mini|Toyota Land Cruiser: Modell J45 mini|Toyota Land Cruiser der Rally Dakar, 1992 in Paris Der Toyota Land Cruiser ist ein seit 1951 vom japanischen Automobilhersteller Toyota Motor gebauter Geländewagen. Schnell erreichte dieses Fahrzeug primär in Afrika, Lateinamerika und der arabischen Welt einen Ruf von Verlässlichkeit und Haltbarkeit.

Das Fahrzeug wurde im Laufe der Zeit in verschiedenen Varianten produziert. Der Toyota Land Cruiser ist zusammen mit dem Toyota Hilux das erste Kraftfahrzeug, das mit jeweils starken Modifikationen unter anderem am Fahrwerk und den Rädern sowie am Motor den Nordpol erreicht hat, bekannt als Arctic Trucks.

In der Europäischen Union wird derzeit ein Modell angeboten: Der J25, in Deutschland einfach nur Land Cruiser genannt. Zudem wird seit 2021 der in der EU nicht verfügbare Land Cruiser 300 angeboten. Außerdem wird der J7 nach einem Facelift 2007 weiterhin produziert, vornehmlich für Afrika und Australien.

Modellcode Der Modellcode besteht aus dem Buchstaben J (für Geländewagen) und einer Zahl für die Fahrzeuggeneration. Zusätzlich kommen vor dem J ein bis zwei Buchstaben für den Motorcode und nach der Modellziffer eine Ziffer für die Variante. Zum Beispiel steht bei der Bezeichnung KDJ120 das KD für den 1KD-FTV-Motor (4 Zylinder, 3 Liter Hubraum), J12 für das Modell und 0 für das lange Modell. KDJ125 wäre dementsprechend dasselbe Modell mit demselben Motor, nur in kurzer Variante.

Modellgeschichte Schon von Beginn an gab es stets zwei Land-Cruiser-Modelle, die parallel gebaut wurden. Die kleineren Modelle wurden bzw. werden unter den Namen J2, J4, J7, J9, J12, J15 und derzeit J25 verkauft. Die größeren Modelle tragen die Bezeichnungen J3, J5, J6, J8, J10, J20 und derzeit J30.

Vorgeschichte mini|Bantam mini|Toyota AK10 1941„Typ 4 kleiner Lastwagen“ 1941 besetzten die japanische Streitkräfte die Philippinen, wo sie einen Bantam Mk II erbeuteten und nach Japan brachten. Die japanischen Militärbehörden motivierten Toyota, ein ähnliches Fahrzeug zu entwickeln, das aber nicht dem amerikanischen Willys Jeep ähneln sollte. Der Prototyp AK wurde von der japanischen Armee „Typ 4 kleiner Güterwagen“ () genannt.

Später im Jahr 1941 forderte die japanische Regierung Toyota auf, einen leichten Lastwagen für japanische Militäraktionen zu produzieren. Daraufhin produzierte Toyota 1942 den 1/2-Tonnen-Prototyp AK10. Der AK10 wurde mit Hilfe von Reverse Engineering des Bantam GP gebaut. Er hatte einen aufrechten Kühlergrill, flache vordere Kotflügel, die schräg nach unten und hinten gingen wie beim FJ40, Scheinwerfer, die auf den Kotflügeln auf beiden Seiten des Kühlers montiert waren und eine klappbare Windschutzscheibe.

Der AK10 hat einen 2259-cm³-4-Zylinder-Motor Typ C aus dem Toyota Model AE Sedan mit einem Dreigang-Schaltgetriebe und einem Reduktionsgetriebe. Es gibt keine mechanische Verwandtschaft zwischen dem AK10 und dem Nachkriegs-Toyota-„Jeep“ BJ. Die meisten der AK10 wurden im Gegensatz zum US-Jeep nicht aktiv genutzt und es gibt fast keine Fotos von ihm auf dem Schlachtfeld.

Anfänge nach dem Krieg (BJ und FJ) 1950 begann Toyota anlässlich einer Rüstungsausschreibung der militärischen japanischen „Nationalen Polizeireserve“ (Vorläufer der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte) mit den Arbeiten am Prototyp eines Geländewagens, der 1951 als „BJ“ hergestellt wurde. Da Toyota die Ausschreibung nicht gewann, wurde der BJ nur von japanischen Behörden, Forstverwaltungen und dem in Japan stationierten amerikanischen Militär eingesetzt. Angetrieben wurde der Ur-BJ von einem Dieselmotor mit 3,4 l Hubraum und . Ausgestattet mit Blattfedern, Starrachse und großen 16-Zoll-Rädern, kam der BJ weniger komfortabel als robust auf den Markt. 298 Einheiten wurden auf Bestellung produziert, nur vier Exemplare wurden exportiert.

