttir stand außerdem nur noch ein letzter Versuch zur Verfügung. Sie scheiterte und belegte im Endklassement den fünften Platz hinter Pyrek. Im Kampf um die Medaillen wurde es nun eng für die Weltrekordlerin. Feofanowa und Rogowska übersprangen 4,70 m jeweils auf Anhieb, während Issinbajewa einen Fehlversuch hatte und sich ihre verbleibenden Sprünge aufsparte. Doch auch bei der nächsten Höhe von 4,75 m riss sie einmal und hob sich ihren einzigen verbleibenden Sprung wiederum auf, während Feofanowa beim zweiten Mal erfolgreich war. Rogowska riss hier dreimal, aber sie lag noch auf dem Silberrang.
Weiter ging es mit 4,80 m. Mit ihrer letzten Möglichkeit meisterte Issinbajewa diese Höhe. Damit war klar, dass Anna Rogowska Bronze gewonnen hatte. Feofanowa produzierte jetzt einen Fehlversuch und pokerte wie vorher Issinbajewa. Nun waren 4,85 m gefordert und Issinbajewa, die ihre Sicherheit wiedergefunden hatte, benötigte auch hier nur einen Sprung, während Feofanowa ein zweites Mal scheiterte und sich ihren letzten Versuch für 4,90 m aufsparte, was die Einstellung des Weltrekords bedeutet hätte. Doch es gelang ihr nicht, die Höhe zu überspringen und so errang Swetlana Feofanowa die Silbermedaille. Issinbajewa hatte jetzt Gold sicher und versuchte sich erst gar nicht an 4,90 m, sondern ließ 4,91 m auflegen, womit sie ihren eigenen Weltrekord nicht nur einstellen, sondern verbessern würde. Und das gelang ihr gleich beim ersten Mal. So wurde Jelena Issinbajewa Olympiasiegerin und stellte mit übersprungenen 4,91 m gleichzeitig einen neuen Weltrekord auf.
Jelena Issinbajewa war die erste russische Olympiasiegerin im Stabhochsprung der Frauen. Anna Rogowska gewann die erste polnische Medaille in dieser Disziplin. Allerdings war der Stabhochsprung bei den Frauen zuvor erst ein einziges Mal bei Olympischen Spielen ausgetragen worden.
Video Yelena Isinbayeva Wins Gold in Pole Vault - Athens 2004 Olympics, youtube.com, abgerufen am 26. Februar 2022
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 328–331, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 26. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Pole Vault, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 26. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, pole vault Women Results, olympics.com, abgerufen am 26. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Women's pole vault, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 26. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi