Die Borsche-Drechsel-Cyclisierung ist eine Namensreaktion in der organischen Chemie. Die Reaktion wurde 1888 vom deutschen Chemiker Edmund Drechsel und 1908 vom ebenfalls deutschen Chemiker Walther Borsche publiziert.Edmund Drechsel: Ueber Elektrolyse des Phenols mit Wechselströmen. In: J. prakt. Chem. 38 (1), 1888, S. 65–74, doi:10.1002/prac.18880380105.Walther Borsche (unter Mitarbeit von A. Witte und W. Bothe): Ueber Tetra- und Hexahydrocarbazolverbindungen und eine neue Carbazolsynthese. In: Justus Liebigs Annalen der Chemie 359 (1-2), 1908, S. 49–80, doi:10.1002/jlac.19083590103. Die Reaktion erlaubt die Synthese von stickstoffhaltigen Heterocyclen aus Phenylhydrazonen.
Übersichtsreaktion Cyclohexanonphenylhydrazon reagiert mit einer Säure (im Beispiel Schwefelsäure) in der Hitze zu Tetrahydrocarbazol:
rahmenlos|zentriert|hochkant=1.5|Verbesserte Übersichtsreaktion
Die Reaktion ist übertragbar auf am aromatischen Ring substituierte Phenylhydrazone und Phenylhydrazone anderer cyclischer Ketone.
Reaktionsmechanismus Der Reaktionsmechanismus ist in der LiteraturJ. J. Lie: Name Reactions, Springer, 2009, ISBN 978-3-642-01052-1, S. 60. beschrieben und verläuft wie die Fischersche Indolsynthese:
rahmenlos|zentriert|hochkant=2.5|Verbesserter Mechanismus
Durch säurekatalysierte Protonenumlagerung entsteht aus dem Cyclohexanonphenylhydrazon (1) die Zwischenstufe 2. In einer anschließenden, durch Hitze hervorgerufenen sigmatropen Umlagerung, einer speziellen Form der pericyclischen Reaktion, entsteht die Zwischenstufe 3. Durch Protonierung mit einer Säure bildet sich ein Kation. Dieses cyclisiert anschließend durch zur Zwischenstufe 4. Durch formale Abspaltung von Ammoniak bildet sich Tetrahydrocarbazol (5).
Anwendung Die Borsche-Drechsel-Cyclisierung ist eine Schlüsselreaktion zur Synthese von Carbazolen. Dazu wird 5 mit einem Oxidationsmittel zu 6 aromatisiert:
rahmenlos|zentriert|hochkant=1.7|Borschedrechsel Anwendungsreaktion
Einzelnachweise
Kategorie:Namensreaktion