Richard Martin Werner (* 21. Januar 1903 in Offenbach am Main; † 2. Oktober 1949 in Oberursel) war ein deutscher Bildhauer.

Leben Werner war ein Sohn des Drehers Adam Werner und der Maria Keller.Hessische Familienkunde. Bd. 24, 1998–1999, S. 585–586, zitiert nach: Er war mit der Malerin und Kunstlehrerin Gerda Jo Werner verheiratet.

Von 1920 bis 1923 studierte Werner an der Städelschule in Frankfurt am Main. Von 1924 bis 1929 war er ein Schüler von Richard Scheibe. 1929 erhielt Werner ein Stipendium der Villa Massimo in Rom. Anschließend war er als freier Bildhauer in Offenbach, Frankfurt und (seit 1937) in Oberursel im Taunus tätig. Nach 1933 schuf Werner hauptsächlich Akte und Bildnisse (z. B. von Franz Liszt und Ricarda Huch). Er strebte bei seinen Werken nach einfacher, großer Form im Sinne der Antike. Mehrfach stellte er auf der Großen Deutschen Kunstausstellung (1937–1944 in München) aus, bevor er Kriegsteilnehmer wurde. Seit 1945 war Werner Mitglied der Darmstädter Sezession und 1948 Mitbegründer des Künstlerbundes Taunus in Bad Homburg. In Biedenkopf leitete er eine Bildhauerklasse an der dortigen Kreisberufsschule.

Werk mini|„Kulturfrau“ bei der Aufforstung (1949) Werners bekanntestes Kunstwerk ist die Abbildung auf der 50-Pfennig-Münze. Die Bank deutscher Länder hatte mit Schreiben vom 4. November 1948 Künstler um Entwürfe für das Geldstück gebeten. Ziel war es, ein unpolitisches Bild zu finden. Werner reichte am 2. Januar 1949 seine Entwürfe ein. Für die Vorderseite schlug er ein „baumpflanzendes Mädchen“ mit einem Eichensetzling vor: Das Motiv sollte die Arbeit der sogenannten „Kulturfrauen“ anerkennen, die den während des Krieges stark geschädigten Wald wieder aufforsteten.

Werner erstellte das Werk 1949 im Nachgang der Währungsreform 1948 als Entwurf für ein Gips-Modell, das als Rückseite der 50-Pfennig-Münze der jungen Bundesrepublik Deutschland zur Anwendung kam. Für Werner war das 50-Pfennig-Stück der letzte große Auftrag. Bis er im Oktober 1949 starb, hatte der Künstler keine der Münzen in der Hand gehalten, die nach seinem Entwurf geprägt wurden. Auftraggeber war die Bank deutscher Länder. Erst 1987 wurde bekannt, dass seine Ehefrau Gerda Johanna Werner ihm dazu Modell stand.

Weitere Werke sind Skulpturen und Büsten:Die hier genannten Werke sind bislang ausschließlich der Webseite Richard Martin Werner auf artnet.de entnommen. Dort werden Auktionsergebnisse mit Fotos von Werners Werken dargestellt. Die Auflistung ist daher kein Werkverzeichnis, sie kann eher als Werkauswahl betrachtet werden.

1928: Porträt des Bildhauers Richard Scheibe – Büste in Bronze mit brauner Patina. Werner bezeichnete seinen Lehrer Richard Scheibe als Freund. Um 1929/1930: Stehende – Skulptur in Bronze mit schwarz-grüner Patina 1931: Stehender weiblicher Akt – Skulptur in Gips, lackiert 1934: Mädchenkopf – Büste in Bronze 1936: Kniende mit ausgebreiteten Armen – Skulptur in Bronze 1936: Die Sinnende – Skulptur in Porzellan 1938: Die Läuferin am Start - Skulptur in Bronze (zu sehen am Eingang zum Frankfurter Waldstadion) 1940: Stehendes Mädchen – Skulptur in Bronze mit brauner Patina Undatiert: Knieende – Skulptur in Bronze Undatiert: Eingangsrelief Eingang Finanzamt Frankfurt-Höchst

Gemeinsames Merkmal der Werke (sowohl der Baumpflanzerin als auch der Skulpturen und Büsten) ist die Darstellung menschlicher (überwiegend weiblicher) Körper.

Auszeichnungen Das Internationale Olympische Komitee zeichnet ihn 1936, im Jahr der Olympischen Sommerspiele in Berlin, für ein Relief des Baron de Coubertin aus.

Literatur

Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945. Bd. 1: Skulpturen. Grabert, Tübingen 1988, ISBN 978-3-87847-089-2, S. 513 und Abbildungsteil.

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

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