Christoph Julius Bünting (* im 18. Jahrhundert; † nach 1766) war ein deutscher Orgelbauer.
Leben und Werk Nur wenige biografische Details sind zu Christoph Julius Bünting bekannt. Er wurde als Sohn des Hamburger Orgelbauers Konrad Bünting geboren. Im Jahr 1733 übersiedelte der Vater nach Lübeck, wo ihm Arbeiten an der großen Orgel der Marienkirche übertragen worden waren (1733–1735). In Lübeck wirkte Konrad Bünting neben dem Schnitger-Schüler Hans Hantelmann und dessen Schüler Christoph Erdmann Vogel.Fock: Arp Schnitger und seine Schule. 1974, 186.
In den 1730er Jahren sind gemeinsame Arbeiten von Christoph Julius Bünting und seinem Vater nachweisbar. Neben Erweiterungsumbauten in der Hansestadt führte der Sohn im weiteren Umkreis Lübecks Reparaturen und Umbauten durch. Von ihm selbst ist die Schreibweise „Bünding“ belegt.Eduard Hach: Zur Geschichte der großen Orgel in der St. Jakobi-Kirche zu Lübeck und des Epitaphiums von Jochim Wulff daselbst. In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte. Bd. 7, 1898, S. 129–150, hier: S. 147 (online, abgerufen am 11. Mai 2018, PDF). Der Name „August Wilhelm Bünting“, der beim Curslacker Erweiterungsumbau genannt wird, scheint eine Namensverwechslung zu sein.Günther Elgnowski: Geistliche Musik im alten Hamburg. Christians, Hamburg 1961, S. 111. Am 17. März 1754 erhielt Christoph Julius Benting, ein Orgelbauer, das Lübecker Bürgerrecht.Bürgerannahme Buch, Lübeck, Innere Stadt, 1633-1801, abgerufen über ancestry.com In der Lübecker Jakobikirche erweiterte Christoph Julius Bünting die Große Orgel und in der Marienkirche beide Orgeln um ein kleines Schwellwerk nach englischem Vorbild, das von der oberen Klaviatur aus spielbar war und vor allem Zungenregister erhielt.Wölfel: Die wunderbare Welt der Orgel. 2004, S. 65, 88, 108. An mehreren Orgeln erweiterte Bünting die fehlenden Töne in der Bassoktave und baute Koppeln ein.
Werkliste In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal und die arabische Zahl in der vorletzten Spalte die Anzahl der klingenden Register.
Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1736–1739 Curslack St. Johannis 160x160px II/P 19 Erweiterung und Neubau des Prospekts, Umsetzung auf die Westempore; Prospekt erhalten 1739–1740 Ratzeburg Ratzeburger Dom Reparatur zusammen mit seinem VaterFock: Arp Schnitger und seine Schule. 1974, S. 162. 1739–1741 Lübeck Jakobikirche, Große Orgel zentriert|160x160px III/P 62 Umbau des Brustwerks in ein Oberwerk hinter dem Hauptwerk und Erweiterung um 3 Register sowie Ergänzung des Pedals um eine Posaune 32′ → Orgel 1742 Grömitz St. Nikolai zentriert|160x160px Neubau; Prospekt erhalten 1758 Lübeck Marienkirche, Große Orgel zentriert|160x160px III/P 53 ? Erweiterung um ein Schwellwerk mit 2 Zungenregistern 1760–1761 Lübeck Marienkirche, Totentanzorgel III/P 41 Erweiterung um ein Schwellwerk mit 3 Registern 1754–1766 Mölln St. Nicolai 160x160px III/P 38 technischer Neubau unter Einbeziehung alter Register, Erweiterung der Manualumfänge;Materialsammlung. Die historische Scherer-Bünting Orgel in Mölln, S. 118–119. Gehäuse und 5 Register (221 Pfeifen) im Hauptwerk von Bünting erhalten
Literatur
Einzelnachweise
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