Der 64. Eurovision Song Contest fand vom 14. bis zum 18. Mai 2019 im Convention Center in der israelischen Stadt Tel Aviv statt, nachdem Netta den Eurovision Song Contest 2018 im portugiesischen Lissabon mit dem Lied Toy für Israel gewonnen hatte. Damit war das Land nach 1979 und 1999 zum dritten Mal Gastgeber des Eurovision Song Contest.

Den Wettbewerb gewann mit 498 Punkten für die Niederlande Duncan Laurence mit dem von ihm selbst, Joel Sjöö und Wouter Hardy geschriebenen Popsong Arcade. Es war der erste niederländische Beitrag seit 1975, der den Sieg holen konnte. Insgesamt war es der fünfte Sieg für das Land beim Wettbewerb. Wie zuletzt 2016 konnte der Siegertitel im Finale weder das Televoting noch das Juryvoting gewinnen. Für Norwegen erzielte die Gruppe KEiiNO mit dem Titel Spirit in the Sky mit 291 Punkten die meisten Publikumspunkte. Die Sängerin Tamara Todevska erzielte mit dem Titel Proud für Nordmazedonien mit 247 Punkten die meisten Jurypunkte.

Nach dem vierten Platz im Vorjahr musste sich Deutschland, vertreten durch das Duo S!sters, mit einem vorletzten Platz und 24 Punkten, die alle von den internationalen Jurys stammten, zufriedengeben. Dagegen erreichte die Schweiz mit dem Sänger Luca Hänni zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder das Finale und belegte mit 364 Punkten den vierten Platz. Er erzielte damit das beste Schweizer Ergebnis seit 1993. Österreich schied mit der Sängerin Pænda bereits im zweiten Halbfinale das erste Mal seit 2013 auf dem vorletzten Platz aus.

Den zweiten und dritten Platz belegten die Beiträge aus Italien und Russland. Nordmazedonien, das erstmals unter diesem Namen teilnahm, und San Marino erreichten in diesem Jahr ihr bestes Ergebnis.

Am 22. Mai 2019 korrigierte die EBU die Endergebnisse des Wettbewerbs. Durch einen menschlichen Fehler erhielten im Juryergebnis von Belarus statt der ersten zehn Ränge die letzten zehn Ränge die Punkte. Insgesamt gewann nicht wie am Finalabend verlautet Schweden das Juryvoting, sondern Nordmazedonien. Ebenso gab es Änderungen in den Platzierungen und den Punktzahlen der Finalisten.

Austragungsort

Am 10. Juli 2018 stellte das israelische Fernsehen einen Anforderungskatalog an die potenzielle Gastgeberstadt vor: Die austragende Arena sollte Platz für 8.000 bis 12.000 Zuschauer bieten. Im Umkreis des Austragungsortes müssen mindestens 3.000 Hotelzimmer für den Zeitraum der Veranstaltung zur Verfügung stehen. Ein Pressezentrum für mindestens 1.500 Journalisten sollte auf dem Gelände vorhanden sein. Der Austragungsort muss zwischen März und Mai 2019 zur Verfügung stehen.

Nach Israels Sieg am 12. Mai 2018 verkündete der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf seinem offiziellen Instagram-Account, dass der Eurovision Song Contest 2019 in Jerusalem stattfinden werde. Allerdings wurde diese Information weder vom austragenden Sender IPBC (KAN) noch von der EBU offiziell bestätigt. Trotzdem gab der israelische Finanzminister Mosche Kachlon in einem Interview bekannt, dass Jerusalem der Austragungsort sein und das Event 120 Millionen Schekel (ca. 24 Millionen Euro) kosten werde. Zudem sagte der Bürgermeister Jerusalems, Nir Barkat, dass die Pais Arena Jerusalem sowie das Teddy-Stadion mögliche Austragungsorte sein könnten. Bestätigt wurde allerdings schon von der Gemeinde Jerusalem, dass das Event definitiv nicht im Austragungsort des Eurovision Song Contests 1979 und 1999, dem International Convention Center Jerusalem, stattfinden werde.

Am 13. Mai 2018 gab der Bürgermeister Tel Avivs, Ron Huldai, bekannt, dass er eine Ausrichtung seiner Stadt und der Menora Mivtachim Arena ausschließe. Diese Entscheidung wurde aber am 11. Juni 2018 revidiert.

Am 16. Mai 2018 gab der Bürgermeister der Stadt Petach Tikwa bekannt, dass auch sie gerne den Eurovision Song Contest 2019 ausrichten würde. Auch wenn die Stadt keine geeignete Arena besitze, argumentierte der Bürgermeister damit, dass Aserbaidschan es in fünf Monaten geschafft habe, eine ganze Arena zu errichten. Dementsprechend sollte das Petach Tikwa auch schaffen.

