Diebach ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im Landkreis Ansbach in Mittelfranken sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schillingsfürst und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt südlich von Rothenburg ob der Tauber am Westabfall der Frankenhöhe ins Tal der oberen Tauber, der namengebende Hauptort an der Mündung des rechten Wohnbachs in den noch kleinen Fluss.
Nachbargemeinden Insingen Gebsattel Wettringen Schillingsfürst Wörnitz
Gemeindegliederung Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Brexelhof, Heckenmühle und Kalkwerk sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bellershausen, Diebach und Oestheim. Die Gemarkung Diebach hat eine Fläche von 9,836 km². Sie ist in 1161 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8472,40 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bestleinsmühle, Böllersmühle und Wolfsau.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Diebach ist etwa um das Jahr 700 entstanden. Eine Maut- und Schutzburg (Burg Diebach) der Herren von Diebach wurde schon um 1236 urkundlich erwähnt und war zwischen 1557 und 1651 im Besitz des Rothenburger Patriziergeschlechts derer von Fürbringer. Der Ort selbst wurde 1249 als „Dieppach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von dem gleichlautenden Gewässernamen ab (heute Wohnbach genannt), dessen Bestimmungswort „Dieb“ ist. Ob damit einfach nur ein abgelegener oder tiefgelegenerVgl. dazu auch Diebach (Neustadt an der Aisch). Bach bezeichnet oder auf ein entsprechendes Ereignis Bezug genommen werden sollte, bleibt offen.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 54.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wanderten oberösterreichische Exulanten in Diebach ein, einer der ihren, Matthias Pantzer aus Stockerau erwarb 1651 die Burg, die danach häufig den Besitzer wechselte. Im Jahre 1803 kam das Dorf zu Bayern. Im Jahre 1817 wurde die Diebacher Burg schließlich so baufällig, dass sie abgerissen wurde.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Diebach 42 Untertansfamilien. Grundherren waren das hohenlohische Amt Schillingsfürst (17), die Reichsstadt Rothenburg (13), Brandenburg-Ansbach (8), Lochinger (1). Die Fraisch sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte seit 1539 das Amt Schillingsfürst.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 591f.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Diebach gebildet. Zu diesem gehörten Bestleinsmühle, Bockenfeld, Böllersmühle, Heckenmühle, Schwarzenmühle und Wolfsau. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Diebach mit den Orten Bestleinsmühle, Böllersmühle, Heckenmühle und Wolfsau. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Schillingsfürst zugeordnet (1840 in das Landgericht Schillingsfürst umgewandelt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Ab 1824 gehörte Diebach zum Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1862 übernahm das neu gebildete Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,839 km².
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Bellershausen und Oestheim eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 912 auf 1134 um 222 Einwohner bzw. um 24,3 %.
Gemeinde Diebach Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2015Einwohner 418 416 431 466 491 461 507 535 539 524 492 453 453 471 465 442 430 404 578 583 437 416 919 1130 1097 1116HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 81 89 86 92 91 90 91 89 99 259 342 352Quelle Für die Gemeinde Diebach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bestleinsmühle (S. 9), Böllersmühle (S. 11), Heckenmühle (S. 38) und Wolfsau (S. 105). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 415 Einwohner.
Gemeindeteil Diebach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 351 350 410 386 453 404 399 531 390 373 382Häuser 70 74 77 80 81 79 89 106Quelle
Politik Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2014 brachten folgende Ergebnisse: +Wählergruppe20202014%Sitze%SitzeDiebach44,6647,06Oestheim44,5539,75Bellershausen10,9113,31Wahlbeteiligung61,062,2 Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister.
Bürgermeisterin Gabriele Hofacker wurde im März 2014 zur Ersten Bürgermeisterin gewählt und trat das Amt im Mai 2014 an. Sie wurde 2020 mit 89,19 % der Stimmen im Amt bestätigt.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß-rot.
Baudenkmäler
Pfarrkirche St. Bartholomäus mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Bartholomäus mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Bartholomäus: Innenraum
Boden- und Naturdenkmäler
Verkehr Die Staatsstraße 2247 führt nach Insingen (1,5 km westlich) bzw. über Bellershausen nach Schillingsfürst (6 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 33 führt nach Bockenfeld (2,2 km nördlich). Die Kreisstraße AN 7 führt nach Faulenberg (3,3 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Seemühle (1,6 km südlich) und nach Wolfsau (2 km nordöstlich).
Söhne und Töchter der Gemeinde Gustav Reinwald (1837–1898), Stadtpfarrer in Lindau (Bodensee), Historiker, geboren in Heckenmühle Gustav Adolf Krauß (1888–1968), Forstwissenschaftler
Literatur
Weblinks
Gemeinde Diebach
Ehemaliger Bahnhof Diebach-Insingen – Darstellung in der amtl. topogr. Karte 1:25.000 von 1961 auf BayernAtlas-Zeitreise
Fußnoten
Kategorie:Ort an der Tauber Kategorie:Ersterwähnung 1249
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach