mini|Karim Adiprasito in 2012 Karim Alexander Adiprasito (* 1988 in Aachen) ist ein deutscher Mathematiker.

Adiprasito studierte ab 2007 an der Universität Dortmund Mathematik mit dem Diplom 2010 bei Tudor Zamfirescu und wurde 2013 an der FU Berlin bei Günter Ziegler promoviert (Titel der Dissertation: Methods from Differential Geometry in Polytope Theory).Veröffentlicht bei Arxiv 2014 Während seines Studiums besuchte er 2008/09 das Indian Institute of Technology in Mumbai und 2011/12 die Hebräische Universität Jerusalem. 2013/14 war er Post-Doktorand am IHES und 2014/15 als Minerva Fellow der Max-Planck-Gesellschaft an der Hebräischen Universität. 2015 und 2016 war er am Institute for Advanced Study. Seit 2015 war er Assistant Professor und seit 2016 Associate Professor an der Hebräischen Universität, daneben hatte er zeitweise eine Professur an der Universität Leipzig. Seit 2019 war er zusätzlich zu seiner Professur an der Hebräischen Universität (Einstein Institute of Mathematics) Professor an der Universität Kopenhagen. Seit 2022 ist er Directeur de Recherche beim CNRS und arbeitet an der Sorbonne.

Er befasst sich mit Kombinatorik und speziell diskreter Geometrie (Polytope), vor allem in Beziehung zu algebraischen und geometrischen Strukturen.

2015 erhielt er den European Prize in Combinatorics für „seine weitreichenden und tiefliegenden Beiträge zur diskreten Geometrie mit analytischen Methoden und speziell für seine Lösung alter Probleme von Perles und Shephard (die bis auf Legendre und Steinitz zurückgehen) über projektiv eindeutige Polyeder“ (Laudatio).European Prize in Combinatorics 2015 2016 erhielt er einen ERC Starting Grant, und 2018 wurde er zum Fellow der Knut and Alice Wallenberg Foundation ernannt. 2017 erhielt er den Klachky-Preis der Hebräischen Universität.

Mit Padrol vervollständigte er den Universalitätssatz von Mnëv für Realisierungsräume simplizialer Polytope.

Mit June Huh und Eric Katz löste er 2015 eine Vermutung von Gian-Carlo Rota, Heron und Welsh.Karim Adiprasito June Huh, Eric Katz: Hodge theory for combinatorial geometries, Arxiv 2015 Sie besagt, dass die Koeffizienten des chromatischen Polynoms von Matroiden eine log-konkave Folge bilden und der Beweis zeigte einen unerwarteten Zusammenhang von kombinatorischen Objekten mit der ursprünglich aus der algebraischen Geometrie stammenden Hodge-Theorie. Dafür erhielt er 2019 den New Horizons in Mathematics Prize.

Ende 2018 löste er die g-Vermutung von Peter McMullen für triangulierte Sphären. Für seine Arbeit erhielt er 2020 den EMS-Preis (Vortrag: Lefschetz beyond positivity and its applications).EMS-Preis für Adiprasito Mit Igor Pak löste er 2024 die Oda Vermutung.

Disziplinarverfahren Im Jahr 2025 verurteilte das Sonderdisziplinargericht zur Verhütung sexueller Belästigung der Hebräischen Universität Jerusalem Karim Adiprasito wegen sexueller Belästigung und Disziplinarvergehen gegenüber einer von ihm betreuten Doktorandin. Das Universitätstribunal befand ihn der sexuellen Belästigung schuldig, welche unzüchtige Handlungen und wiederholte unerwünschte Vorstöße sexueller Natur umfasste. Er wurde zudem wegen Verstößen gegen die Disziplinarordnung der Universität verurteilt, da er seine Autoritätsposition missbraucht, sich für ein Fakultätsmitglied ungebührlich verhalten und die Würde von Universitätsangehörigen verletzt hatte. Im August 2026 wies das Berufungsgericht der Universität Adiprasitos Berufung ab und bestätigte die Verurteilungen in vollem Umfang.

Das bestätigte Urteil umfasste eine Geldstrafe in Höhe von zwei Bruttomonatsgehältern, die als Entschädigung an die gesetzlichen Erben der Klägerin zu zahlen ist. Die Klägerin verstarb nach ihrer Aussage vor dem erstinstanzlichen Gericht. Das Berufungsgericht hielt in seiner Entscheidung formell fest, dass die genauen Umstände ihres Todes ungeklärt blieben und dem Gericht keine gesicherten Erkenntnisse über einen direkten Zusammenhang zwischen ihrem Tod und der eingereichten Beschwerde vorlagen.

Schriften

mit Günter Ziegler: Many projectively unique polytopes. In: Inventiones Mathematicae, Band 199, 2014, S. 581–652, Arxiv mit Arnau Padrol: The universality theorem for neighborly polytopes. In: Combinatorica 37, No. 2, 129-136 (2017). mit Raman Sanyal: Relative Stanley-Reisner theory and upper bound theorems for Minkowski sums. Publ. Math., Inst. Hautes Étud. Sci. 124, 99-163 (2016). mit Anders Björner: Filtered geometric lattices and Lefschetz Section Theorems over the tropical semiring, Arxiv 2014 mit June Huh und Eric Katz: Hodge theory for combinatorial geometries. In: Annals of Mathematics, Band 188, 2018, S. 381–452, mit June Huh und Eric Katz: Hodge theory of matroids. In: Notices of the AMS, Januar 2017, Online Combinatorial Lefschetz theorems beyond positivity, Preprint, arXiv:1812.10454 mit Igor Pak: All triangulations have a common stellar subdivision, arxiv:2404.05930

Weblinks Webseite an der Sorbonne

Einzelnachweise

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