Während eines Treffens der EBU mit der austragenden Fernsehanstalt KAN wurde Israel als offizielles Austragungsland bestätigt, nachdem es im Vorfeld Gerüchte um die Verlegung des Austragungsortes nach Österreich gegeben hatte. Neben der EBU waren drei ehemalige Austragungsländer (Italien, Niederlande, Vereinigtes Königreich) sowie die portugiesische Fernsehanstalt RTP anwesend. Mit ihnen fand eine Nachbesprechung des Eurovision Song Contest 2018 statt, den RTP organisierte.

KAN eröffnete den offiziellen Bewerbungsprozess für den Austragungsort am 24. Juni 2018.

Am 24. Juli 2018 endete die Bewerbungsfrist für potenzielle Austragungsorte. Eilat, Jerusalem und Tel Aviv haben eine Bewerbung eingereicht. Zudem veröffentlichten Jerusalem und Tel Aviv genauere Details über ihre Bewerbung. So bewirbt sich Jerusalem mit der Pais Arena und nicht mit dem favorisierten Teddy-Stadion. Tel Aviv wählte das Pavillon 2, ein Kongresszentrum auf dem Gelände des Tel Aviv Convention Center, als potenziellen Austragungsort aus. Die Stadt entschied sich somit gegen die Menora Mivtachim Arena, die den Austragungsorten der vergangenen Eurovision Song Contests ähnelte. Die Städte Haifa und Masada reichten entgegen allen Erwartungen keine offiziellen Bewerbungen ein.

Nach der Veröffentlichung der Kriterien für einen potenziellen Austragungsort galt Tel Aviv als favorisierter Austragungsort. Ultraorthodoxe Parteien kündigten an, gegen Proben, die während des Sabbats in Jerusalem stattfinden sollten, zu votieren. Die offiziellen Regeln der EBU verlangen allerdings zwei Proben am Freitag vor dem Finale. Tel Aviv kündigte an, Proben während des Sabbats zuzulassen.

Die austragende Fernsehanstalt KAN musste bis zum 14. August 2018 eine Garantie von 12 Millionen Euro bei der EBU hinterlegen. Der Sender konnte laut eigener Angaben die geforderte Summe nicht alleine aufbringen und war auf Zahlungen der israelischen Regierung angewiesen. Benjamin Netanjahu war zuletzt davon überzeugt, dass der Sender den Betrag aus den ihm zur Verfügung stehenden 750 Millionen Euro selbst zahlen könne. Wäre keine Einigung erzielt worden, hätten bei KAN bis zu 200 Planstellen entfallen oder das eigene Programmangebot gekürzt werden müssen. Die EBU behielt sich das Recht vor, dem Sender die Austragungsrechte zu entziehen und eine andere Fernsehanstalt mit der Austragung zu beauftragen. Am 14. August 2018 zahlte KAN schließlich den geforderten Betrag von 12 Millionen Euro und stellte somit die Austragung in Israel sicher.

Ende August 2018 besuchte der Executive Supervisor Jon Ola Sand zusammen mit der EBU die Städte Tel Aviv und Jerusalem, um sich einen Eindruck von den dortigen Bedingungen zu machen. Die Stadt Eilat stellte im Rahmen des Besuches ihre Bewerbung vor. Die EBU musste der Stadt allerdings eine Absage erteilen, da der vorgesehene Austragungsort nicht den Anforderungen der EBU entsprach. Somit fiel die Entscheidung für den Austragungsort zwischen Jerusalem und Tel Aviv.

Am 13. September 2018 gab die EBU sowie Kan das Tel Aviv Convention Center als Austragungsort bekannt. Mit 7.500 Zuschauerplätzen ist der Austragungsort der kleinste, seit Israel den Eurovision Song Contest im Jahr 1999 zuletzt austrug. Stadt Austragungsort Maximale Kapazität(bei Konzerten) Bemerkungen Offizielle Bewerbungen Jerusalemירושלים Pais Arena Jerusalem 15.654 Das Halbfinale sowie das Grand Final finden im Tel Aviv Convention Center statt Tel Avivתל אביב-יפו Tel Aviv Convention Center, Pavillon 2 7.500 Ausgeschiedene Bewerbungen Beʾer Schevaבאר שבע Turner-Stadion 16.126 Die Austragungsorte hätten bei einem Zuschlag mit einem temporären Dach überdacht werden müssen. Haifaחיפה Sammy-Ofer-Stadion 30.870 Jerusalemירושלים Teddy-Stadion 31.733 Eilatאילת Die Städte verfügen über keinen geeigneten Austragungsort. Hätte die jeweilige Stadt den Zuschlag für die Ausrichtung erhalten, wäre ein Neubau oder zumindest ein temporäres Gebäude nötig gewesen. Masadaמצדה Petach Tikwaפתח תקווה Tel Avivתל אביב-יפו Menora Mivtachim Arena 11.200 –

Format Motto und Logo Am 28. Oktober 2018 stellte die EBU das Motto des Eurovision Song Contests 2019 vor. Es lautet Dare To Dream! (dt.: Trau dich zu träumen!).

