Die Hohenheimer Einfachbeute ist ein in der Imkerei in Deutschland verwendetes Magazinsystem für Bienenstöcke. Sie ist im Wesentlichen eine auf das Zandermaß angepasste Variante des älteren British Standard National Beehive, die von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in Deutschland etabliert wurde. Baupläne und Beschreibungen wurden frei veröffentlicht.

Namensherkunft Der Name Hohenheimer Einfachbeute bezieht sich auf die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim, und auf die einfache Bauart der Magazinbeute.

Sie geht zurück auf die „Sax-Beute“, ein Design, welches von Hans Sachs bereits in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Sachs war seinerzeit Mitarbeiter der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim.

Eigenschaften Die Beute besteht aus 20 mm dünnem Massivholz, ist falzlos und mit Griffleisten. Sie ist ausgelegt für zehn Zanderwaben (220×420 mm) mit langen Ohren (28,5 mm) mit einem Rähmchenabstand von 35 mm. In der ursprünglichen Form ist sie für gleich große Zargen im Brutraum und Honigraum ausgelegt. Durch ihre Größe sind Betriebsweisen mit einzargigem Brutraum und zweizargigem Brutraum möglich.imkerpate.de/hohenheimer-einfachbeute Hohenheimer Einfachbeute – Vor- und Nachteile

Varianten Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Varianten der Hohenheimer Einfachbeute. Innerhalb des Magazinbeutensystems im Zandermaß wurden niedrigere Zargen für den Honigraum, so genannte Flachzargen mit Rähmchenhöhe 159 mm und Halbzargen mit Rähmchenhöhe 110 mm entwickelt. Auch höhere Großraum-Zargen für den Brutraum, so genannte Hochzargen für 285 mm Rähmchen, wodurch einfache Betriebsweisen mit einzargigem Brutraum und angepasstem Brutraum mit Schied möglich sind, entstanden.

Neben dem Zandermaß wurden auch andere Magazinbeutenmaße in der Bauform der Hohenheimer Einfachbeute konzipiert, beispielsweise für das Rähmchenmaß Deutsch Normal (370 mm × 223 mm).

Kommerzielle Vermarktung Die Hohenheimer Einfachbeute hat durch Gerhard Liebig und Pia Aumeier im deutschsprachigen Raum große Bekanntheit erlangt. Daher, und weil die Beute für Wabenrähmchen im Zander-Maß ausgelegt ist, wird diese im Fachhandel auch unter den Namen Liebig-Zander-Beute oder Zanderbeute nach Dr. Liebig geführt. Da es die Beute mittlerweile auch für andere Rähmchengrößen gibt, hat sich in einigen Teilen Deutschlands der allgemeinere Name Liebig Kompaktbeute mit Nennung des Rähmchenmaßes etabliert. Kompaktbeute, weil pro Zarge nur zehn Rähmchen statt elf vorhanden sind.

Literatur Gerhard Liebig: Einfach imkern. Leitfaden zum Bienen halten ohne Stress für Tier und Tierhalter. 4., überarbeitete Auflage, Eigenverlag, Bochum 2020, 228 Seiten

Weblinks Offizielle Bauanleitung [PDF], Universität Hohenheim (Beim Bau ist zu beachten, dass in der Stückliste für das Magazin die Länge der „Leiste unten“ falsch angegeben ist: diese muss 38 cm lang sein, nicht 39 cm.) Hohenheimer Einfachbeute, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Einzelnachweise

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