mini|Sophie Piccard (hommage2021.ch) Sophie Piccard (* 27. September 1904 in Sankt Petersburg; † 6. Januar 1990 in Freiburg im Üechtland) war eine Schweizer Mathematikerin.
Leben Sophie Piccard war die Tochter des Schweizer Professors Eugéne Ferdinand Piccard und dessen russischer Ehefrau Eulalie (geborene Güeé, verstorben 1957). Sie studierte zunächst Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Smolensk und erhielt dort im Jahre 1925 das Diplom. Danach ging sie mit ihren Eltern in die Schweiz. Da ihr russisches Diplom nicht anerkannt wurde, studierte sie an der Universität Lausanne und erlangte dort den Abschluss (Lizenziat) in Mathematik im Jahre 1927 und anschließend im Jahr 1929 unter der Anleitung von Dmitry Mirimanoff die Promotion. Da sie keine Anstellung als Lehrerin fand, arbeitete sie 1929 bis 1932 als Aktuarin bei dem Versicherungsunternehmen La Neuchâteloise und 1932 bis 1936 in einer Zeitung (Feuille d'Avis de Neuchâtel). Ab 1936 hielt sie Vorlesungen über Geometrie an der Universität Neuenburg und wurde 1938 außerordentliche Professorin für höhere Geometrie. Außerdem lehrte sie Stochastik und Versicherungslehre. 1940 gründete sie dort das außeruniversitäre Zentrum für Reine Mathematik (Centre de mathématiques pures) und war dessen Direktor. Trotz Konflikten mit männlichen Kollegen, bei denen sie aneckte, wurde sie 1943 die erste ordentliche Professorin an einer Westschweizer Universität.
Piccard ist nicht zuletzt bekannt für eine Monographie über die Abstände zwischen Punktmengen euklidischer Räume aus dem Jahre 1939. Sie befasste sich mit Gruppentheorie (endliche Gruppen, kombinatorische Gruppentheorie), linearer Algebra, Mengenlehre und Geschichte der Mathematik. Bis ins hohe Alter veröffentlichte sie mathematische Arbeiten und gab zudem die Werke ihrer Mutter über russische Geschichte und Literatur heraus.
1932 und 1936 war sie eingeladene Sprecherin auf den Internationalen Mathematikerkongressen.
Schriften Sur les ensembles de distances des ensembles de points d’un espace Euclidean, Mémoires de L’Université de Neuchâtel 13, Paris: Gauthier-Villars, 1939
Literatur
Siehe auch Satz von Piccard
Weblinks
Biographie am Agnes Scott College (engl.) Sophie Piccard in der Datenbank zbMATH
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