J2 und J3 (1954–1967) 1954 wurde der BJ in Land Cruiser umbenannt und feierte sein internationales Debüt. Er sollte für den Export ziviler aussehen als der BJ. Die markanten Scheinwerfer der J2-Typen waren bereits in die Karosserie integriert und nicht mehr frei stehend auf den Kotflügeln montiert. Er hatte auch eine stilvollere Karosserie und bessere Fahreigenschaften dank längerer Federn mit vier Federlagen. Außerdem ersetzte Toyota 1956 den Dieselmotor vom Typ B mit durch einen stärkeren 3,9-Liter-Sechszylinder-Reihenottomotor mit vom Typ F. Der Innenraum wurde komfortabler, weil der Motor um 120 mm nach vorne verschoben wurde. Die J2-Serie hatte immer noch keine Reduktion, war aber im dritten und vierten Gang synchronisiert.

1957 verdreifachte sich die Produktion auf 2887 Einheiten, von denen nur 450 Exemplare in Japan blieben. Der Land Cruiser FJ25 erschien offiziell auf dem US-Markt.

Außerdem erschienen 1957/58 neue Karosserievarianten, wie der erste Land Cruiser Station mit einem längeren Radstand von 2650 mm als FJ25 und der viertürige Station Wagon unter der Bezeichnung FJ35V. Rund die Hälfte der 1000 Land Cruiser der dritten Generation (J3) gingen in den Export.

J4 (1960–1984) mini|Toyota Land Cruiser J45 1960 wurde der J4 als Nachfolger des J2 eingeführt und bis 1984 produziert. Der Sechszylinder-Ottomotor leistete nunmehr 145 SAE-PS. Die Leermasse betrug je nach Aufbau 1,5–1,8 t, die Nutzmasse 0,5–0,75 t. Das 3-Gang-Getriebe war mit Lenksäulen- oder Knüppelschaltung lieferbar und war um ein zweigängiges Verteilergetriebe mit abschaltbarem Vorderradantrieb ergänzt.Leichte Nutzkraftwagen von Toyota. In: Kraftfahrzeugtechnik. 4/1970, S. 117. Mit diesem Modell wurde der Land Cruiser ab 1977 auch in Deutschland bekannt.

Es gibt ihn mit mehreren Radständen und Karosserieversionen, den kurzen J40, den seltenen mittleren J43/J46, den langen J45/J47 als Buschtaxi oder Pick-up, den J45 als Pick-up-Kurzpritsche und den sehr seltenen J45 Station (5-türig).

In Brasilien wurde das Fahrzeug als Toyota Bandeirante bis 2001 unter der Bezeichnung OJ55 fast unverändert gebaut. Es gab ihn mit einem Dieselmotor von Daimler-Benz. Als Zusatz wurde der Bandeirante auch als Doppelkabine produziert.

J5 (1967–1981) mini|Toyota Land Cruiser J55 (1979) Ab 1967 wurde der Landcruiser J5 gebaut. Es wurden – bis auf wenige japanische Fahrzeuge (BJ55) – die aus der J4-Serie bekannten F- (bis 1974) und 2F- (1974–1980) Motoren verwendet. Die genaue Modellbezeichnung lautet FJ55. Der J5 wurde vor allem für Nordamerika gebaut. Er entspricht technisch weitgehend dem J4, jedoch wurde das Karosseriedesign verändert. Für den deutschen Markt musste Toyota die vordere Dreiersitzbank gegen ASS-Sportsitze umtauschen, um den geltenden Sicherheitsbestimmungen zu genügen. Daher gab es den FJ55 in Deutschland nur als 5-Sitzer. Er wurde von 1967 bis 1980 produziert.

J6 (1981–1990) mini|Toyota Land Cruiser J6 Der 1981 eingeführte J6 ersetzte den J5. Das Fahrzeug wurde bis 1990 sowohl mit Otto- als auch mit Dieselmotor angeboten, wobei der Ottomotor – zumeist mit Automatikgetriebe ausgestattet – vor allem für die USA gedacht war.

J7 (seit 1984) mini|Land Cruiser 70 mini|Heckansicht

1984 wurde der J7 als Ersatz des J4 eingeführt als Softtop (Stoffverdeck) und Hardtop (abnehmbares festes Verdeck), als Pick-up, als geschlossener drei- und fünftüriger Geländewagen sowie als Modell mit seitlichen nach innen gerichteten Rücksitzen. Der J7 hatte in der „light duty“ Ausführung als Personentransporter an Lenkern geführte Starrachsen und Schraubenfedern für bessere Fahreigenschaften. In der „heavy Duty“ Version gab es zunächst nur Blattfedern, später wurden an der Vorderachse Schraubenfedern verbaut. Die leichtere Version des Land Cruiser erhielt den Toyota 22R-2,4-l-Ottomotor, sowie die 2-Liter- und 2-Liter-Turbodiesel und 2,4-Liter-Dieselmotoren aus dem Toyota Hilux, darüber hinaus den 3,0-Liter Turbodiesel 1KZ-T.

Darüber hinaus war auch ein 4-Liter-Ottomotor erhältlich, der im Laufe der Jahre auf elektronische Benzindirekteinspritzung umgestellt wurde. Ein Automatikgetriebe (A440F) wurde ebenfalls eingeführt.