Das dazugehörige Logo wurde am 8. Januar 2019 veröffentlicht. Es besteht aus drei Dreiecken, die zusammen einen Stern ergeben, der symbolisch für den Zusammenhalt steht. Dazu wird es das Logo in zwei weiteren Varianten geben, die auch in der Show zu sehen sein werden. Das leuchtende hohle Dreieck wurde von einigen Kritikern als Umriss von „Großisrael“ gesehen, da es Palästinensische Autonomiegebiete ausblende. Das Hauptlogo soll allerdings hauptsächlich während der drei Sendungen präsent sein.

Bühnendesign Ende September 2018 eröffnete KAN das Bewerbungsverfahren für das Bühnendesign 2019. Dabei schickte die Rundfunkanstalt Einladungen an sämtliche Bühnendesigner in Israel, allerdings konnten sich auch internationale Designer bewerben. KAN stellte ebenfalls einige Bedingungen für das Bühnendesign 2019. Es soll ikonisch, einzigartig, innovativ und bahnbrechend sein. Ebenfalls wird der Greenroom erwähnt, welcher sich erstmals seit dem ESC 2013 wieder an einem anderen Ort befinden wird. Dazu gibt es die Kriterien, dass der Greenroom zum Design passen muss und die unterschiedlichen Räumlichkeiten dem Zuschauer nicht großartig auffallen sollen. Auch Videoinstallationen, die 2018 in Portugal nicht benutzt wurden, werden bei KANs Kriterien genannt. Tamir Dayan, CEO der EXPO in Tel Aviv, sagte dazu, dass das Produktionsteam einige Rundfunkanstalten besuchen wird, die bereits den ESC ausgerichtet haben, um Auskunft über deren Erfahrungen mit der Produktion zu bekommen und somit den bestmöglichen Eurovision Song Contest zu kreieren.

Das Bühnendesign wurde, wie im Vorjahr, von Florian Wieder konzipiert. Er gestaltete auch das Bühnendesign für den deutschen Vorentscheid. Das Design besteht aus Dreiecken, die an den Davidstern erinnern sollen.

Am 27. Dezember 2018 präsentierte die EBU das Bühnendesign des ESC.

Moderation Am 25. Januar 2019 stellte KAN die vier Moderatoren des Eurovision Song Contests 2019 vor. Moderieren werden Bar Refaeli, Erez Tal, Assi Azar und Lucy Ayoub, womit erstmals zwei Frauen und zwei Männer die Veranstaltung moderieren werden, nachdem 2015, 2017 und 2018 jeweils nur ein Geschlecht die Moderation übernahm. Israel war bereits 1999 ein Pionier, als erstmals zwei Frauen und ein Mann die Moderation übernommen haben. Zuvor hatte IPBC bereits Gal Gadot angeboten, die Moderation zu übernehmen, allerdings sagte sie aus Zeitgründen ab.

Nationale Jurys Die nationalen Jurys vergeben die Hälfte aller Punkte beim Eurovision Song Contest. Dafür werden sich die Mitglieder eines Landes treffen und gemeinsam die Generalprobe der Shows anschauen. Jedes Mitglied erstellt daraufhin, basierend auf Stimme, Komposition und Originalität des Liedes, eine Rangliste aller Beiträge des Abends. Dabei soll dies jeder unabhängig von den anderen tun. Sobald alle Listen fertiggestellt sind, werden sie von der EBU überprüft und in Punkte umgerechnet. In den deutschsprachigen Ländern sitzen folgende Juroren in der Jury: + Belgien Land Mitglieder Bekannt als Hakima Darhmouch Journalistin Alex Germys Sänger Joëlle Morane Choreografin Pierre Bertinchamps Journalist Olivier Biron Musikmanager + Deutschland Land Mitglieder Bekannt als Michael Schulte Sänger, Teilnehmer 2018 Annett Louisan Sängerin Nico Santos Sänger Nicola Rost Sängerin Joe Chialo Musikmanager+ Österreich Land Mitglieder Bekannt als Peter Vieweger Musiker Fräulein Mai Sängerin Bettina Ruprechter Musikcoach Mathea Sängerin Julian le Play Sänger + Schweiz Land Mitglieder Bekannt als Cyrill Camenzind Musikproduzent Leticia Ribeiro De Carvalho Sängerin Eliane Sängerin Rocco Casella Musiker Willy Dezelu Musikprogrammchef

Änderung bei der Verkündung der Televoting-Ergebnisse im Finale