rechts|125px|Wappen der Stadt Volkach Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Volkach enthält alle Personen, die mit der unterfränkischen Stadt in Verbindung stehen. So werden alle berühmten, in der Stadt und ihren Ortsteilen geborenen Personen aufgezählt. Ebenso sind hier die Ehrenbürger des Ortes versammelt. Eine dritte Liste verzeichnet Persönlichkeiten, die mit Volkach verbunden sind oder hier lange Zeit wirkten.

Personalgeschichte der Stadt Volkach Die Stadt Volkach und ihre Ortsteile brachten einige Persönlichkeiten hervor, die überregionale Bedeutung erlangten. In der feudalen Gesellschaft des Mittelalters hatten vor allem die Mitglieder des regionalen Adels, der auf den Burgen Hallburg und Stettenburg saß, die Chance gesellschaftlich aufzusteigen. Eine Ausnahme machte hierbei Heinrich von Volkach, der als Weihbischof in Regensburg eine geistliche Laufbahn einschlug und wohl aus bürgerlichen Schichten stammte.

Mit dem Aufstieg zur Stadt im 13. Jahrhundert war auch eine Aufwertung der örtlichen Zentralität verbunden, sodass Volkach insbesondere von Mitgliedern des Grafengeschlechts zu Castell und den Würzburger Fürstbischöfen Förderung erfuhr. Im Spätmittelalter schlugen vermehrt Bürger der Stadt eine geistliche Laufbahn ein und konnten so auch zu Vorstehern regionaler Klöster aufsteigen. Gleichzeitig etablierte sich in Volkach eine Lateinschule. Sie förderte die Ausbildung zukünftiger Akademiker, die teilweise großen Einfluss erlangten.Feuerbach, Ute: Die Lateinschule und ihre Absolventen. S. 163–166.

mini|hochkant|Ein Epitaph der Familie Balbus, 1643 Klostergasse Volkach Aus dem Volkacher Ortsteil Eichfeld kam dagegen der Humanist und Stadtschreiber Niklas Brobst, mit dem die Frühe Neuzeit im nahen Volkach begann. Er verfasste als Stadtschreiber das Volkacher Salbuch und trieb die Verrechtlichung der Verwaltung voran. Bis ins 18. Jahrhundert entstammten der Stadt nun überwiegend Geistliche, in Astheim betrieb das dort ansässige Kartäuserkloster seine Nachwuchsförderung sogar selbst.

Im 17. und 18. Jahrhundert war Volkach das Ziel einiger italienischsprachiger Familien, von denen mehrere zu Reichtum gelangten. Mit dem Weinhandel etablierte sich in der Stadt eine großbürgerliche Oberschicht, der es bald gelang die finanzielle Potenz in politische Macht umzusetzen. Zu nennen sind hier die Nibling, die Schwan, die Presson, die Gans, die Pfister, die Balbus, die Schelf, die Österreicher, die Breunig und die Jäcklein. In Fahr stieg die Familie Dereser auf.Egert, Gerhard: Die Volkacher Patrizierfamilie Balbus. S. 22.

Der heutige Ortsteil Gaibach bildet eine Besonderheit. Er erfuhr im 18. Jahrhundert als Sitz der Grafen von Schönborn, die durch geistliche Ämter aufgestiegen waren, große Förderung durch mehrere Mitglieder des Adelsgeschlechts. In Gaibach entstanden unter den Schönborn ein barocker Lustgarten und eine Kirche durch den Baumeister Balthasar Neumann. Die Privilegierung des Dorfes blieb noch im 19. Jahrhundert bestehen.

Mit der Säkularisation wurde die Zentralität der Stadt weiter verstärkt. In Volkach residierten Landrichter im ehemaligen fürstbischöflichen Amtsgebäude und bildeten zusammen mit den Bürgermeistern, den Stadtpfarrern und den Gerichtsärzten die städtische Oberschicht.Egert, Gerhard: Stadtpfarrer Eugen Schön 1770–1842. S. 8 f. Die Künstlerfamilie Geist entstammte ebenso der Stadt. Mit der Errichtung des Distriktkrankenhauses im Jahr 1857 erhielt Volkach eine Geburtsstation, die weitere berühmte Persönlichkeiten hervorbrachte.

Mit dem neuerlichen Aufstieg des Weinbaus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachten Volkach und seine weinbautreibenden Ortsteile oftmals sogenannte Weinhoheiten hervor, die in jährlichem Turnus den fränkischen bzw. deutschen Weinbau repräsentieren sollten. Aus der in den 1970er Jahren entstandenen Großgemeinde stammen die meisten dieser Hoheiten. Gleichzeitig ging die Zahl der in Volkach geborenen Personen zurück, weil Geburten vermehrt in den größeren Kliniken in Schweinfurt und Würzburg vorgenommen wurden.