Der J7 in der „light duty“ Ausführung mit Schraubenfedern rundum wurde in einigen Märkten als Toyota Bundera oder Landcruiser II und später als 70 Prado/Prado 70 verkauft. Der 70 Prado war sehr populär und wurde später zum Prado 90 weiterentwickelt.

1990 kam eine neue Dieselmotor-Generation mit dem Fünf-Zylinder-Saugmotor 1PZ und dem Sechs-Zylinder-Saugmotor 1HZ ins Angebot.

1993 führte Toyota zusätzlich den 24-Ventiler-4,5-Liter-Sechszylinder-Ottomotor 1FZ in der Baureihe ein.

1999 wurde die J7-Serie umfassend überarbeitet mit Schraubenfederung anstatt Blattfedern an der Vorderachse, verlängerten hinteren Blattfedern für erhöhten Fahrkomfort und Federweg. Die Räder waren nun mit fünf statt sechs Radbolzen befestigt, und mehrere kleinere Modifikationen am Antriebsstrang wurden zur Erhöhung der Haltbarkeit durchgeführt.

2002 wurde das Modell HDJ79, zuerst in Australien, mit dem 1HD-FTE-4,2-Liter-Sechszylinder-24-Ventil-Turbodieselmotor mit Direkteinspritzung eingeführt.

Ab 2007 baute Toyota mit dem 4,5-Liter-1VD-FTV den ersten V8-Turbodieselmotor in der J7-Serie für einige Länder ein. Außerdem wurde ein zusätzliches 4-türiges Modell mit mittlerem Radstand (76) eingeführt, und die Front für alle Modelle war nun deutlich überarbeitet.

2008 endete die Produktion der J7-Reihe in Venezuela, während die Produktion in Südafrika für die noch verbliebenen Märkte weiterlief.

2012 wurde ein Doppelkabinen-Pick-up in Südafrika mit dem 4,2-Liter-Dieselmotor oder 4,0-l-Ottomotor eingeführt, der auch nach Australien exportiert wird, dorthin jedoch mit dem 4,5-l-V8-Dieselmotor. Neben Afrika und Ozeanien wird die J7/Prado 90-Generation auch noch offiziell in Südamerika, Ländern des Nahen Ostens und kleineren asiatischen Schwellenländern aus südafrikanischer Produktion angeboten.

Der Land Cruiser J7 ist oftmals in Nachrichtensendungen im Zusammenhang mit UNO-Missionen und kriegerischen Auseinandersetzungen zu sehen und wird in Deutschland auch noch zu Zwecken des Rettungsdienstes, insbesondere für die Bergwacht zugelassen.Landcruiser bei der Bergwacht, www.bergwacht-bayern.org Für diesen Zweck bietet die deutsche Firma Emergency Mobility Services GmbH mit dem auf dem J79 basierenden Amphicruiser einen schwimmfähigen Umbau, der insbesondere in Hochwasserlagen Verwendung finden soll.

Im Bereich der leichten, allradgetriebenen Nutzfahrzeuge ist die Version des J7 mit 6-Zylinder-Dieselmotor und Schaltgetriebe eines der letzten Serienfahrzeuge, das ab Werk über die Möglichkeit eines Nebenabtriebes verfügt. Informationen über Nebenabtriebe J4, J6, J7 Der ebenfalls mit PTO nachrüstbare Land Rover Defender wurde Anfang 2016 eingestellt.

J8 (1990–1997) mini|Toyota Land Cruiser J8 Der J8 ist der Nachfolger des J6, gebaut von 1990 bis 1997. Auf dieser Basis gab es erstmals auch die Luxusversion Lexus LX. Der J8 gilt als Wendepunkt für mehr von allem: mehr Luxus, besonders für den europäischen oder japanischen Markt und mehr Geländetauglichkeit. Bei seinem Nachfolger J10 wich die starre, schraubengefederte Vorderachse einer Einzelradaufhängung.

Zu haben war der „80er“ mit einem 4,0l-R6-Ottomotor, der 1992 vom 4,5l-R6-1FZ-F (Vergaser) oder 1FZ-FE (Benzineinspritzung) abgelöst wurde. Die Auswahl bei den Dieselmotoren waren der 4,2l-1HZ, der 4,2l-1HD-T-12V und der 4,2l-1HD-FT-24V.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger dem J6 hatten die Modelle des J8 in Europa fast immer einen Permanentallrad.

J9 (1996–2002) mini|Toyota Land Cruiser J9 Der 1996 eingeführte J9 ersetzt zum Teil den J7. In einigen Ländern wird hierfür die neue Modellbezeichnung Toyota Land Cruiser Prado genutzt. In Deutschland hieß er Land Cruiser 90. Die Motorenpalette umfasste einen 3,4-Liter-V6-Ottomotor mit einer Leistung von , sowie ein 3,0-Liter-R4-Turbodiesel dieser leistete bis 1999 und ab August 1999 . Die Motoren sind wahlweise mit 5-Gang-Schaltgetriebe bzw. mit Automatikgetriebe erhältlich. 2002 wurde der Land Cruiser 90 eingestellt.

J10 (1998–2007) mini|Toyota Land Cruiser J10