Liste von Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Die Liste orientiert sich insbesondere am Aufsatz von Haupt über die Ehrenbürger und verdiente Bürger aus Volkach. Weitere Literatur ist den Einzelnachweisen zu den einzelnen Persönlichkeiten zu entnehmen. Es wurden alle Personen aufgenommen, die in Volkach und seinen Ortsteilen geboren wurden und überregionale Bedeutung erlangten. Daneben sind auch Personen versammelt, die lediglich in Volkach selbst wirkten.

Nicht aufgelistet sind die Mitglieder der Adels- und Bürgergeschlechter, die in Volkach und den Ortsteilen ihren Sitz hatten. Sie brachten vor allem im Mittelalter und der Frühen Neuzeit wichtige Persönlichkeiten hervor. Zu nennen sind hier (in alphabetischer Reihenfolge) die Berg genannt Schrimpf, die Brackenlohr, die Buttlar, die Escherich, die von Fahr, die von Gaibach, die von Rimbach, die Rucker von Volkach, die Stadion, die Stettenberg, die Zollner von Halberg, die Zollner von Gaibach und die Zollner von Rimbach.

mini|hochkant|Niklas Brobst von Effelt, Federzeichnung um 1504 Volkacher Salbuch (fol. 406r) mini|hochkant|Christophorus Balbus, Gemälde um 1755 mini|hochkant|Thaddäus Anton Dereser, Kupferstich um 1820 Heinrich von VolkachHaupt, W. G. A.: Ehrenbürger und verdiente Bürger aus Volkach. S. 62–76. (* um 1310 in Volkach, † 1359), Weihbischof in Regensburg und Prior im Karmelitenkloster Bamberg. Konrad III. von Münsterschwarzach (* evtl. auf Burg Hallburg, † 1342), Abt des Benediktinerklosters in Münsterschwarzach, Konrad III. veräußerte das Dorf Laub an die Familie Teufel. Heinrich III. Heppe (* in Volkach, † 1426 in Ebrach), Abt des Zisterzienserklosters Ebrach, Heppe wird wegen seiner umsichtigen Politik auch zweiter Gründer von Ebrach genannt. Balthasar Monachi (* um 1423 in Volkach, † nach 1500), erster Rektor von Kloster Birklingen Niklas Brobst von EffeltEgert, Gerhard: Niklas und Sebastian Brobst, Stadtschreiber und Notare 1504. S. 196–200. (* nach 1450 in Eichfeld, † um 1506 in Volkach), Stadtschreiber, Brobst verfasste zusammen mit seinem Sohn Sebastian das Volkacher Salbuch. Im Jahr 1929 benannte man eine Straße in Volkach nach dem Schreiber. Johannes NiblingKlarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 213–215. (* um 1463 in Volkach, † 1526 in Ebrach), Prior und Autor im Zisterzienserkloster Ebrach, Nibling erstellte die sogenannten Compilationes über die Geschichte des Klosters. Endres Wolf (* 1503 in Obervolkach, † 1568 in Wien), Händler in Wien, Wolf wurde mit einem Epitaph am Wiener Stephansdom verewigt. Johannes V. Schwan (* in Volkach, † 1540), Propst des Augustinerchorherrenstiftes Heidenfeld, Schwan gelang es das Stift nach dem Ende des Deutschen Bauernkrieges wieder zu entschulden. Jakob Klyber (* in Volkach, gen. 1558), Übersetzer, Klyber tat sich als Übersetzer der Werke des Humanisten Johannes Reuchlin hervor. Georg Wagner (* 1573 in Volkach, † 1619 in Karlsbad), Landschreiber für den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Geheimer Rat in Neustadt an der Aisch. Jobst Pfaff (* in Volkach, gen. 1594), Baumeister, Pfaff erbaute das Wasserschloss in Gaibach für Valentin Echter von Mespelbrunn neu. Johann HöllerichOtto Mohr: In: Rat der Stadt Schweinfurt 1553–1802, Ratsherren, 2005/2007, abgerufen am 13. September 2019. (* in Volkach, † 1614 in Schweinfurt), Tuchscherer und Unterbürgermeister von Schweinfurt 1591. Heinrich SchwemmerLudwig-Maximilians-Universität München: Bayerisches Musikerlexikon Online, abgerufen am 14. April 2024. (* 1621 in Volkach, † 1696 in Nürnberg), Komponist, Schwemmer wirkte als Director chori musici an der Nürnberger Frauenkirche. Lorenz Hetzer (* um 1628 in Volkach, † 1692), Abt des Prämonstratenserklosters Oberzell, Hetzer legte ein Lehenbuch an, um die Abgaben der Klosterdörfer zu vereinheitlichen. Andreas Presson (* 1637 in Volkach, † 1701 in Bamberg), Übersetzer, Dichter und Jurist am fürstbischöflichen Hof in Bamberg, Presson übersetzte insbesondere die Werke des Jesuiten Herman Hugo, daneben tat er sich als Vermittler während der Besetzung der Herrschaft Wiesentheid hervor. Michael Schmachtenberger (* in Volkach, † 1640), Propst des Augustinerchorherrenstiftes Heidenfeld, Propst Michael starb bereits 16 bzw. 17 Tage nach seiner Wahl während des Dreißigjährigen Krieges. Bruno BurckhardHoog, James: Kartause Astheim. S. 116 f. (* 1653 in Astheim, † 1732 in Astheim), Prior im Kartäuserkloster Schnals. Johann Andreas Degen (* 1657 in Volkach, † 1700 in Würzburg), Hoforganist und Kapellmeister, Josephus Geiling (* 1680 in Astheim, † 1721 in Schnals), Prior im Kartäuserkloster Schnals. Robert Metzel (* in Volkach, † 1689), Abt des Zisterzienserklosters Bildhausen, Metzel erlebte die Auseinandersetzungen zwischen dem Hochstift Würzburg und dem Kloster Ebrach um seinen Konvent. Gregor I. Gans (* in Volkach, † 1701), Abt des Benediktinerklosters Theres, Gans gelang es die beiden Hochstifte Würzburg und Bamberg zu einem Kompromiss über die Oberherrschaft über Theres zu bewegen. Franz Rath (* 1668 in Volkach, † 1703), Jesuit und Dozent, Rath lehrte in Mainz Philosophie. Johann Baptista von Wenckh (* im 17. Jahrhundert in Volkach; † 1727), Arzt und Mitglied der Gelehrtenakademie „Leopoldina“. Albericus Balbus (* 1698 in Volkach, † 1757), Prior und Dozent im Zisterzienserkloster Schönthal, Balbus, Bruder von Christophorus und Ambrosius Balbus, lehrte im Kloster kanonisches Recht. Burchardus Hirnlehe (* 1701 in Volkach, † 1765), Prior im Benediktinerkloster Banz, Hirnlehe legte die Grundlage zur Geschichtsschreibung über das Kloster Banz. Ambrosius Balbus (* 1704 in Volkach, † 1794 in Bronnbach), Abt des Zisterzienserklosters Bronnbach, Balbus, Bruder von Albericus und Christoph Balbus, verbesserte die Ausstattung der Klosterkirche. Christophorus Balbus (* 1706 in Volkach, † 1776), Abt des Benediktinerklosters Münsterschwarzach, Balbus, Bruder von Albericus und Ambrosius Balbus, erlebte die Fertigstellung der Münsterschwarzacher Neumann-Basilika und holte namhafte Künstler in die Abtei. Joseph Pfriemb (* 1711 in Gaibach, † nach 1771), Jesuit und Hochschullehrer, Pfriemb war Theologieprofessor in Bamberg. Johann Blasius Franck (* 1716 in Volkach, † 1783 in Kremsmünster), Ingenieur und Baumeister, Franck errichtete mit der Sternwarte Kremsmünster eines der ersten Hochhäuser Österreichs. Georg Peter Oesterreicher (* 1717 in Volkach, † 1786), Leibmedikus der Fürstbischöfe von Würzburg und Professor an der Universität Fulda, Oesterreicher ließ sich in Volkach nach seiner Pension als Arzt nieder. Anton Pfister (* 1721 in Volkach), Jesuit und Professor in Bamberg, Pfister war 1766 Novizenmeister in Mainz und betätigte sich als Dramendichter. Bernhard Breunig (* 1724 in Volkach, † 1797 in Obertheres), Abt des Benediktinerklosters Theres, Breunig förderte die Klosterbibliothek von Theres. Georg Gerhard Schelf (* 1725 in Volkach, † 1803), Hofrat in München, Schelf war ab dem Jahr 1755 im kurfürstlichen Revisorium als Rat tätig. Ferdinand Möhrlein (* 1728 in Volkach, † 1802), Jesuit und Professor an den Universitäten Heidelberg und Bamberg, Möhrlein lehrte Exegese an den beiden Universitäten. Anna Justina Hartmann (* 1735 in Volkach, † 1804 in Würzburg), Stifterin, Hartmann, geborene Meisner, gründete das Bürgerspital in Volkach durch die Stiftung ihres Vermögens neu. Die Meisner-Straße wurde nach ihr benannt. Johann Bartholomäus Rupp (* 1738 in Volkach, † 1809), Arzt, Feldmesser und Bienenzüchter, Rupp war außerdem als medizinisch-mathematischer Schriftsteller tätig. Johannes Evangelist Breunig (* 1740 in Volkach, † 1809 in Oberschwarzach), Prior in Kloster Ebrach, Breunig verwaltete bis zur Auflösung des Klosters die Außenbesitzungen von Ebrach.